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Biofilter soll Gestank aus Leisnig vertreiben

Die Firma Heiche hat dafür einen Bauantrag gestellt. Das soll aber nicht das einzige Bauprojekt in nächster Zeit bleiben.

Die Firma Heiche Oberflächentechnik will auf ihrer Betriebsstätte in Leisnig einen Biofilter installieren. Der soll dazu beitragen, den Gestank zu minimieren, über den sich Anwohner vor einiger Zeit massiv beschwert haben.
Die Firma Heiche Oberflächentechnik will auf ihrer Betriebsstätte in Leisnig einen Biofilter installieren. Der soll dazu beitragen, den Gestank zu minimieren, über den sich Anwohner vor einiger Zeit massiv beschwert haben. © Dietmar Thomas (Archiv)

Leisnig. Ein reichliches Jahr ist es mittlerweile her, dass sich Leute, die in der Nähe des Leisniger Gewerbegebietes wohnen, in einer Ratssitzung über Gestank beschwert haben. Zumindest das letzte Mal öffentlich. Schon vor Jahren hatte es aus diesem Grund Beschwerden gegeben. Danach war lange Zeit nichts passiert.

Es rieche nach einer Art Lösungsmittel, beschrieb der damalige CDU-Stadtrat Dirk Morgenstern, was auch er hin und wieder auf seinem Grundstück am Rande der Altstadt wahrnimmt. Der Gestank soll von der Firma Heiche Oberflächentechnik ausgehen. 

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Das Unternehmen erklärt die Geruchsbelästigung mit dem Verfahren der kathodischen Tauchlackierung: Der Lack wird eingebrannt, die Dämpfe werden über den Schornstein abgeführt. Der Firmenleitung war das Problem nicht unbekannt. Dieses soll jetzt, nachdem es entsprechende technische Lösungen gibt, angepackt werden.

Deshalb haben sich die Mitglieder des Technischen Ausschusses zuletzt mit einem Bauantrag beschäftigt. Der hat die Errichtung eines Biofilters sowie eines Blockheizkraftwerkes auf dem Gelände des Betriebes am Gorschmitzer Weg im Gewerbegebiet zum Inhalt. „Der Einsatz eines solchen Biofilters hat sich bei einem Vergleichsprojekt bewährt“, teilte Bürgermeister Tobias Goth (CDU) mit. 

Die Kommune steht mit dem Unternehmen sowie verschiedenen Behörden der Kreisverwaltung noch enger im Kontakt, seit es im März 2019 die neuerlichen Beschwerden gegeben hat.

Wie Bauamtsleiter Thomas Schröder erklärte, wird sich der Filter in einer Art Container befinden. Als Standort dafür ist die südwestliche Seite des Firmengebäudes vorgesehen, auf dem sich bislang ein Blockheizkraftwerk (BHKW) befindet. Aus dem beziehe der Betrieb die für die Produktionsgebäude benötigte Wärme. 

Dieses BHKW werde zurückgebaut und ein neues an anderer Stelle errichtet. Weil dafür zu ebener Erde nach bereits mehrfach erfolgten Erweiterungen zu wenig Platz auf dem Gelände ist, wolle Heiche sozusagen in die Höhe bauen und das Kraftwerk auf einer Art Gestell errichten.

Gegen diese Vorhaben und auch die Art der Ausführung hatten die im Technischen Ausschuss mitarbeitenden Stadträte und die fachkundigen Bürger nichts einzuwenden. Sie alle hoffen, dass sich diese Investitionen auszahlen und die Geruchsbelästigungen aufhören beziehungsweise auf ein Minimum reduziert werden können. Nach Darstellungen des Bauamtsleiters arbeite der Biofilter mit Bakterien. Über die würden die Abgase gereinigt – und im Sinne der Anwohner dann idealerweise auch geruchsneutral.

Dass die Abluft nicht schädlich ist, das hatte Heiche mehrfach bei behördlichen Messungen nachweisen können. Die Werte seien stets unbedenklich gewesen, hatte Geschäftsführer Jörg-Michael Zwicker dem Döbelner Anzeiger gesagt. Trotzdem habe er die Beschwerden der Nachbarn nachvollziehen können.

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