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Dresden

Betrug mit Kaisermania-Tickets nimmt zu

Die Betreiberin einer Ticket-Tauschbörse im Internet spricht von organisiertem Verbrechen - und will etwas dagegen unternehmen.

Einmal Roland Kaiser live am Elbufer sehen. Dieser Traum lockt auch Ticket-Betrüger an.
Einmal Roland Kaiser live am Elbufer sehen. Dieser Traum lockt auch Ticket-Betrüger an. © Robert Michael/dpa / Montage: SZ

Plötzliche Trennungen und andere schwere Schicksalsschläge. Auf Ticketbörsen im Internet geht es gerade wieder dramatisch zu – wenn man allen Verkäufern von Kaisermania-Tickets Glauben schenken möchte. 

„Und jeder hat zufällig vier Karten abzugeben“, sagt Ilka Wetterling, die seit zwei Jahren auf Facebook eine Tickettauschbörse nur für Kaisermania-Karten betreibt. Inzwischen hat ihre Seite über 800 Mitglieder. „In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder von Betrugsfällen gehört, aber was dieses Jahr abgeht, das habe ich noch nicht erlebt.“

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Schon seit dem Verkaufsstart im September floriert der Schwarzmarkt. Jetzt, wenige Tage vor den finalen Konzerten 2019, läuft der Handel mit Karten für die längst ausverkauften Termine am 9. und 10. August nochmal heiß.

Fake-Profile auf Facebook und Ebay seien nicht immer leicht zu enttarnen, betont Wetterling. Inzwischen würden die Betrüger aber sogar Bilder von gefälschten Ausweisen als vermeintliche Sicherheit vorzeigen. Teilweise würden sogar Karten zum Ausdrucken angeboten, obwohl es für die Kaisermania gar keine E-Tickets gibt. 

„Zum Teil ist das inzwischen organisiertes Verbrechen“, ist sich Ilka Wetterling sicher.

Für Roland Kaiser live sind die Fans bereit, viel mehr als den Originalpreis für ein Ticket auszugeben.
Für Roland Kaiser live sind die Fans bereit, viel mehr als den Originalpreis für ein Ticket auszugeben. © Robert Michael/dpa

Caroline Geisler aus Crottendorf im Erzgebirge erwischte es bereits im vergangenen Herbst. "Ich habe vier Karten über Ebay gekauft und das Geld überwiesen", sagt sie. Schon kurz nach der Zahlung habe der Verkäufer sein Konto gelöscht und sie habe nie wieder von ihm gehört. "Die Anzeige läuft noch, aber ich glaube nicht, dass ich meine 240 Euro wieder sehe."

Ein typischer Fall. Obwohl sie gerade im Urlaub ist, sei Ilka Wetterling nun den ganzen Tag damit beschäftigt, auf Anfragen von verzweifelten Kaiserfans zu antworten.

„Wer betrogen worden ist, dem versuche ich zuerst Tickets zu vermitteln“, sagt die 41-Jährige. Allerdings kaufe sie nur zum Originalpreis von 57,50 Euro an und schlage selbst auch keinen Cent drauf. „Ich mache das nur, um gegen den Betrug und Ticketwucher vorzugehen.“ Preise von 150 pro Karte seien keine Seltenheit und würden leider viel zu oft auch bezahlt. Zuletzt habe es auch Angebote von 350 Euro für zwei Karten gegeben.

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Der Veranstalter Semmel Concerts rät grundsätzlich davon ab, Karten auf dem sogenannten Ticketzweitmarkt zu erwerben. Nur beim Ticketkauf bei vom Veranstalter autorisierten Vorverkaufsstellen könne gewährleistet werden, dass es sich um Originaltickets handelt, mit denen auch der Zutritt erlaubt wird. (SZ/hbe)

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