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Birkenstock setzt Produktion aus

Durch die Corona-Krise fehlen Material und Mitarbeiter. Was bedeutet das jetzt für die Arbeiter in den Werken in Görlitz und Bernstadt?

Birkenstock setzt die Produktion für zwei Monate auch in den Werken in Görlitz und Bernstadt aus.
Birkenstock setzt die Produktion für zwei Monate auch in den Werken in Görlitz und Bernstadt aus. © nikolaischmidt.de (Archiv)

Die Birkenstock Group setzt wegen der Erschwernisse durch die Corona-Krise ihre Produktion ab sofort aus. Das teilte das Unternehmen in einer Presseerklärung am heutigen Donnerstag mit. Demnach sollen die Bänder in der Fertigung des  Schuhherstellers für zwei Monate ruhen. Das Unternehmen hat deshalb Kurzarbeit für die Mitarbeiter in den Produktionsgesellschaften in der Oberlausitz in Sachsen, in Rheinland-Pfalz und Hessen beantragt -  nach aktuellem Stand ebenfalls zunächst für zwei Monate.

Die Gründe für die Unterbrechung liegen auf der Hand: "Unsere Rohstofflieferanten in Italien und Spanien sind besonders von den Auswirkungen betroffen und zusätzlich sind weltweit nahezu alle Shops geschlossen", erklärt Birkenstock-Sprecher Jan Leder. Das Unternehmen bezieht einen Großteil der Rohstoffe für die Schuhherstellung - von Leder über Fell bis zu Zutaten für die Korksohlen - zum Großteil auch aus den beiden europäischen Ländern. Daher wirken sich die Grenzschließungen und der Stillstand in der Wirtschaft in Italien und Spanien für das Unternehmen sehr stark aus. 

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Problem mit Grenzschließungen

"Darüber hinaus ist an den beiden sächsischen Standorten in Görlitz und Bernstadt für die polnischen und tschechischen Berufspendler in der Belegschaft durch die gegenwärtige Grenzschließung der Nachbarländer kein freier Verkehr mehr gegeben“, benennt Markus Bensberg, CEO der Birkenstock Group einen weiteren Hemmschuh für Birkenstock. Dabei schlägt das Herz des Unternehmens vor allem bei der Produktion in der Oberlausitz. Da in Görlitz etwa 60 Prozent der Mitarbeiter aus Polen kommen und auch in Bernstadt die Zahl ähnlich hoch ist, hat das für die beiden Werke enorme Konsequenzen. Mit seinen vielen Mitarbeitern in Bernstadt ist Birkenstock der größte Produktionsbetrieb im Süden des Landkreises und zählt auch generell im Kreis zu den Großen.

Abgesehen davon sei die Produktionspause nötig, um den Anforderungen an den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter Rechnung zu tragen. „In der fertigungsfreien Zeit bereiten wir uns aber intensiv auf eine schnelle Wiederaufnahme des Betriebs vor, sobald die allgemeine Situation dies zulässt und die Stores wieder öffnen“, erklärt Oliver Reichert, CEO der Birkenstock Group. Die aktuelle Frühjahrs- und Sommerkollektion sei allerdings schon ausgeliefert. Außerdem sei mit weiteren zehn Millionen Paar Schuhen im Lager vorgesorgt, um bei Normalisierung des Handels sofort reagieren zu können.

Kurzarbeitergeld wird aufgestockt

Birkenstock teilte zudem mit, man habe sich mit dem Betriebsrat zum Kurzarbeitergeld verständigt. Demnach stockt das Unternehmen das Kurzarbeitergeld nach den nun abgeschlossenen Betriebsvereinbarungen "deutlich spürbar auf, um Nachteile der Mitarbeiter abzufangen", teilt Sprecher Leder mit. In Abhängigkeit von der verbleibenden Arbeitsbelastung aufgrund der aktuellen Lage könnten auch noch weitere Unternehmensbereiche von Kurzarbeit betroffen sein.

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Zum Schutz seiner weltweiten Belegschaft setzt Birkenstock seit den letzten Wochen bereits weitere Schritte gegen die Ausbreitung des Coronavirus um. So werden Dienstreisen bereits seit Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr durchgeführt, unternehmensinterne Präsenzveranstaltungen werden durch Telefon- oder Videokonferenzen ersetzt und soweit möglich wird die Arbeit im Homeoffice ermöglicht, damit physische Kontakte auf die absolute betriebliche Notwendigkeit reduziert werden. 

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