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Stirbt Dohnas Bibliothek?

Seit fast 130 Jahren hat die Stadt eine Bibliothek. Erst ging die Zahl der Leser zurück, jetzt ist nur noch zwei Stunden die Woche geöffnet.

Nur noch zwei Stunden in der Woche geöffnet: die Dohnaer Stadtbibliothek.
Nur noch zwei Stunden in der Woche geöffnet: die Dohnaer Stadtbibliothek. © Egbert Kamprath

Dohna hat eine der wohl ältesten Bibliotheken in der Region. 1891, also vor 129 Jahren, wurde sie mit der Einweihung der neuen Schule auf der Burgstraße eröffnet. 1938 zog sie an ihren jetzigen Standort schräg gegenüber der Schule. Und nun? Folgt bald das Aus? Nur noch zwei Stunden in der Woche ist die Bibliothek geöffnet. Und das dienstags zwischen 15 und 17 Uhr, womit wer arbeiten geht, schon mal vor verschlossener Tür steht. 

Drastisch zurückgehende Leserzahlen

Die Zahl der Nutzer ist von Jahr zu Jahr zurückgegangen. Im vergangenen Jahr hatte Dohnas Bibliothek noch 130 angemeldete Leser, die 1871 Titel entliehen. Nur die Zahl des Bestandes war gegenüber 2014 gestiegen.  Und das immerhin um rund 9.000 Titel. 2014 waren noch 429 Leser eingetragen, die 16.693 Bücher und andere Medien ausgeliehen hatten. Bibliotheken sind keineswegs aussterbende Spezies, wie andere Einrichtungen zeigen. 

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Die Bibliothek der Mühlbacher Schule war von 2010  bis  2016 von Dohna mit betreut worden. Als es 2016 eine erste Reduzierung der Arbeitszeit in der Bibliothek gab, fiel das weg. Und seither verliert die Bibliothek immer mehr an Bedeutung. Kein Personal - keine Öffnungszeiten und keine Veranstaltungen - keine Besucher. Ein Kreislauf, der automatisch im Aus endet?

Seit 1938 befindet sich die Bibliothek in diesem Gebäude auf der Burgstraße. Wie lange noch?
Seit 1938 befindet sich die Bibliothek in diesem Gebäude auf der Burgstraße. Wie lange noch? © Egbert Kamprath

Die Stadtverwaltung plant keine Schließung, sagt Müller. Ein Antrag müsste also aus dem Stadtrat kommen. Bisher hat der andere Themen und Sorgen. Den auf jeden Cent schauenden Freien Wähler wäre ein solcher Antrag prinzipiell zuzutrauen. Doch etwas zu schließen, damit macht man sich nicht beliebt. 

Zu den personellen Gründen für die nun stark reduzierten Öffnungszeiten sagt Bürgermeister Ralf Müller (CDU) aus Datenschutzgründen nichts. Abgesichert werden die wöchentlichen zwei Stunden von einer Mitarbeiterin des Archivs. 

Suche nach Alternativen

Klar ist, der Standort ist zwar historisch, aber nicht optimal. Stichwort Barrierefreiheit. Die ist nicht vorhanden und nur äußert schwer herzustellen. Das letzte, was in dem städtischen Gebäude der Bibliothek gemacht wurde, war 2018/19 die Erneuerung der  Elektrik.

Es muss also eine Alternative her, wenn Dohna seine Bibliothek behalten und wieder aufwerten will. Aus Sicht der Stadt sind mittelfristig der Markt 9 unmittelbar neben dem Rathaus oder auch das Gebäude, in dem sich die historische Buchdruckerei befindet, denkbar. Die Kosten dafür muss dann wieder der Stadtrat beschließen. Wie schnell das machbar ist, steht auf einem anderen Blatt. 

Denkbar wäre vielleicht eine zumindest inhaltliche Kooperation mit der Heidenauer Bibliothek. Davon könnte auch wiederum die Mühlbacher Grundschule wieder profitieren. Oder hat der Kulturverein Dohna eine Idee?

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