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Birkenhof-Verein löst sich auf

Die Mitglieder des Hartauer Vereins haben alle Tiere abgeschafft und das Ende beschlossen. Die Ideen und Aktivitäten sollen aber weiterleben - durch andere.

Von Jan Lange
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Ein Bild aus vergangenen Tagen: Derzeit gibt es auf dem Birkenhof in Hartau keine Tiere mehr und der Birkenfarm-Verein befindet sich in Auflösung.
Ein Bild aus vergangenen Tagen: Derzeit gibt es auf dem Birkenhof in Hartau keine Tiere mehr und der Birkenfarm-Verein befindet sich in Auflösung. ©  Archivfoto: Matthias Weber

Dass Kinder Tiere füttern und Ställe ausmisten, gehörte auf dem Birkenhof in Hartau in den vergangenen Jahren zum vertrauten Bild. Damit ist vorerst Schluss. Der Birkenhof-Verein, der die Freizeitaktivitäten für Kinder organisierte, hat alle Tiere abgeschafft, wie die ehemalige Vereinschefin Helga Herfort der SZ bestätigt. Dem Hartauer Verein fehle es an jugendlichem Nachwuchs und Fachpersonal. Aus diesem Grund haben die Mitglieder des Vereins bei ihrer jüngsten Versammlung auch eine folgenreiche Entscheidung getroffen: die Auflösung des Vereins.

Dieser Entschluss habe weh getan, sagt Helga Herfort, aber letztlich hätten die Mitglieder angesichts der aktuellen Situation nicht anders entscheiden können. Zuletzt zählte der Birkenhof-Verein noch elf Mitglieder. Die Auflösung werde einige Monate dauern, erklärt die frühere Vorsitzende. "Es läuft sachte aus." Deshalb werden auch nicht alle Aktivitäten von heute auf morgen eingestellt. Die Kindercamps soll es zum Beispiel auch im nächsten Jahr noch geben. Vereinsmitglied Beate Hauser wird die Organisation und Durchführung übernehmen.

Spielplatz bleibt erhalten

Wie es danach weitergeht, liegt in der Entscheidung von Mike Wohne und seinem Gaiatreeschool-Verein. Er ist Erbbaupächter des Birkenhofs, hat in der früheren Kindertagesstätte ein Yoga- und Meditationszentrum eingerichtet. Gegenüber der SZ erklärt Wohne, dass er davon ausgeht, dass es weiterhin Camps geben wird - vielleicht als Familien-Yoga-Wochenenden. "Da gehen die Teilnehmer auch ins Theater oder backen Brot, aber es sind weitere Komponenten dabei."

Auch sonst will er die Aktivitäten des Birkenhof-Vereins nach Möglichkeit weiterführen. So sollen die Kooperationen mit tschechischen Partnern erhalten werden. Wohne kann sich auch vorstellen, wieder ein paar Tiere anzuschaffen, vielleicht ein paar Schafe und Kaninchen. Das freut Helga Herfort. Anliegen des Birkenhof-Vereins sei es auch gewesen, den Kindern traditionelles Handwerk und Dorfleben näher zu bringen. "Kaum jemand hat heute mehr Tiere auf dem Dorf", meint sie.

Um den Aktivspielplatz will sich der Verein "Kraut & Rüben", der bereits einen Raum im Objekt nutzt, kümmern. Den verbliebenen Mitgliedern des Birkenhof-Vereins sei wichtig gewesen, dass der Spielplatz erhalten bleibt.

Kaminzimmer wird neu eingerichtet

Die vom Birkenhof-Verein genutzten Räumlichkeiten sollen auch nicht leerstehen. Das sogenannte Kaminzimmer wird laut Wohne neu eingerichtet und soll der Ortschaft Hartau weiterhin als Begegnungsraum zur Verfügung stehen. Hier könnten Vereins- oder private Feiern stattfinden, sich aber genauso die Senioren des Ortes treffen. Einen Seniorentreff habe es in der Vergangenheit bereits gegeben, der zu seinen besten Zeiten 32 Mitglieder zählte, berichtet Frau Herfort. Zuletzt sei aber nur noch eine Seniorin übrig geblieben, die anderen sind verstorben oder weggezogen. "Wir bieten einen solchen Treff wieder an und werden dann sehen, ob er angenommen wird", sagt Mike Wohne.

Auch für die Unterbringung von Fahrradtouristen könnten Räume genutzt werden, so eine weitere Idee von Mike Wohne. Denn es sei auch wichtig, dass neue Einnahmen akquiriert werden, mit denen das Haus erhalten werden kann.

Mike Wohne betont, dass die Ideen und Aktivitäten des Birkenhof-Vereins nicht im Sande verlaufen werden. Das bewegliche Eigentum des sich auflösenden Vereins geht laut Satzung an die Kinderstiftung der Stadt Zittau, wie Helga Herfort erklärt.

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