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Biohotel Helvetia muss wieder schließen – diesmal planmäßig

Das Haus wird hochwassersicher umgebaut. Die Mitarbeiter gehen in Kurzarbeit oder lernen bei einem Bestsellerautor.

Von Gunnar Klehm

Als sich die Elbe im Juni im Haus einquartierte, ging alles drunter und drüber. Was nicht niet- und nagelfest war, konnte aber gerettet werden.

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Nur drei Wochen später öffnete das Biohotel Helvetia in Schmilka wieder für zahlende Gäste. Ausgestanden ist das Hochwasser aber noch lange nicht. Das Drama wirft einen langen Schatten. Die notwendigen Baumaßnahmen können nicht mehr länger aufgeschoben werden. Deshalb wird das Hotel mit seinen 44 Betten nun vorübergehend bis Ostern geschlossen.

Ohne Sauna und Wellness geht nichts

Besonders die Sauna in der Villa Waldfrieden und der zugehörige Wellnessbereich waren den Fluten zum Opfer gefallen. „Ohne diesen Bereich ist eine Winteröffnung des Hotels weder sinnvoll, noch wirtschaftlich tragbar“, erklärt Madlen Riedel vom Biohotel Helvetia. Es hätte vielleicht geholfen, wenn die Toskana-Therme in Bad Schandau als Alternative für Gäste zur Verfügung gestanden hätte. Doch auch die Therme ist noch planmäßig bis Ostern geschlossen, um dort alle Hochwasserschäden zu beseitigen.

In der Sommersaison spielte das nicht so eine große Rolle. Im Juli lief das Geschäft noch etwas schleppend. Aber ab August war das Haus wieder voll. „Das war die absolut richtige Entscheidung, schnell wieder zu öffnen und die Reparaturen auf die Wintersaison zu verschieben – auch für die Mitarbeiter“, betont Madlen Riedel. Doch für November gab es kaum noch Anfragen, die Zeit fürs Reparieren ist gekommen.

Für das Biohotel Helvetia ist die fünfmonatige Schließzeit auch nur der erste Bauabschnitt. „Es wird viel Energie in eine nachhaltigere und hochwassersichere Lösung investiert, damit die Wassermassen das Hotel nicht wieder so in Mitleidenschaft ziehen“, erklärt Madlen Riedel. Unter anderem soll wasserabweisendes Dämmmaterial verwendet, die Technik mobiler gemacht und umverlegt werden. In dem Umbaukonzept ist jetzt schon ein zweiter Bauabschnitt im Winter 2014/15 eingeplant. Die Teilung der Maßnahme gibt es aus zwei Gründen. Zum einen will man treuen Bio-Gästen und Restaurantbesuchern nur eine möglichst kurze, baubedingte Abwesenheit zumuten. Zum anderen sei ein zeitlich kompakter Zeitraum auch günstiger, um die 32 Mitarbeiter zu halten.

Koch schult sich in veganer Küche

Dafür hofft das Unternehmen auch auf die Unterstützung der Agentur für Arbeit, denn ohne Kurzarbeit für wenige werde das kaum funktionieren. Doch es gibt auch andere Varianten. „Einige werden zeitweise auf dem Weihnachtsmarkt vor der Frauenkirche in Dresden am Stand des Mühlenbäckers Beschäftigung finden“, sagt Madlen Riedel. Zu einer ganz besonderen Art der Weiterbildung nutzt Koch Christoph Vogt die Pause. Er wird in dieser Zeit in Berlin im Mio Matto arbeiten, bei Vegankoch Björn Moschinski. Dieser betreibt auch das noch bekanntere Restaurant Kopps in Berlin. Er bietet nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „kreative, vegane Küche, italienisch-mediterran mit globalen Einflüssen, handmade“ an. Moschinski ist inzwischen einer der Stars der veganen Küche. Sein erstes Kochbuch „Vegan kochen“ war ein voller Erfolg. Inzwischen hat er ein zweites veröffentlicht und dieses Jahr auf der Buchmesse in Leipzig vorgestellt.

Das passe genau in das Konzept des Biohotels Helvetia. Deshalb könne es nur gut sein, wenn Mitarbeiter sich diesbezüglich immer mehr Fähigkeiten aneignen. Gäste dürfen gespannt sein, was es dann nach Wiedereröffnung spätestens zu Ostern Neues auf der Karte geben wird.