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Butterberg: Neues Zuhause für zwei Rehkitze

Karli und Bambi sind die neuen Stars auf dem Bischofswerdaer Hausberg. Auf dem Gipfel hat sich in letzter Zeit aber noch mehr getan.

Karl-Heinz John fütter auf dem Butterberg die beiden jungen Rehe Karli und Bambi.
Karl-Heinz John fütter auf dem Butterberg die beiden jungen Rehe Karli und Bambi. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Vielleicht wäre das wenige Tage alte Rehkitz im Mai vorigen Jahres in ein Auto gelaufen und überfahren worden. Vielleicht wäre es auch verhungert. 

Karl-Heinz John, Inhaber des Berggasthofes Butterberg, bemerkte das Tier, als er auf den Berg fuhr. Von der Ricke weit und breit keine Spur. Nachdem sich der Wirt dessen ausgiebig versichert hatte, nahm er das Kitz mit auf den Berg. 

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Wenig später fuhr er zurück nach Bischofswerda, um in einem Supermarkt für das Kleine laktosefreie Ziegenmilch zu kaufen. In den ersten Tagen ist diese Milch überlebenswichtig. Wenn das Rehkitz diese Spezialmilch nicht mindestens fünf Tage von der Rehmutter oder von einem Betreuer bekommen hat, bricht das Immunsystem zusammen, sagen Experten. Schwäche, Durchfall, Lungenentzündung und andere Erkrankungen sind dann programmiert. 

Anhand der Farbe der Kitzflecken ließ sich bei dem am Butterberg gefundenen Tier feststellen, dass das Reh vermutlich erst zwei Tage alt gewesen ist. 

In der Zwischenzeit nahm sich auch einer der Gäste der Bergbaude des Kitzes an: Elske Schöne aus Demitz-Thumitz. Sie habe vorgeschlagen, das Rehkitz wieder auszusetzen, in der Hoffnung, dass es die Mutter finden und wieder annehmen wird, berichtet Karl-Heinz John. Einige Stunden habe Frau Schöne im Wald in der Nähe des Kitzes ausgeharrt und die Situation beobachtet. Doch nichts geschah. Schließlich nahm die Demitzerin das Tier mit und zog es zu Hause mit der Flasche auf. 

Durch ein Mähwerk am Hinterlauf verletzt

Das Kitz wurde auf den Namen "Karli" getauft. Kürzlich kehrte es auf den Butterberg zurück. Dort teilt es sich ein Gehege am Rande des Waldparkes, welches das Butterberg-Team angelegt hat, mit "Bambi", einem weiteren jungen Reh. Auch das hat eine tragische Geschichte. Nahe Gera geriet es mit seinem Hinterlauf in ein Mähwerk. Doch es konnte gerettet werden. Über das Netzwerk Rehkitz-Rettung Deutschland kam das Tier von Thüringen nach Bischofswerda. 

Beide Jungrehe sind zahm. Sie lassen sich am Zaun ihres Geheges gern von den Gästen streicheln. Nur Füttern ist verboten. 

So wie es aussieht, wird es bei zwei Rehen auf dem Butterberg bleiben. Nachwuchs ist ausgeschlossen, denn Karli und Bambi sind beides kleine Rehböcke. 

Damit ist der Mini-Zoo auf Bischofswerdas Hausberg um zwei Bewohner reicher. Besucher sehen dort allerhand Haustiere - Ziegen, Kaninchen, Hühner, Enten und Gänse. Hinzu kommen Kanarienvögel und Goldfasane. Nun also auch Rehe. 

Behütet wird all das  seit wenigen Tagen vom Waldgeist am Butterberg. Die Holzgestalterin Karen Hobelsberger aus Wachau arbeitete diese Skulptur aus einem  ehemaligen Baumstamm mit der Kettensäge heraus. 

80 Kubikmeter Löschwasser können in diesem Stahlfass gespeichert werden. Kürzlich wurde es auf dem Gelände des Berggasthofes eingebaut.
80 Kubikmeter Löschwasser können in diesem Stahlfass gespeichert werden. Kürzlich wurde es auf dem Gelände des Berggasthofes eingebaut. © privat

Das Wildgehege war nicht die einzige Baustelle auf dem Berg in jüngster Zeit. Mehr als 22.000 Euro investierte Karl-Heinz John in den Brandschutz. Um für den Fall, der hoffentlich nie eintreten wird, gewappnet zu sein, ließ er ein Riesen-Stahlfass fürs Löschwasser einbauen. Das 14 Meter lange Fass kann 80 Kubikmeter Wasser - das sind 80.000 Liter - speichern. 

Notwendig ist diese Investition, weil die Löschwasserversorgung auf dem Berg kompliziert ist. Der nächste Hydrant befindet sich am Weg nach Schönbrunn nahe des unteren Parkplatzes am Butterberg - fast einen Kilometer vom Berggasthof entfernt. Auch im Falle eines Waldbrandes kann die Feuerwehr künftig auf den Wasserspeicher zurückgreifen. 

Kletterburg in Form des Berggasthofes

Bei dem Behältnis handelt es sich um ein ehemaliges Benzinfass für eine Tankstelle, das gereinigt wurde und nun wiederverwendet wird. Der Berggasthof kaufte es von einer Bautzener Firma. Mitarbeiter der Firma Enzersberger aus Schmölln  bewegten 200 Kubikmeter Erde, um das Fass einzugraben. Wie ein Hügel ragt dessen obere Teil jetzt am Rande des Parkplatzes heraus. Die Fläche wird noch begrünt, sagt Karl-Heinz John. 

Um den Tank zu befüllen,  muss er den normalen Trinkwasserpreis zahlen. Er ließ dafür einen eigenen Wasserzähler einbauen,  um nicht auch noch fürs Abwasser zahlen zu müssen. 

Die nächste Baustelle ist schon geplant. Der Spielplatz soll noch in diesem Sommer um ein weiteres Highlight ergänzt werden - eine Spielburg in Form der Butterbergbaude. Das Unternehmen Garten Art von Martin Krahl aus Panschwitz-Kuckau, das bereits andere Projekte auf dem Berg realisierte, wird das neue Spielgerät errichten. "Wir verwirklichen dieses Vorhaben in Zusammenarbeit mit der Stadt Bischofswerda", sagt Karl-Heinz John. 

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