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Bilder voller düsterer Schönheit

In Rabenau läuft eine Schau mit Werken von Curt Querner. Viele der 42 Bilder sind erstmals öffentlich zu sehen.

Von Annett Heyse

Nein, gekannt hat er den Meister nicht. Dennoch würde Klaus Teetz jederzeit dessen Bilder erkennen. „Dieser Stil, diese Farben; das ist einfach unverwechselbar“, schwärmt er. Dabei ist Teetz gar kein Kunsthistoriker, sondern Metallurge. 1993 baute er in Börnchen ein Haus und zog zufällig in die unmittelbare Nachbarschaft eines Gebäudes, in dem der große Maler einst geboren wurde und bis zu seinem Tod überwiegend lebte.

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Irgendwann entdeckte Teetz die ersten Bilder von Querner und begeisterte sich für den Malstil. Jetzt steht der Rentner im Stuhlbaumuseum Rabenau, wo vor Kurzem eine große Schau eröffnet wurde. Anlass war der 110. Geburtstag des Malers, der für seine düsteren Landschaften und Porträts bekannt wurde. Teetz hat die Schau maßgeblich mitgestaltet, wie übrigens schon die Ausstellung 2004 in Possendorf – damals anlässlich des 100. Geburtstages. In Rabenau werden nun 42 Werke überwiegend aus Privatbesitz gezeigt, bis auf drei Bilder waren alle noch nie öffentlich ausgestellt.

Es sind Querners düstere Landschaften, aber auch Porträts von Familienmitgliedern und Bildnisse wie die berühmten Motive vom Bauern Rehn, die in Rabenau nun zu sehen sind. Das älteste Werk stammt von 1940, das jüngste von 1974. Es sind Aquarelle dabei, Ölbilder, Graphitzeichnungen – die Rabenauer präsentieren somit einen Querschnitt durch das Schaffen des berühmtesten Einwohners von Börnchen. Gerne hätte man in seiner Heimatgemeinde die Schau gezeigt, doch Räume gab es dort dafür nicht, was für Querelen im Vorfeld der Ausstellung sorgte. Dass die Bilder nun in Rabenau gezeigt werden, hat auch biografische Bezüge: Oft genug kam Querner in den Zwanzigerjahren in die Gegend, um seine selbst gefertigten Stricke und Seile an den Haustüren anzubieten. So finanzierte er sich seine Malutensilien und auch sein Studium an der Dresdner Kunstakademie, das er 1926 dort aufnahm.

Querner hatte ein unglaubliches Arbeitspensum. Ein Werkverzeichnis kommt auf 3 550 Bilder, abzüglich der Werke, die beim Bombenangriff im Februar 1945 in seiner Dresdner Wohnung verbrannten. „Aber ich allein habe noch weitere 150 gesehen, man kann also davon ausgehen, dass es weitere Werke im höheren dreistelligen Bereich gibt“, berichtet Klaus Teetz.

Weil Querner, der 1976 verstarb, Zeit seines Lebens mit seiner Kunst nicht viel Geld verdiente, porträtierte er immer wieder die gleichen Modelle. Das Bild des Bauern Rehn beispielsweise gibt es dutzendfach. „Nur ich habe noch keines“, sagt Teetz und nimmt die Situation mit Humor: „Wenn jemand mal eines angeboten bekommt, kann er sich gerne bei mir melden.“ Teetz liebt die düstere Schönheit von Querners Werken. Die erdfarbenen Landschaften, mit ihren Schneeresten beispielsweise. „Er liebte die Übergangsjahreszeit, vor allem die zwischen Winter und Frühjahr“, sagt Teetz. Die Vorliebe fürs Schmuddelwetter passte wohl zur Persönlichkeit, zum Wesen des Malers. Er sei mit Sicherheit keine Frohnatur gewesen, da ist sich Teetz sicher. Seine Selbstporträts wie auch die Bildnisse anderer zeigen so auch immer wieder Menschen mit herben Gesichtszügen. Menschen, die wenig Glück im Leben hatten, dafür viel harte Arbeit und ein karges Einkommen – wie der Künstler selbst.

Zu sehen ist die Schau im Stuhlbaumuseum Rabenau bis zum 9. Juni, immer dienstags bis donnerstags 10 bis 16 Uhr, freitags 10 bis 14 Uhr sowie sonn- und feiertags 13 bis 17 Uhr.