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Bischofswerda: Wilde Müllkippen beräumt

An einigen Stellen in der Stadt wird immer wieder Unrat abgeladen. Auch anderswo im Kreis gibt es Probleme.

Leere Zigarettenschachteln, zerdrückte Getränkedosen - das und noch viel mehr hatte sich an verschiedenen Stellen in Bischofswerda angesammelt. Jetzt beseitigten Mitarbeiter des Neukircher Naturschutzzentrums diesen und anderen Müll.
Leere Zigarettenschachteln, zerdrückte Getränkedosen - das und noch viel mehr hatte sich an verschiedenen Stellen in Bischofswerda angesammelt. Jetzt beseitigten Mitarbeiter des Neukircher Naturschutzzentrums diesen und anderen Müll. © Archivfoto: Steffen Unger

Bischofswerda. Alte Reifen, Farbeimer, ein leerer Bierkasten sind einige der Fundstücke, die Mitarbeiter des Naturschutzzentrums Neukirch kürzlich bei einer Müllsammelaktion in Bischofswerda auf ihren Transporter geladen haben. Leute, die sich ihres Mülls auf billige Art entledigen wollten, hatten den Unrat dort abgelagert, wo er nicht hingehört.

Die Stadtverwaltung hatte zuvor ein paar Brennpunkte benannt, an denen immer wieder Abfälle illegal entsorgt werden. Meist sind es Plätze, die gut mit dem Auto zu erreichen sind und wo sich Leute unbeobachtet fühlen, wie zum Beispiel am Parkplatz nahe des Waldsportplatzes am Schmöllner Weg sowie am ehemaligen Steinbruch "Schwarzer Bruch" bei Belmsdorf.  

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Dort sowie am Schwarzen Weg gab es für ihre Mitarbeiter besonders viel zu tun, sagte Katrin Poike, Geschäftsführerin des Naturschutzzentrums, gegenüber Sächsische.de. Auch Parkplätze  und Containerstellplätze gelten als Schwerpunkte für illegale Ablagerungen.  

Sammelaktionen in mehreren Städten und Gemeinden

Im Landkreis Bautzen finden regelmäßig Müllsammelaktionen statt. Diese werden durch verschiedene Akteure organisiert und vom Abfallamt unterstützt. Bedingt durch die Corona-Pandemie, konnten in diesem Jahr jedoch so gut wie keine Sammelaktionen durchgeführt werden,  sagt Mandy Noack, Pressesprecherin des Landratsamtes. 

Das Naturschutzzentrum Neukirch und die Naturschutzstation Neschwitz verbinden ihre Sammelaktionen oft mit Bildungsveranstaltungen zur Kreislaufwirtschaft, die sie  beispielsweise für Schulklassen ausrichten. Da auch diese Veranstaltungen in diesem Jahr ausfallen mussten, haben die beiden Einrichtungen in Absprache mit Städten und Gemeinden kleinere, nicht öffentliche Sammlungen durchgeführt. Zum Beispiel auch in Neukirch und Frankenthal. 

Bei der Müllsammelaktion in Bischofswerda wurden auch größere Stücke gefunden, darunter alte Reifen und Farbeimer.
Bei der Müllsammelaktion in Bischofswerda wurden auch größere Stücke gefunden, darunter alte Reifen und Farbeimer. © privat

Der illegal entsorgte Müll wird in einem Großcontainer zwischengelagert und später über den regionalen Abfallverband Ravon entsorgt. Angaben zur Menge des in Bischofswerda gesammelten Mülls liegen noch nicht vor. Finanziert wird das Einsammeln und spätere Entsorgen der Abfälle durch den Landkreis.

Neben den beiden Naturschutzeinrichtungen im Oberland und im Heide- und Teichgebiet engagieren sich auch mehrere Initiativen im Landkreis für eine saubere, lebenswerte Umwelt. Als Beispiele nennt das Landratsamt den Grünen Sonnabend in Sohland sowie Sammelaktionen der Kirchgemeinde Milkel sowie von Anglern. Auf private Initiative wurde vor knapp zwei Jahren auch am Wesenitzufer in Bischofswerda der Müll eingesammelt. 

Kreisweit 76 Verfahren gegen Müllsünder

So gut diese Aktionen sind - sie gibt es natürlich nicht zum Nulltarif. Im vergangenen Jahr kostete es den Landkreis Bautzen mehr als 48.000 Euro, um illegale Müllablagerungen zu beräumen. Die Menge des zu entsorgenden Unrates sei in den vergangenen Jahren leicht gestiegen, sagte Mandy Noack. 

Hinweisen auf Müllsünder werde durch das Abfallamt stets nachgegangen, heißt es. Im vergangenen Jahr wurden aus diesem Grund kreisweit 76 Verfahren eingeleitet. Im Jahr 2018 waren es 64. 

Die Stadt Bischofswerda appelliert in diesem Zusammenhang an die Zivilcourage der Bürger. Die Verursacher illegaler Müllablagerungen sollten dem Ordnungsamt der Stadt oder der Polizei gemeldet werden, heißt es in einer Mitteilung. 

Wer erwischt wird, für den kann es teuer werden. Die Höhe des Buß- beziehungsweise Verwarngeldes richtet sich nach der Menge und der Gefährlichkeit der Abfälle. In den meisten Fällen bewegen sich die Strafgelder nach Auskunft des Landratsamtes zwischen 50 und 150 Euro. 

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