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Bestattungen werden teurer

Die Kirchgemeinde hebt die Friedhofsgebühren an. Gründe sind steigende Preise und nötige Investitionen.

Vor reichlich acht Jahren wurde die Hälfte der Friedhofsmauer an der Turmstraße bereits saniert. In diesem Jahr ist der zweite Teil dran. Friedhofsverwalter Tino Heymann zeigt, wo es weitergeht.
Vor reichlich acht Jahren wurde die Hälfte der Friedhofsmauer an der Turmstraße bereits saniert. In diesem Jahr ist der zweite Teil dran. Friedhofsverwalter Tino Heymann zeigt, wo es weitergeht. © André Braun

Waldheim. Der Schnitt ist ganz deutlich zu sehen. Der obere Teil der Friedhofsmauer an der Turmstraße ist vor reichlich acht Jahren bereits saniert worden. Teile der vermutlich mehr als hundert Jahre alten Mauer waren damals herausgebrochen. Der Bereich wurde zur Gefahrenquelle. Etwa 30 Meter der rund 2,50 Meter hohen Bruchsteinmauer wurden damals abgerissen und wieder neu aufgebaut.

In diesem Jahr soll die Sanierung der Mauer fortgesetzt werden. Allerdings nicht ganz so radikal. Die Fehlstellen an der Mauer sollen verfugt und kleinere ausgebrochene Steine ersetzt werden. Auch die Abdeckplatten aus Beton sind zerbröselt. „Das Material für die neuen ist schon da“, sagt Friedhofsverwalter Tino Heymann. Den genauen Zeitpunkt, wann die Arbeiten beginnen, kann er aber noch nicht nennen.

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Kontinuierlich fließen Investitionen der evangelischen Kirchgemeinde Waldheim in die Instandhaltung und Sanierung des 2,9 Hektar großen Friedhofes und der Kapelle. 2017 wurde der Hauptweg zur Kapelle neu gepflastert, 2018 eine Truhenorgel angeschafft und in diesem Jahr steht die Mauersanierung auf dem Plan. In den nächsten Jahren sollen weitere Wege, vor allem die in Hanglage instandgesetzt werden. „Der Regen spült die Sandwege immer wieder aus“, begründet Heymann. Auch sie werden gepflastert und nicht betoniert, was für die Nutzung durch Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollatoren günstiger wäre. „Der Friedhof ist ein Flächendenkmal und die Kapelle steht unter Denkmalschutz. Passend dazu muss das Umfeld gestaltet werden“, so der Verwalter.

Für die fernere Zukunft schwebt ihm trotzdem eine für Friedhöfe doch untypische Veränderung vor – zugunsten der Nutzer. Innerhalb des Friedhofes, entlang der Mauer an der Gartenstraße könnten einige Parkplätze entstehen, die mit einer Hecke zu den Grabstellen abgegrenzt werden. „Da die Zahl der Parkplätze in der Nähe des Friedhofes begrenzt ist, wäre das eine Möglichkeit, während der Trauerfeiern Fahrzeuge abzustellen“, meint Heymann.

Solche Investitionen kosten Geld. Die Preise für Handwerksleistungen, Strom Wasser, Abwasser, aber auch die Lohnkosten steigen. „Auch ein Friedhof muss wirtschaftlich arbeiten“, so Heymann. Deshalb habe sich der Kirchenvorstand zur Änderung der Friedhofsgebührenordnung entschlossen (siehe Kasten). Die letzte Erhöhung der Preise liegt vier Jahre zurück, davor waren die Gebühren seit 2006 stabil.

Bestattungskultur hat sich geändert

Die jetzigen Erhöhungen liegen zwischen 50 Cent und 600 Euro. Einige wenige Beträge sind auch gleich geblieben, wie die jährliche Unterhaltungsgebühr pro Grab. Sie bleibt bei 20, statt den nötigen 40 Euro. „Diese Erhöhung wollen wir den Bürgern nicht zumuten“, sagt der Verwalter.

Er weist auch darauf hin, dass es auf dem Waldheimer Friedhof mehrere verschiedene Möglichkeiten der Bestattung gibt, auch wenn dort keine Kolumbarien stehen und keine Baumbestattung angeboten wird. „Wenn jemand soetwas möchte, kann er eine Grabstelle in der Nähe eines Baumes wählen“, schlägt Heymann vor.

Die Bestattungskultur habe sich in den vergangenen Jahren sehr verändert, so der Verwalter. „Viele Menschen wollen ihren Kindern die Grabpflege nicht aufbürden oder die Angehörigen wohnen zu weit weg“, nennt er Gründe. In Waldheim bestehe die Möglichkeit, Erdgräber mit der Bepflanzung, zum Beispiel mit Efeu, pflegeleicht zu gestalten. Oder die Hinterbliebenen legen ein Vorsorgekonto an, von dem die Verwaltung jährlich einen Betrag abzieht und dafür die Grabpflege übernimmt. Außerdem stünden für Urnenbeisetzungen Gemeinschaftsgrabstellen als Reihengräber und für Erdbestattungen die Efeugrabanlage zur Verfügung. An beiden wird eine Namensplatte des Verstorbenen angebracht und die Pflege übernommen.

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© SZ