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Bewährung für Diebstahl bei Kaufland

Ein Mann aus Freital soll in Waldheim gestohlen haben und ohne Führerschein gefahren sein. Er gesteht nicht alles.

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Von Helene Krause

Mehrfach stand der 35-jährige Angeklagte bereits wegen Diebstahls vor Gericht. Jedes Mal wurde er verurteilt. Auch im Gefängnis saß er schon. Diesmal muss er sich vorm Amtsgericht Döbeln wegen Diebstahls in zwei Fällen und wegen des Fahrens ohne Führerschein verantworten.

Im April 2012, gegen 21.45 Uhr, soll er in der Kauflandfiliale in Waldheim Schnaps und Kosmetik gestohlen haben. Stehlschaden: rund 1620 Euro. Im September der nächste Diebstahl. Gegen 22 Uhr nahm er Schnaps und Kosmetik mit. Wert: rund 730 Euro. Eine Verkäuferin beobachtete an dem Abend, wie er mit einem Koffer über den Notausgang den Supermarkt verließ. Sie rannte hinterher. Auf dem Parkplatz wollte er das Diebesgut in einem Auto verstauen. Doch dazu kam er nicht mehr. Er stieg ins Auto und fuhr ohne den Koffer davon. Weil er zur Tatzeit keinen Führerschein besaß, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass er ohne gefahren ist.

In der Verhandlung gesteht der Angeklagte die Diebstähle. Grund für die Tat soll sein Drogenkonsum gewesen sein. Er war zur Tatzeit heroinsüchtig.

Der Russlanddeutsche kam 2001 mit seiner Mutter, der Schwester und dem Großvater nach Deutschland. Seit der Zeit nimmt er Drogen. Mehrere Entgiftungen und eine Langzeittherapie hat er schon absolviert. Obwohl er die Diebstähle gesteht, bestreitet er das Fahren ohne Führerschein. „Ich bin auf der Beifahrerseite eingestiegen“, sagt er. Diese Aussage bestätigt die Verkäuferin, die den Diebstahl am 6. September 2012 beobachtet und ihn zum Parkplatz folgte. „Auf dem Fahrersitz saß ein anderer Mann.“ Unklar bleibt in der Verhandlung die tatsächliche Höhe des Stehlschadens vom April 2012. Die Schadenaufstellung enthält mehr Waren, als der Angeklagte tatsächlich gestohlen hat. Weil der Angeklagte angibt, nur 20 Dosen Creme gestohlen zu haben, geht Richterin Karin Fahlberg von einem Schaden von nur rund 580 Euro aus. Bei Diebstahl im September entstand dem Supermarkt gar kein Schaden. „Das Diebesgut wurde an den Eigentümer zurückgeführt“, sagt Fahlberg. Die Richterin verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung.