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Drei Männer wollen Bürgermeister werden

Der Ottendorfer Wahlausschuss hat zwei Parteilose und einen AfD-Bewerber zugelassen. Ein Thema ist ihnen besonders wichtig.

Rico Pfeiffer (parteilos) kandidiert erneut für das Amt des Bürgermeisters in Ottendorf-Okrilla. Bei der Wahl am 8. März holte er die meisten Stimmen. Da der notwendige zweite Wahlgang wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte, wurde die kompl
Rico Pfeiffer (parteilos) kandidiert erneut für das Amt des Bürgermeisters in Ottendorf-Okrilla. Bei der Wahl am 8. März holte er die meisten Stimmen. Da der notwendige zweite Wahlgang wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte, wurde die kompl © René Meinig

Ottendorf-Okrilla. Jetzt stehen die Kandidaten fest: Rico Pfeiffer, Rene Edelmann (beide parteilos) oder Carsten Rybicki (AfD) werden bei der Bürgermeisterwahl am 4. Oktober antreten. Der Gemeindewahlausschuss hat jetzt diese Bewerber zugelassen. Bis zuletzt war gerätselt worden, ob nicht vielleicht noch ein vierter und fünfter Kandidat ins Rennen einsteigt. Jetzt ist die Frist abgelaufen. In Ottendorf-Okrilla war der kuriose Fall eingetreten, dass am 8. März bereits der erste Wahlgang stattfand, aber der zweite wegen der Corona-Pandemie nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist angesetzt werden konnte. Daraufhin musste die komplette Wahl abgesagt werden. 

Das hatte zumindest für die beiden parteilosen Kandidaten Pfeiffer und Edelmann den Effekt, dass sie noch einmal 60 Unterstützer finden mussten, die im Gemeindeamt ihre Unterschriften leisten. „Das hat gut geklappt. Trotz des eingeschränkten Zeitraums von nur einem Monat haben 122 Ottendorfer unterschrieben. Das waren weit mehr als notwendig“, sagt Rene Edelmann. Auch bei Rico Pfeiffer war das offenbar kein Problem. „Es ist eine große Zahl an Unterschriften zusammengekommen, das freut mich sehr“, sagt er. Carsten Rybicki benötigte keine Unterschriften, da er von seiner Partei nominiert wurde. In den nächsten Wochen wollen die drei wieder den Wahlkampf aufnehmen und mit den Ottendorfern ins Gespräch kommen.

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 „Nach einer Woche Ferien mit meiner Familie werde ich mit Einwohnern, mit Firmen, Händlern und Vereinen sprechen. Wir müssen trotz Corona nach vorne schauen und die Probleme anpacken“, sagt Rico Pfeiffer. Sein Programm von der ersten Wahl im März will er im Wesentlichen beibehalten: Bessere Kinderbetreuung, die Beseitigung der Baubrachen und sichere Geh- und Radwege sind einige Themen, die der Leiter des Ottendorfer Bauhofes angehen will. Im Hinblick auf das derzeit in der Gemeinde am meisten diskutierte Thema, die geplante Ortsumfahrung, will er sich noch nicht auf eine Variante festlegen. „Unbedingt notwendig ist eine Reduzierung des Verkehrs in Ottendorf. Um die optimale Lösung zu finden, sollte es zunächst Abstimmungen mit Nachbarkommunen und dem Landkreis Meißen geben. Nur im Zusammenspiel aller werden wir das beste Ergebnis erreichen“, sagt der 46-Jährige.

Rene Edelmann (parteilos) holte bei der Wahl am 8. März 34 Prozent der Stimmen. Damit lag er auf Platz zwei. Jetzt tritt der Unternehmer erneut an.
Rene Edelmann (parteilos) holte bei der Wahl am 8. März 34 Prozent der Stimmen. Damit lag er auf Platz zwei. Jetzt tritt der Unternehmer erneut an. © (c) Christian Juppe

Rene Edelmann will die Wochen bis zur Wahl ebenfalls für Gespräche nutzen. „Das wird aber eher bei persönlichen Begegnungen der Fall sein. Große Veranstaltungen sind ja wegen der Corona-Beschränkungen schlecht möglich. Jeder kann mich auch auf der Straße ansprechen oder anrufen.“ Die Probleme haben sich in der Gemeinde seiner Einschätzung nach nicht grundlegend geändert. Deswegen wird er auch sein bisheriges Programm beibehalten. „Es geht unter anderem um eine Verbesserung der Kitabetreuung. Das Schulproblem muss gelöst werden, beispielsweise ist ein Gymnasium in Ottendorf wünschenswert, und die Feuerwehr braucht dringend ein neues Fahrzeug“, sagt der 45-Jährige. Beim Thema Ortsumfahrung ist ihm wichtig, dass besonders der Schwerlastverkehr aus dem Ort herauskommt. „Es sollte das gesamte Straßennetz von Fernstraßen bis hin zu den Gemeindestraßen betrachtet werden. Die Gemeinde sollte eigene Ideen entwickeln und nicht nur der einen oder der anderen Variante zustimmen“, sagt der selbstständige Unternehmer.

Carsten Rybicki (AfD) betreibt in Königsbrück ein Antiquariat und Kunsthandelsgeschäft. Bei der Wahl im Frühjahr kam er auf knapp zehn Prozent der Stimmen. Jetzt tritt er wieder an.
Carsten Rybicki (AfD) betreibt in Königsbrück ein Antiquariat und Kunsthandelsgeschäft. Bei der Wahl im Frühjahr kam er auf knapp zehn Prozent der Stimmen. Jetzt tritt er wieder an. © Foto: Matthias Schumann

Auch Carsten Rybicki bereitet sich auf den Wahlkampf vor. Er plant Vorstellungsrunden und Infoveranstaltungen ab September. „Dann werden wir präsent sein, so wie zur ersten Wahl auch. Wir werden Flyer verteilen und auf Plakaten für uns werben“, sagt der Bau- und Wirtschaftsingenieur, der derzeit in Königsbrück als Geschäftsführer eines Antiquariats und Kunsthandelsgeschäfts tätig ist. Seiner Ansicht nach bestehen die Kernprobleme Ottendorfs weiterhin. Deshalb behält er sein Wahlprogramm bei. Er will sich für eine bessere Anbindung an die Landeshauptstadt einsetzen, auf der Brache des ehemaligen Plastewerkes ein Gründerzentrum einrichten und die Gemeindeverwaltung umstrukturieren. Zum Thema Ortsumfahrung hat er eine klare Meinung. „Wir brauchen die Umgehungsstraße. Sie entlastet Ottendorf vom Verkehr. Dabei hat die Ostvariante die größeren Vorteile. Sie sollte gebaut werden“, sagt er. 

Am 8. März hatten die Ottendorfer mehrheitlich für Rico Pfeiffer gestimmt. Er holte mehr als 40 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei kam Rene Edelmann mit 34 Prozent. Auf Platz drei folgte Carsten Rybicki mit 9,5 Prozent. Da keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, sollte am 29. März der zweite Wahlgang stattfinden.

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