merken
PLUS Bischofswerda

Homeoffice kurbelt Online-Handel an

Bei einem Versandhändler in Bischofswerda sind jetzt vor allem zwei Produkte gefragt.

Kathrin Fischer (l.) und Nicole Bräuer arbeiten in Bischofswerda im Lager- und Logistikzentrum des Versandhändlers B & W. Wegen der Corona-Pandemie gelten dort besondere Schutzvorkehrungen.
Kathrin Fischer (l.) und Nicole Bräuer arbeiten in Bischofswerda im Lager- und Logistikzentrum des Versandhändlers B & W. Wegen der Corona-Pandemie gelten dort besondere Schutzvorkehrungen. © privat

Bischofswerda. Gefühlt halb Deutschland arbeitet im Homeoffice oder näht Schutzmasken. Für den Bischofswerdaer Versandhändler B & W Handelsgesellschaft hat das mehr Arbeit und höhere Umsätze zur Folge. Das Plus beim Warenumschlag liege bei etwa 40 Prozent gegenüber normalen Zeiten, sagte Ulrich Buder, Firmengründer und geschäftsführender Gesellschafter, gegenüber Sächsische.de.

Besonders gefragt seien  jetzt Tintenpatronen und Headsets für Leute, die zu Hause arbeiten, sowie Nähmaschinenteile und -zubehör. Hinzu kommen saisonale Artikel, wie Gartenwerkzeuge und Fahrradteile, die in diesen Wochen ebenfalls stark nachgefragt werden.

Anzeige
Große Jubiläumsaktion bei XXL KÜCHEN ASS
Große Jubiläumsaktion bei XXL KÜCHEN ASS

Zum 25-jährigen Geburtstag gibt es bei den sieben XXL KÜCHEN ASS-Fachmärkten in Sachsen den gewohnten Service und tolle Jubiläumsangebote.

Die ehemalige Produktionshalle des insolvent gegangenen Solarzellenherstellers Arise in Bischofswerda nutzt die Firma B & W seit rund fünf Jahren.
Die ehemalige Produktionshalle des insolvent gegangenen Solarzellenherstellers Arise in Bischofswerda nutzt die Firma B & W seit rund fünf Jahren. © Steffen Unger

B & W ist ein Online-Fachhändler, dessen Kerngeschäft der Vertrieb und Versand von Elektronikzubehör, wie zum Beispiel Akkus, Anschlusskabel, Adapter und Computerteilen, ist. Hinzu kamen in den vergangenen Jahren weitere Produkte, wie Zubehör für Staubsauger, Radios, Küchengeräte und  andere elektrische Geräte. Beliefert werden Kunden in ganz Europa. Schwerpunktländer sind Deutschland, Frankreich und Italien.

Die aktuelle Situation stellt auch einen Versandhändler vor besondere Herausforderungen. Bei B & W arbeiten derzeit ebenfalls viele Mitarbeiter von zu Hause aus. Im Lager- und Logistikzentrum Bischofswerda gelten besondere Vorkehrungen. Die Mitarbeiter, in der Mehrzahl Frauen, tragen Mundschutz und halten die vorgeschriebenen Abstände zueinander ein.  Gearbeitet wird in zwei Schichten; auch um Kontakte zu minimieren. 

Firma plant den Bau einer neuen Halle

Das 2004 in Kamenz gegründete Unternehmen zog Ende 2014 nach Bischofswerda um, wo es die Produktionshalle des insolvent gegangenen Solarzellenherstellers Arise kaufte und zu seinem Lager- und Logistikzentrum umbaute. Mittlerweile  nutze man die 9.000 Quadratmeter auf zwei Etagen vollständig und habe Expansionspläne, sagte Ulrich Buder. Vorgesehen ist ein Erweiterungsbau für eine Lagerhalle im Gewerbegebiet an der Bautzener Straße. B & W erwarb bereits Flächen mit dem Kauf des Gebäudes.

Seitdem investierte das Unternehmen 1,8 Millionen Euro am Standort Bischofswerda, zuletzt in die Ausstattung des Lagers, die Optimierung von IT-Abläufen und die Gebäudetemperierung. Der Jahresumsatz wuchs auf 250 Prozent gegenüber 2014. Die Zahl der Arbeitskräfte stieg in diesem Zeitraum im gleichen Maß.

Vor sechs Jahren beschäftigte der Online-Händler an seinen Standorten Dresden und Bischofswerda 40 Mitarbeiter, jetzt sind es rund 100, davon gut die Hälfte in Bischofswerda. Erst kürzlich wurden neue Mitarbeiter eingestellt, sagt Ulrich Buder. Im Team Verkauf könne es in diesem Jahr noch zu ein bis zwei Neueinstellungen kommen; Erfahrungen mit Online-Marktplätzen seien dafür unabdingbar. Im Team Lager und Support stelle man bedarfsorientiert ein, um gegebenenfalls Auftragsspitzen abzufedern.

Stadt will weitere Gewerbeflächen erschließen

„Wir sind sehr dankbar, in Bischofswerda eine Umgebung gefunden zu haben, in der wir gut ausgebildetes Personal finden und zudem gute Möglichkeiten zum Anschluss an logistische Netze haben. Im Bereich Breitband erwarten wir durch die gegenwärtigen Ausbaumaßnahmen eine Steigerung der Produktivität sowie weiteres Chancenpotenzial für die Zukunft“, sagt der Firmenchef

Im Industrie- und Gewerbegebiet an der Bautzener Straße ist die Handelsgesellschaft zurzeit einer von drei Arbeitgebern. Die Nachbarn sind die Straßenmeisterei des Landkreises und der Ausstellungs- und Messebau Wemme.

Weiterführende Artikel

Digitaler Frühjahrsputz in Corona-Zeiten

Digitaler Frühjahrsputz in Corona-Zeiten

Effizientes Arbeiten im Corona-Homeoffice fällt vielen schwer. Elf Verbesserungsvorschläge von Aufräumprofis.

Der bayerische Unternehmer Max Aicher, der in Bischofswerda bereits ein Werk mit rund 70 Arbeitsplätzen besitzt, kaufte umfangreiche Flächen mit dem Ziel, eine Elektrodenfabrik für die Stahlproduktion zu errichten. Diese Pläne liegen auf Eis. Die Stadt Bischofswerda plant, weitere reichlich zehn Hektar für die Ansiedlung von Firmen zu erschließen. 

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier. 

Mehr zum Thema Bischofswerda