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Bierflasche auf den Kopf

Ein Waldheimer soll mit Drogen gehandelt haben. Das brachte ihn vor Gericht. Dort erzählt er eine seltsame Geschichte.

©  dpa (Symbolbild)

Von Helene Krause

An einem Sommerabend im Jahr 2018 wollte sich ein heute 21-jähriger Mann aus einem Ortsteil von Waldheim im Eichbergwald mit Freunden treffen. Doch ehe es dazu kam, tauchte ein Drogenhändler mit einem Freund auf. Sie bedrängten den Waldheimer, schlugen ihm eine volle Bierflasche auf den Kopf, zogen ihn in ihr Auto und fuhren zu seiner Wohnung. 

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So erzählte es der Mann vor dem Jugendschöffengericht. In der Wohnung hätten sie ihn gedrängt, Drogen zu verkaufen. Später sollen der Dealer und sein Freund den Angeklagten noch einmal aufgesucht haben, um ihn zu nötigen. Sie nahmen ihm den Wohnungsschlüssel, die Geldkarte und den Personalausweis ab.

Vorgeworfen wurde dem Waldheimer der unerlaubte Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in fünf Fällen. Der Beschuldigte war früher Drogenkonsument. Er schuldete dem Dealer 80 Euro. Doch der habe plötzlich 800 Euro verlangt. Um aus den Schulden herauszukommen, sollte der Angeklagte vom Händler Marihuana und Haschisch für acht Euro pro Gramm kaufen und die Drogen für elf Euro verkaufen. Das eingenommene Geld musste er dem Händler abliefern. 

Aus Angst habe er sich auf das Angebot eingelassen, so der Beschuldigte. Im Sommer 2018 erwarb er 100 Gramm Marihuana und verkaufte sie an drei Kunden. Von Weihnachten 2018 bis Februar 2018 kaufte er noch einmal eine Platte mit 100 Gramm Haschisch und 100 Gramm Marihuana. Auch davon verkaufte er etwas. Dann kam die Polizei dem Angeklagten auf die Spur.

Die Beamten fanden in seinem Rucksack mehrere Klipptütchen mit insgesamt 80,09 Gramm Marihuana und Haschisch, eine Platte mit 134 Gramm Haschisch sowie eine Feinwaage. Die Drogen hatten einen hohen Wirkstoffgehalt.

Das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richterin Marion Zöllner verurteilte den Beschuldigten wegen der angeklagten Taten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung. Jugendrecht kam bei ihm nicht zu Anwendung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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