merken
PLUS

Sport

Sachsens Top-Rennstall bleibt optimistisch

Die Motorräder der Piloten von Teamchef Carsten Freudenberg stehen erst mal in der Garage. Doch das Tagesgeschäft in Bischofswerda läuft noch.

Carsten Freudenberg, Teamchef und Namensgeber des Bischofswerdaer Racing Teams, muss sich in Geduld üben.
Carsten Freudenberg, Teamchef und Namensgeber des Bischofswerdaer Racing Teams, muss sich in Geduld üben. © Archiv: Thomas Kretschel

Bischofswerda. Das wichtigste Rennen im Motorrad-Rennsport wird derzeit nicht auf der Strecke ausgetragen. Das wichtigste Rennen, so hat es Davide Brivio vom MotoGP-Team Suzuki Ecstar gesagt, ist das gegen Covid-19. Wann und wie das Ziel erreicht wird? Ausgang offen. Eine Prognose mag man auch in Bischofswerda beim Freudenberg Racing Team nicht wagen.

Mit vier Fahrern hatte Teamchef Carsten Freudenberg am kommenden Wochenende in die Saison der Supersport300-Weltmeisterschaft starten wollen. Doch wie überall ruht auch hier der Rennbetrieb, vage avisiert ist der Auftakt jetzt für das zweite Juni-Wochenende im italienischen Misano. Bis Ende Oktober könnten insgesamt noch sieben Rennen ausgetragen werden. Das WM-Wochenende in der Motorsport-Arena Oschersleben würde dann wie geplant vom 31. Juli bis 1. August steigen. Und die letzte Station, das Saisonfinale, wäre am 25. Oktober im spanischen Jerez.

Anzeige
Gemeinsam allem gewachsen

Die Sparkassen-Versicherung Sachsen ist auch in dieser außergewöhnlichen Situation für ihre Kunden da.

„Für uns heißt es erst mal abwarten“, sagt Freudenberg, vor knapp 20 Jahren selbst zweifacher Deutscher Meister im MZ-Cup. „Die Piloten trainieren weiter und halten sich zu Hause fit. Seitens der Crew zahlt es sich aus, dass jeder im Team neben dem Rennsport noch ein normales Anstellungsverhältnis hat. Das heißt, es fällt keiner in ein Loch und wir können zudem im kleinen Kreis noch ein paar Dinge erledigen, die liegengeblieben sind“, sagt Freudenberg, der in Bischofswerda mit seinem Vater Michael einen Auto- und Motorradservice sowie eine Fahrschule betreibt.

Vielversprechende Tests in Spanien und Portugal

Bevor die Corona-Krise richtig losging, war der Teamchef Freudenberg mit seinen Piloten, den Mechanikern und den Maschinen bereits zu Testfahrten unterwegs. Jeweils drei Tage wurden die 45 PS starken Motorräder der Marke KTM RC 390 R ausprobiert. Im spanischen Almeria und im portugiesischen Portimao feilten Jan-Ole-Jähnig und Max Kappler sowie die beiden Neuzugänge Oliver König und Christian Stange neben der Technik auch am Fahrverhalten. 

Team-Pressesprecher Sven Jänicke zog anschließend eine positive Bilanz. „Beide Tests verliefen sehr gut und wir liegen auch sehr gut in der Vorbereitung für die Saison 2020. Da es in diesem Jahr eine Einheitselektronik gibt und Slick-Reifen von Pirelli gestattet sind, ist die Crew um Oliver König zudem noch nach Jerez gereist, wo die Supersport- und Moto3-Teams nochmals testen durften. Oliver erledigte dort in zwei Tagen nochmals viele Testkilometer und sammelte viele Daten für das gesamte Team“, sagte Jänicke.

Doch dann schwappte die Corona-Welle nach Europa. Dass jetzt andere Dinge wichtig sind, betont auch Freudenberg: „Die Gesundheit steht an oberster Stelle, zuerst muss der Virus eingedämmt werden. Vom WM-Promotor Dorna ist noch nichts offiziell, wann wir beginnen. Es wäre auch nicht richtig, den Fans jetzt ein Startdatum zu nennen, das nachher nicht gehalten werden kann.“

"Für einige Teams wird es sicher schwierig"

Stellt sich die Frage nach der finanziellen Situation beim Bischofswerdaer Rennteam. Doch Probleme gebe es nicht. „Wir haben einen vertrauensvollen Sponsorenkreis, der genau wie wir aktuell erst einmal den Blick auf das tägliche Geschehen im Alltag hat“, sagt Freudenberg. Und dennoch rechnet er mit Konsequenzen im internationalen Motorrad-Rennsport. „Das wird sicher für einige Teams in der WM schwierig. Viele Crews verdienen ihr Geld ausschließlich mit dem Rennsport“, erklärt der Teamchef.

Er versucht indes, das Beste aus der Situation zu machen: „In unserem Hauptgeschäft befolgen wir die Regeln, die uns die Politik vorgibt. Derzeit läuft unser Auto- und Motorradservice noch. Wir versuchen, so lange es geht, die Bürger zu unterstützen, so dass alle mobil bleiben.“