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Bilder zeigen die Via Regia

Eine neue Ausstellungist jetzt im Rathaus Königsbrück zu sehen.Am Sonnabend wirdsie offiziell eröffnet.

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Von Manuela Reuß

Joachim Hennigs Bilder sind freundlich – so wie er. Insgesamt 62Aquarelle und Pastelle in harmonischen warmen Farben zeigt der 80-jährige Zittauer jetzt im Königsbrücker Rathaus. „Entlang der Via Regia“ heißt die Schau, die am Sonnabend, 15Uhr, offiziell eröffnet wird. Sie zeigt Motive, die der Maler auf einem Teilstück des mittelalterlichen Handelsweges zwischen Königsbrück und Lauban entdeckte. Bis Ende April können Rathausbesucher Hennigs Bilder betrachten.

Vor vier Jahren lud ihn die Chefin des Rietschel-Kulturringes Pulsnitz, Sabine Schubert, ein, zu seinem 80.Geburtstag eine Ausstellung zu gestalten. Damals, noch bevor die Wiederbelebung für den historischen Handelsweg in Gang kam, sei die Idee für das Via Regia Projekt entstanden, verrät der Künstler. Vier Jahre lang arbeitete er beharrlich an der Umsetzung, durchforstete Archive und Bibliotheken, führte Gespräche mit Wissenschaftlern und Vereinsmitgliedern, studierte die Gegend vor Ort.

„Die Zeit hat gerade so gereicht“, erzählt er. Dabei konnte er auf die Hilfe vieler Mitstreiter zählen, auch auf die des inzwischen leider verstorbenen Vizepräsidenten der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, Dr. Matthias Herrmann. „Wenn er mir nicht viele Türen zu Leuten und Materialien geöffnet hätte, wäre die Ausstellung in der Kürze der Zeit nicht machbar gewesen.“ Denn Joachim Hennig begnügt sich nicht damit, Bilder auszustellen, er verfasst auch Texte dazu. Für sein aktuelles Projekt musste der gebürtige Johnsdorfer dabei ein wenig tiefer in sein Lieblingshobby Geschichte eintauchen.

Auftakt zum 80. Geburtstag

Pünktlich zu seinem runden Geburtstag im Oktober vorigen Jahres war die Ausstellung dann in Pulsnitz zu sehen. Nun kommen die Königsbrücker in den Genuss, vertraute Orte mit den Augen des Zittauer Malers zu sehen. Ganz aktuell erschien jetzt mit Unterstützung der Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund gGmbH Reichenbach/Krobnitz auch eine Broschüre zur Ausstellung.

Die Malerei entdeckte der agile Zittauer vor etwa 20Jahren für sich. In jungen Jahren hatte er sie aus seinem Leben verbannt. Denn als junger Mann wollte er Kunstmaler werden. Doch das zerschlug sich in den Nachkriegswirren. Verbittert beschloss er damals, nie wieder einen Pinsel anzurühren. Aber nach dem Tod seiner Frau rieten ihm Freunde, wieder zu malen.

Noch bis Oktober stellt der 80-Jährige, der übrigens auf staatliche Zuwendungen verzichtet, seine Via Regia-Bilder aus. Nach Königsbrück steht Schloss Krobnitz als Ausstellungsort auf dem Plan, danach Lauban. Weitere Ausstellungen gibt es nicht, sagt der Maler. „Dafür hab ich keine Zeit mehr.“ Gut zwei Jahre würde er brauchen, um neue Bilder für eine Ausstellung zu schaffen. Nahezu alles, was Joachim Hennig bisher malte, ist verkauft. Auch in der aktuellen Ausstellung sind viele Bilder reserviert.

Dass der Zittauer im Rathaus ausstellt, verdankt Ausstellungskoordinatorin Sonita Bellinghausen einem Treff zwischen dem Maler und Bürgermeister Jürgen Loeschke. Hennig begeisterte, wie sich Königsbrück für die Via Regia ins Zeug legt. „Da wird was Konstruktives gemacht und nicht nur gelabert.“