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Bilder aus dem menschenleeren Görlitz

Kontrastreicher geht es kaum: Straßen und Plätze der Stadt sind leer gefegt, aber Super- und Baumärkte zogen die Menschen am Sonnabend an.

Von Daniela Pfeiffer & Susanne Sodan
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Heiß auf Eis ist im Moment wohl niemand. Heiß aufs Rausgehen auch kaum noch jemand.
Heiß auf Eis ist im Moment wohl niemand. Heiß aufs Rausgehen auch kaum noch jemand. © Nikolai Schmidt

Görlitz im Corona-Ausnahmezustand: Auch wenn der behördliche noch nicht angeordnet wurde - es fühlte sich am Sonnabendvormittag schon so an. 

Menschenleere Straßen, die Stadt wie ausgestorben. Ob auf der Shoppingmeile Berliner Straße oder in der Kern-Altstadt, wo am Wochenende normalerweise die Touristen flanieren - überall waren nur noch ganz vereinzelt Leute unterwegs. Was sollten sie auch hier, die Geschäfte sind zu, die Corona-Gefahr wird immer greifbarer und bedrohlicher, die Warnungen und Mahnungen von Regierung und Gesundheitswesen sind inzwischen bei den meisten angekommen und verstanden worden. Beinahe das einzige Geräusch auf dem Untermarkt: wie die Flaggen vor dem Rathaus im Wind wehen und ihre Aufhängungen klappern. 

Selbst auf der Berliner Straße sind nur vereinzelt Menschen unterwegs.
Selbst auf der Berliner Straße sind nur vereinzelt Menschen unterwegs. ©  Nikolai Schmidt
Am Untermarkt: Auch hier sind die Geschäfte zu.
Am Untermarkt: Auch hier sind die Geschäfte zu. ©  Nikolai Schmidt
Diese Taube hat den Marienplatz mal ganz für sich.
Diese Taube hat den Marienplatz mal ganz für sich. ©  Nikolai Schmidt
Blick in die leere Steinstraße.
Blick in die leere Steinstraße. ©  Nikolai Schmidt
Hier hätte es heute das samstägliche Getümmel gegeben: Stattdessen musste auch der Wochenmarkt auf der Elisabethstraße am Freitag schließen. 
Hier hätte es heute das samstägliche Getümmel gegeben: Stattdessen musste auch der Wochenmarkt auf der Elisabethstraße am Freitag schließen.  ©  Nikolai Schmidt
Die Bäckerei Dreißig am Postplatz und ihr Straßencafé.
Die Bäckerei Dreißig am Postplatz und ihr Straßencafé. ©  Nikolai Schmidt
Nichts los in der Straßburgpassage. Auch hier sind die Geschäfte zu.
Nichts los in der Straßburgpassage. Auch hier sind die Geschäfte zu. ©  Nikolai Schmidt
Wo sonst die meisten Bänke besetzt sind, ist am Sonnabend niemand zu sehen: der Görlitzer Marienplatz.
Wo sonst die meisten Bänke besetzt sind, ist am Sonnabend niemand zu sehen: der Görlitzer Marienplatz. ©  Nikolai Schmidt
Blick auf die Görlitzer Touristinformation und in die Brüderstraße. Doch auch hier ist nichts wie sonst. 
Blick auf die Görlitzer Touristinformation und in die Brüderstraße. Doch auch hier ist nichts wie sonst.  ©  Nikolai Schmidt
Menschenleerer Untermarkt.
Menschenleerer Untermarkt. ©  Nikolai Schmidt
Der Marienplatz ist leer gefegt, was ausnahmsweise gut so ist.
Der Marienplatz ist leer gefegt, was ausnahmsweise gut so ist. ©  Nikolai Schmidt
Leere Regale bei Kaufland.
Leere Regale bei Kaufland. © privat
Kaufland rationiert bestimmte Artikel. Trotzdem ist am Sonnabendnachmittag manches davon ausverkauft.
Kaufland rationiert bestimmte Artikel. Trotzdem ist am Sonnabendnachmittag manches davon ausverkauft. © privat

Anderes Bild in den Märkten

Dennoch: Ein ganz anderes Bild bei Super- und Baumärkten: Hier waren die Parkplätze voll wie immer. Doch es wurde aufgepasst, dass nicht zu viele auf einmal reingehen. So gab es beispielsweise bei Hornbach einen Einlassdienst, der nicht mehr als 100 Leute hineinließ. Pro Familie durfte außerdem nur ein Mitglied rein. Auch drinnen hohe Sicherheitsvorkehrungen: Absperrbänder vor den Kundenberatungsständen, damit ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten wird. Dafür gab es 50 Prozent Preisnachlass auf alle Pflanzen.  

Ein ähnliches Bild auch bei Edeka in Kodersdorf: Hier wurde ebenfalls nur eine bestimmte Zahl an Kunden eingelassen. Wie auch beispielsweise bei Kaufland sitzen die Kassiererinnen inzwischen hinter Plexiglas. Auf Facebook bittet der Edeka-Markt in Kodersdorf seine Kundschaft um Verständnis, wenn es angesichts der Situation mal zu Warenengpässen und längeren Wartezeiten kommen sollte. Zudem wird um bargeldloses Bezahlen und einen Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen gebeten.  

Supermärkte regulieren Einlass

Bei Kaufland in Weinhübel hängen an den Betonträgern zwischen den Regalen Hinweisschilder mit der Bitte, zwei Meter Abstand zu den Mitmenschen zu halten. Im Großformat hängt der Hinweis auch an der Eingangstür. Und in regelmäßigen Abständen schallt er aus den Lautsprechern. Gar nicht so einfach. An diesem Sonnabendnachmittag  schafft man es einigermaßen, die Zwei-Meter-Regel einzuhalten.  Es wirkt ruhiger als sonst. Betrieb, aber nicht übermäßig. Damit das so bleibt, wird auch bei Kaufland ab Montag der Einlass der Kunden reguliert, erklärt ein Sicherheitsmann. Dann wird darauf geachtet, dass maximal 200 Personen auf einmal im Geschäft sind. 

Bodenmarkierungen für 2-Meter-Regel

Einmal Toilettenpapier, zweimal Nudeln und Reis, zweimal Seife. Solche Schilder, auf denen um Fairness beim Einkauf gebeten wird, sieht man derzeit in vielen Supermärkten. 
Einmal Toilettenpapier, zweimal Nudeln und Reis, zweimal Seife. Solche Schilder, auf denen um Fairness beim Einkauf gebeten wird, sieht man derzeit in vielen Supermärkten.  © privat

Um die Zwei-Meter-Regel für die Praxis etwas einfacher zu machen, sind an den Kassen bei Kaufland Abstands-Markierungen auf dem Boden angebracht worden für die Kunden in der Schlange. Viele scheinen sich daran zu halten, andere gar nicht. Die Kassierer und Kassiererinnen sitzen hinter einer Plexiglasscheibe. Noch ein Provisorium, sagt ein Mitarbeiter. Die Scheiben reichen nicht ums Eck der Kasse herum. Das soll kommende Woche noch verbessert werden, um die Mitarbeiter zu schützen. (mit SZ/sg)

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