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Bewährung für Raserei

Ein Mann aus Polen flüchtet vor der Polizei. In Tschechien wird er erwischt. Warum er sich aus dem Staub machte, bleibt unklar.

Von Jens-Rüdiger Schubert

Das Amtsgericht Görlitz hat den 38-jährigen Polen Marinusz Owiatkawi* wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und wegen Diebstahls mit Waffen zu 21 Monaten Haft verurteilt und die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft legte dem Mann zur Last, dass er am 16. Juni 2013 mit seinem Auto mit massiv überhöhter Geschwindigkeit im Landkreis Görlitz unterwegs war. Ermittlungen zufolge habe er aber erst beschleunigt, als er kontrolliert werden sollte. Als er von Zivilfahndern verfolgt wurde, versuchte er, diese abzuschütteln. Er bremste sogar schlagartig, um einen Auffahrunfall zu provozieren. Nur durch die schnelle Reaktion der Zivilfahnder konnte das verhindert werden. Owiatkawi setzte dann seine rasante Fahrt fort, bis er erst in Tschechien gestellt werden konnte.

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In einer weiteren Anklage ging es um den Diebstahl eines 15 000 Euro teuren VW Golf. Da Owiatkawi als vermutlich mittelbar Beteiligter ein Messer bei sich führte, ging es um einen Diebstahl mit Waffen. In der Verhandlung vor dem Amtsgericht Görlitz wollte er sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Dafür gab der Dresdner Rechtsanwalt Ulf Israel eine Erklärung für seinen Mandanten ab. Der Verteidiger erklärte, dass die Taten im Grunde eingeräumt werden, Owiatkawi sich aber nicht zu Beweggründen für die Flucht vor der Polizei äußern wolle.

Im Gericht festgestellt wurde, dass Owiatkawi zur Tatzeit drogenabhängig war. Außerdem soll er mit Drogen und 500 Euro für verschiedene Jobs bezahlt worden sein. Die Staatsanwaltschaft wertete das als Geständnis und beantragte eine Gesamtfreiheitsstrafe von 24 Monaten sowie den Entzug der Fahrerlaubnis. Dem widersprach die Verteidigung. Rechtsanwalt Israel betonte, dass sein Mandant nicht vorbestraft sei und für eine regelmäßige Beschäftigung in Polen den Führerschein benötige. Das Gericht folgte weitgehend der Verteidigung und betonte, dass es nur mit großen Bedenken einem Führerscheinentzug nicht zustimmt, um die Entwicklung des Angeklagten nicht zu behindern und ihm damit eine Brücke in ein neues Leben zu bauen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

* Name von der Redaktion geändert