merken
PLUS Bischofswerda

BFV 08: Heimspiele bald in Bautzen?

Der Bischofswerdaer Verein hat noch immer keine regionalliga-taugliche Spielstätte - aber einen Plan, wie sich das Problem lösen lässt.

Jürgen Neumann, Präsident des Bischofswerdaer Fußballvereins 08, steht vor dem Wesenitzsportpark. Der muss dringend aufgerüstet werden, wenn der Verein dort weiter Regionalliga-Spiele austragen will.
Jürgen Neumann, Präsident des Bischofswerdaer Fußballvereins 08, steht vor dem Wesenitzsportpark. Der muss dringend aufgerüstet werden, wenn der Verein dort weiter Regionalliga-Spiele austragen will. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda.  "Wo spielt Schiebock nach dem Aufstieg?", fragte Sächsische.de im März 2018. Der BFV 08 war damals Tabellenführer in der Fußball-Oberliga und sicherer Anwärter für den Aufstieg in die Regionalliga. Doch weder das Stadion Kampfbahn noch der Wesenitzsportpark erfüllten die baulichen Voraussetzungen für die höhere Spielklasse. Deshalb wurde der Wesenitzsportpark vor allem hinsichtlich der Sicherheit aufgerüstet. 

Seitdem hätten in den zwei Jahren Übergangsfrist weitere Investitionen folgen müssen. Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) fordert für die vierthöchste Spielklasse  mindestens 100 überdachte Sitzplätze im Stadion und beim Flutlicht fernsehtaugliche 400 Lux. Beides kann das Stadion im Wesenitzsportpark nicht bieten.  

Anzeige
Wundermittel Bewegung
Wundermittel Bewegung

Zu langes Sitzen erhöht das Risiko für Bluthochdruck. Bewegen und dabei sparen. Um mehr zu erfahren klicken Sie hier:

Mit Blick auf die Tabelle - Bischofswerda ist in der Regionalliga Schlusslicht -, aber auch auf den Investitionsbedarf brachte Vereinspräsident Jürgen Neumann in der Winterpause die Option ins Gespräch, für die neue Saison mit der Oberliga zu planen. Doch die Entscheidung des NOFV vom 5. Juni, die laufende Saison abzubrechen und keinen Verein aus sportlichen Gründen absteigen zu lassen, stellt die Frage nach dem Klassenerhalt neu.

Unwägbarkeiten im Wesenitzsportpark

Bis zum kommenden Mittwoch muss der BFV 08 eine Spielstätte nachweisen, die für die Regionalliga geeignet ist.  "Das ist natürlich nicht möglich", sagt Jürgen Neumann. Jedenfalls in Bischofswerda nicht. Seine Hoffnung liegt darauf, dass der BFV  seine Heimspiele im Bautzener Stadion Müllerwiese austragen darf. Die Stadtverwaltung in Bautzen wird zu Beginn der neuen Woche darüber entscheiden. 

Bei einem positiven Votum würde der BFV weiter mit der höheren Klasse planen und daran gehen, den Wesenitzsportpark nachzurüsten. In den vergangenen Tagen gab es dazu Gespräche mit Firmen. "Angenommen, die neue Spielzeit beginnt nicht schon im Juli, sondern erst im September, könnte das bis zum Saisonstart noch zu schaffen sein",  sagt Jürgen Neumann. Der Verein würde in diesem Fall 150.000 Euro investieren: je ein Drittel Eigenmittel,  Geld von der Stadt, was beim Umbau des Wesenitzsportparkes 2018  nicht verbraucht wurde, und ein erhoffter Zuschuss aus der Sportförderung. 

Warum nicht eher gebaut wurde, hängt auch mit dem Umfeld zusammen, macht Jürgen Neumann deutlich: So grenzt unmittelbar an die Zuschauertraversen die Sporthalle, deren Sanierung der Stadtrat  inzwischen beschlossen hat. Zudem ist die Zukunft des Sporthotels ungewiss und bei Gericht ein Verfahren in Verbindung mit der vor einigen Jahren erfolgten Stadion-Sanierung anhängig. "Wir wollten keine Überdachung bauen, die wir vielleicht wieder abreißen müssen", sagt der Vereinspräsident. 

Umbaupläne für die Kampfbahn gestrichen

Endgültig vom Tisch sind dagegen die Pläne, das Stadion an der Kampfbahn  auszubauen. Der BFV 08 hatte dafür vor zwei Jahren mit Kosten in Höhe von 770.000 Euro gerechnet. Der Verein hätte einen Großteil dieser Summe, die nach jetziger Kenntnis nicht ausgereicht hätte, über Kredite finanzieren müssen. "Die Präsidiumsmitglieder hätten dafür privat bürgen müssen. Das Risiko wäre zu hoch gewesen", sagt Jürgen Neumann.

Er nennt dafür mehrere Gründe. Die Sportstätte gehört zum Trinkwassereinzugsgebiet am Schmöllner Weg. Um Gefahren fürs Grundwasser, etwa bei einer Panne, auszuschließen, hätte man nur Maschinen mit Elektromotor einsetzen dürfen. Die aber hat kaum eine Baufirma; man  hätte diese Technik teuer mieten müssen. Hinzu kommt, dass durch eine Verstärkung der Flutlichtanlage die Lichtemission für die benachbarten Wohnhäuser zu groß geworden wäre. "Wir hätten an der Straße An der Kampfbahn eine Mauer errichten müssen, die uns über eine Million Euro gekostet hätte." 

Und noch ein dritter Umstand kommt hinzu: Die Kampfbahn, wie sie jetzt steht, hat Bestandsschutz. Sobald dort gebaut wird, muss der Verein mit weiteren baulichen Auflagen rechnen.

Weiterführende Artikel

BFV 08 darf in Bautzen spielen

BFV 08 darf in Bautzen spielen

Der Bischofswerdaer Fußballverein nimmt eine Hürde zum Klassenerhalt. Sicher ist der Verbleib in der Regionalliga aber noch nicht.

Baustelle Wesenitzsportpark

Baustelle Wesenitzsportpark

Der Bischofswerdaer FV macht das Stadion fit – und empfängt noch vorm Saisonstart Prominenz.

Wo spielt Schiebock nach dem Aufstieg?

Wo spielt Schiebock nach dem Aufstieg?

Der Bischofswerdaer Fußballverein will in die Regionalliga. Doch keiner der zwei Rasenplätze ist für die höhere Spielklasse tauglich.

Mit dem kostenlosen Newsletter „Bautzen kompakt“ starten Sie immer gut informiert in den Tag. Hier können Sie sich anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bischofswerda