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So läuft der Mini-Bierzug

Das größte Fest am Kottmar ist wegen Corona abgesagt. Das hält Pferdewirt Matutat nicht ab, eine kleine Version zu organisieren. Wieso, verrät er hier:

Winfried Matutat (2. von rechts) bringt mit weiteren Mitstreitern einen Mini-Bierzug auf die Straße. Der "große" ist wegen Corona abgesagt.
Winfried Matutat (2. von rechts) bringt mit weiteren Mitstreitern einen Mini-Bierzug auf die Straße. Der "große" ist wegen Corona abgesagt. © Rafael Sampedro

Ein Sommer ohne Bierzug? Das geht nicht!, sagte sich jetzt Winfried Matutat. Der Pferdewirt aus Ebersbach ist mit seinen Tieren immer dabei, wenn der Traditionsumzug am letzten Juniwochenende von Walddorf nach Eibau rollt. Er fährt Brauerei-Gespanne. 

Dieses Jahr findet das große Fest rund ums Bier wegen Corona aber nicht statt. Schon vor Wochen hatte die Gemeinde Kottmar den Eibauer Bierzug abgesagt, als bekannt wurde, dass Volksfeste bis zum Ende des Sommers verboten sind. Es ist seit 1993 das erste Mal, dass das Groß-Event gestrichen ist. Inzwischen wurde das Verbot sogar noch bis in den Herbst ausgeweitet, sodass weitere Feste betroffen sind. 

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Eine Mini-Variante des Eibauer Bierzugs wird es nun aber geben - und zwar zum üblichen Bierzug-Termin am letzten Juni-Sonntag. Die organisiert Winfried Matutat mit weiteren Mitstreitern auf eigene Faust. "Wir können doch nicht alles ausfallen lassen", sagt er. Die Menschen brauchen in diesen Zeiten mal wieder ein positives Zeichen, findet der Ebersbacher. Trotzdem ist ihm bewusst, dass es unter diesen besonderen Umständen, die Corona und die Einschränkungen nunmal mit sich bringen, nicht so laufen kann, wie immer. Deshalb, so betont Matutat, wird der Umzug nur in ganz kleinem Rahmen stattfinden. "Die Leute sollen auch nicht in Massen an der Straße stehen. Der Bierzug kommt zu den Menschen", erklärt er die Idee. Die Anwohner sollen in ihren Gärten hinterm Zaun bleiben und von dort aus zuschauen. 

Wo genau der kleine Bierzug entlang laufen wird, steht auch noch nicht konkret fest. "Wir treffen uns erst einmal an der Walddorfer Kirche und dann geht's los", sagt Winfried Matutat. Start soll am Sonntag um 11 Uhr sein. Man wolle nicht mit den Sonntags-Demonstranten an der B 96 kollidieren, die sich hier immer von 10 bis 11 Uhr zum "Stillen Protest" gegen die Corona-Maßnahmen treffen. 

Es gibt Bier aus Bautzen

Matutats Mini-Bierzug soll auch nicht an der B96 entlang verlaufen. Über parallel verlaufende Nebenstraßen soll es von Walddorf nach Eibau gehen - wo der Endpunkt ist, wird noch gemeinsam entschieden. "Schön wäre es, wenn wir beim Altersheim an der Jahnstraße vorbei könnten. Dann hätten die Senioren von ihren Fenstern aus was zu schauen", so Winfried Matutat. 

Auf die Strecke begeben werden sich zehn bis 15 Bilder. Der Pferdewirt hat einige Mitstreiter angesprochen - alle waren Feuer und Flamme für die Idee. Wie der Bierzug werden auch die Pferde mini sein, drei Pony-Gespanne fahren mit. Die Spedition Priebs will mit einem Oldtimer mitfahren, zählt Organisator Winfried Matutat auf. Auch das Technikmuseum Großschönau gehört zu den Mitstreitern. Und natürlich darf ein Bierwagen nicht fehlen. "Denn ums Bier geht es ja ursprünglich." Matutat hat die kleine Bautzner Brauerei Frenzel-Bräu als Mitstreiter gewonnen. Deren Wagen hatte er bereits in den Vorjahren mit seinem Gespann zum Bierzug gefahren. Für die kleine Variante des Bier-Umzuges hat er einen Mini-Bierwagen gebaut. Frenzel spendiert Bier und Limo. 

Mini-Bierzug ist eine Privat-Initiative

Der Mini-Bierzug ist eine reine Privatinitiative unter seiner Leitung, sagt Winfried Matutat. Die Gemeinde wirkt nicht mit, betont auch Bürgermeister Michael Görke (parteilos). Eine Genehmigung benötige er nicht, wenn er mit den Pferde-Gespannen die Straßen entlang fährt, so Matutat. Er sei dann ein normaler Verkehrsteilnehmer. Mit seinen Pferdewagen ist er auch sonst ab und an im Straßenbild zu sehen. 

Am 28. Juni nun will er mit seinen Vierbeinern dafür sorgen, dass eines der größten Volksfeste in der Region nicht in der Corona-Pandemie in Vergessenheit gerät. "Wir wollen an den großen Bierzug erinnern. Es soll ein Signal an die Leute sein, dass es weitergeht." 

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Übrigens: vor einigen Jahren stand der Eibauer Bierzug schon mal auf der Kippe. Da wollte die Straßenbehörde der Gemeinde die Sperrung der B96 für den Umzug verwehren. Eine Bierzug-Route über die Nebenstraßen ist aber in der normalen Größenordnung des Bierzuges mit knapp 100 Bildern und Tausenden Zuschauern schlicht unmöglich. Die Gemeinde setzte sich durch und der Bierzug konnte auch weiterhin wie gewohnt stattfinden. So wie auch im nächsten Jahr wieder in der gewohnten Form, das Datum dafür steht bereits: "Wir freuen uns alle schon jetzt auf den nächsten Bierzug am 27. Juni 2021", heißt es auf der offiziellen Bierzug-Seite im Internet.

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