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Bewährung für Ladendieb

Beim Diebstahl im Einkaufsmarkt greift der Täter den Hausdetektiv an. Nun muss der Dieb auch noch Strafarbeit ableisten.

Von Jens-Rüdiger Schubert

Das Landgericht hat den Görlitzer Rüdiger Fuchs * wegen räuberischen Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von 19 Monaten verurteilt und die Haft zur Bewährung ausgesetzt. Die Polizei ging davon aus, dass der 30-Jährige am 25. Mai vergangenen Jahres im Edeka-Markt auf der Jauernicker Straße zwölf Dosen Energydrink, sechs Flaschen Bier und zwei Gläser Babynahrung im Gesamtwert von 31 Euro gestohlen hat. Nur wenige Tage später stahl er im Kaufland Königshufen zwei Duschbäder und drei Deodorant im Gesamtwert von 8,50 Euro.

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Als Rüdiger Fuchs im Edeka-Markt vom Ladendetektiv gestellt wurde, soll er sich massiv gewehrt haben. Die Staatsanwaltschaft ging deshalb von einem schweren räuberischen Diebstahl und versuchter schwerer Körperverletzung aus. Letzteres deshalb, weil der Täter versucht haben soll, den Detektiv mit dem vollen Einkaufsbeutel zu schlagen. Der Angeklagte bestritt das, gab aber die Diebstähle zu. Der Detektiv wiederum schilderte den Vorfall widersprüchlich. Kurz nach dem Vorfall erklärte er gegenüber der Polizei, er habe „geschlussfolgert, dass der Täter ihn schlagen wollte“. In einer späteren Aussage schilderte er, tatsächlich geschlagen worden zu sein. Am Ende blieb es für das Gericht beim räuberischen Diebstahl. In der Bewährungszeit muss der Verurteilte noch 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. In der Urteilsbegründung betonte der Richter, dass auch Abschüttelversuche eine Art von Gewalt sind.

Das Gericht ging trotzdem von einem minderschweren Fall aus, erklärte aber auch, dass es nur deswegen eine Bewährungsstrafe aussprach, weil es von einer positiven Sozialprognose ausging. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

* Name von der Redaktion geändert