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Bildstöcke am Rande von Wanderwegen

Auch in Dippoldiswalde und Freital findet man Kulturgüter wie Marter, Bildsäulen bzw. Bildstöcke. So könnte ein Besuch des Lohgerber-, Stadt- und Kreismuseums in Dipps oder der Städtischen Sammlungen...

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Von Manfred Gärtner

Auch in Dippoldiswalde und Freital findet man Kulturgüter wie Marter, Bildsäulen bzw. Bildstöcke. So könnte ein Besuch des Lohgerber-, Stadt- und Kreismuseums in Dipps oder der Städtischen Sammlungen auf Schloss Burgk zu Freital mit einer Kurzwanderung zu diesen andachtsvollen Stätten verbunden werden.

In Dipps befinden sich gleich drei dieser Säulen, früher am Wegesrand stehend, wo Reisende dereinst im Gebet göttlichen Schutz und Beistand erflehten. Schräg gegenüber der Gaststätte „Reichskrone“ steht an der Stelle des ehemaligen Niedertores am Niedertorplatz, Ecke Brauhofstraße/Mittelgasse, so ein Sandsteinbildstock. Die Gesamthöhe beträgt 2,55 Meter, davon die Sechsecksäule mit Sockel zu 165 Zentimetern, das Kopfteil mit Spitzdach zu 90 Zentimetern. Das Säulenunterteil ist vor Jahren erneuert worden.

Teile sind unterschiedlich alt

Anlässlich der Umsetzung dieser Säule an diesen Standort im Jahre 1935 erhielt die Nische ein neues Bild, einen auf Kupfer gemalten betenden Bergmann. Der „Zahn der Zeit“ wirkte so, dass es entfernt und eingelagert wurde, weshalb wir in eine gähnende Leere blicken, es sei denn, man hat auf der Bank dahinter Platz genommen. Es handelt sich auch hier nicht um eine der Thelersäulen, die bei einer späteren Wanderung aufgesucht werden.

Eine weitere Säule steht auf dem Kirchplatz. Sie hat einen viereckigen Säulenschaft und ein würfelförmiges Kopfstück mit vier Bildnischen, davon drei mit Darstellungen. Eine Nische ist leer. Die „Knebelchronik“ beschreibt die Nischendarstellungen wie folgt: Kreuzigungsgruppe – links zwei Männer, die sich die Hände reichen – rechts zwei unbestimmbare Gestalten. In der „Eichler-Fiebel“ erfolgt die Darstellung diffiziler. Es ist bereits der dritte Standort des aus drei Teilen unterschiedlichen Alters zusammengesetzten Bildstockes.

Wandern wir nun zum Rosenpark im Straßendreieck Große Mühlstraße-Weißeritzstraße-Kleine Mühlstraße. Hier wurde eine geschichtlich wichtige alte, aber schon an ihren beiden vorherigen Standorten verstümmelte Betsäule in ein Denkmal eingearbeitet. Es ist dem Gedenken Gabriel Friedrichs gewidmet. Er hatte 1630 in Dipps das Amt des Bürgermeisters übernommen. Schließlich erfasst der Dreißigjährige Krieg (1618/48) auch unsere Gegend. Die Stadtmauer wurde befestigt, die Bürgerwehr organisiert und Waffen aus Dresden waren angeliefert.

Am 4.September 1632 griffen mehrere Tausend Soldaten die Stadt an, die sich schließlich ergeben musste. Bürgermeister Gabriel Friedrich floh, wurde aber von Dragonern und Kroaten eingeholt und hier niedergemetzelt. 205 Jahre später wurde an 4. September 1837 dieses Bürgermeister-Friedrich-Denkmal eingeweiht.

Im Sommer 2007 war durch die SZ bereits die neu errichtete Betsäule in Quohren ins Blickfeld der „vorbeipilgernden“ Wanderer und historisch interessierten Bürger gelangt. Durch die Veröffentlichung von Ulrich Eichler „Marter und Bildstock – Betsäulen in Sachsen“ hat man eine Fibel zur Hand, die mit diesen denkwürdigen Zeugen vergangener Jahrhunderte bekannt macht. (Fortsetzung folgt)

Literatur: - Ulrich Eichler „Marter und Bildstock-Betsäulen in Sachsen“ - Konrad Knebel „Geschichte der Stadt Dippoldiswalde“ Stadtplan von Dippoldiswalde

Zusatzinfo: 0351/4714802