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Freital

Bike-Park kommt ins Rollen

Der Birkenwäldchen-Verein bekommt Geld für den Freitaler BMX-Parcours auf der alten Halde in. Eines aber fehlt noch.

Ab durch die Luft: Beim Dirtbike geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um Geschick auf dem Rad.
Ab durch die Luft: Beim Dirtbike geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um Geschick auf dem Rad. © Karl-Ludwig Oberthür

Es geht steil bergan, Birken säumen rechts und links den schmalen, staubigen Pfad. Oben angekommen, öffnet sich eine kleine Lichtung. Verschiedene Wege verschwinden im Gehölz. „Trails“ nennt Martin Trepte die Pfade. Der 34-Jährige steht dem neugegründeten Verein Birkenwäldchen vor. Doch es geht den Mitgliedern weniger um die Natur, sondern mehr ums Radfahren. Dirtbiker nennen sich die Mitstreiter vom Birkenwäldchen-Verein. Ihr Tummelplatz ist eine alte Halde aus der Zeit des Steinkohlebergbaus bei Zauckerode. Für das Areal gibt es jetzt richtig viel Kohle. Für insgesamt 124 000 Euro kann der Verein das Gelände zum Bike-Park ausbauen. Am Mittwochnachmittag übergaben Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU) und Innenminister Roland Wöller (CDU) die Schecks. Je 62 000 Euro kommen von der Stadt und vom Land Sachsen.

Dirtbike ist die Weiterentwicklung des BMX-Sports mit Mountainbikes. Die Räder haben kleine, wendige, stabile Rahmen, und dienen dazu, auf schmalen Wegen über Sprungschanzen, Buckelpisten oder durch Kurven zu heizen. Dabei werden artistisch anmutende Sprünge, Drehungen oder Saltos eingebaut. Für Martin Trepte ist es auch ein Lebensstil. „Es geht nicht nur um den Sport“, sagt der 34-Jährige. Die Gelände-Künstler sind eine Gemeinschaft, für die die Natur ein Spielplatz mit vielen Möglichkeiten ist. Auf ihren Rädern testen sie die Grenzen aus, körperliche wie physikalische und verschieben sie mit viel Trainingsfleiß und Spaß immer ein bisschen weiter.

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Der obere Teil des Birkenwäldchens – mit 8 500 Quadratmetern so groß wie ein Fußballplatz – ist dafür das ideale Gelände. Die Halde war bereits in den 70er- und 80er-Jahren bei Jugendlichen beliebt, die mit ihren Simsons durchs Gelände knatterten. Später kamen die Kids auf ihren BMX-Rädern und dann in den 90er-Jahren die Mountainbiker. Sie alle drückten dem Birkenwäldchen, welches auf der Halde wuchs, ihren Stempel auf. Martin Trepte rollte erstmals 2002 durch das Gebiet. Mit seinen Kumpels legte er bald neue Trails an, baute Schanzen und verstärkte die Kurven – heimlich, in Handarbeit, spontan.

Doch nun denken die Biker größer. Immer nur so halblegal – das wollen sie nicht mehr. Das Birkenwäldchen soll eine richtige Sportanlage und offizielles Trainingsgelände des neu gegründeten Vereins werden. Über die Stadt wurden Fördermittel für einen Um- und Ausbau beantragt.


© SZ:Grafik

Das Gelände soll zunächst eingezäunt und eine Zufahrt, auch für Rettungsdienste, angelegt werden. Zudem erfolgen der Ausbau und die Neuprofilierung der Trails, Bahnen und Hindernisse. Das kostet etwa 125 000 Euro. Angeboten und trainiert werden sollen drei Disziplinen. Beim Dirt Jump oder Sloope Style fahren die Biker immer leicht bergab über Hügel und Hindernisse und führen bei den Sprüngen Tricks in der Luft aus. Beim Pump Track treten zwei Fahrer parallel gegeneinander an und fahren über Bodenwellen, wobei sie nicht pedalieren, sondern mit einer pumpenden Körperbewegung Geschwindigkeit aufnehmen. Der Trail Ride oder Free Ride ist ein Rundkurs mit Hindernissen, Kurven und Schanzen, den es möglichst schnell und sturzfrei zu bewältigen gilt.

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Für die Freitaler BMX-Sportler geht mit dem Bau ein Traum in Erfüllung. „Wir tun das aber nicht nur für uns“, sagt Vereins-Chef Trepte. Er hat vor, Interessierte aus ganz Freital anzulocken und vor allem für Jugendliche aus der unmittelbarer Umgebung Anlaufpunkt und Auffangstation zu sein. „In Zauckerode wohnen viele Kids, die nachmittags nichts zu tun haben. Die können alle zu uns kommen. Wir sehen uns da auch in einer sozialen Verantwortung.“ Trepte denkt an Schnupperkurse und feste Trainingsgruppen. An Wochenenden soll der Bike-Park auch Nichtmitgliedern offen stehen. Was noch fehlt, ist die Baugenehmigung. Die will der Verein nun beantragen. Ein Planungsbüro hilft dabei. Liegen alle Genehmigungen vor, kann der Baustart erfolgen. Ob es noch in diesem Jahr losgeht, ist ungewiss.