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Bischofswerda hofft auf 260 neue Jobs

Sachsen plant einen millionenschweren Neubau für eine Landesbehörde. Entsteht er im Industrie- und Gewerbegebiet an der Bautzener Straße?

Zufahrt zum Gewerbe- und Industriegebiet an der Bautzener Straße in Bischofswerda. Hier könnte ein millionenschwerer Neubau für die Landesuntersuchungsanstalt entstehen.
Zufahrt zum Gewerbe- und Industriegebiet an der Bautzener Straße in Bischofswerda. Hier könnte ein millionenschwerer Neubau für die Landesuntersuchungsanstalt entstehen. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Die Zahl der Beschäftigten im Gewerbe- und Industriegebiet Nord in Bischofswerda könnte mit einem Schlag von aktuell rund 100 um weitere 260 wachsen. Die Stadt gilt als Favorit für den künftigen Standort der sächsischen Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA)

Eine Vorentscheidung  könnte am vergangenen Freitag gefallen sein. Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumangement (SIB) präsentierte Bischofswerda unter zehn Standort-Optionen als die bevorzugte Variante für einen Neubau. Dafür würde die LUA von Dresden nach Bischofswerda verlagert.

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Einer von zwei potenziellen Investoren

In der Stadt ist bereits seit Längerem die Rede davon,  dass sich eine Landesbehörde in Bischofswerda ansiedeln könnte. Details wurden bisher aber nicht mitgeteilt. Und auch jetzt äußert sich die Stadtverwaltung zurückhaltend. 

Rathaus-Sprecher Sascha Hache sagte am Dienstag nur: "Die Stadt Bischofswerda arbeitet seit Jahren mit dem Oberbürgermeister an der Spitze daran, zentrale Landesfunktionen nach Bischofswerda zu holen. Daraufhin beteiligte sich die Stadt auch am Standortverfahren zu einer möglichen Ansiedlung der LUA." 

Die Stadt will an der Bautzener Straße weitere 10,5 Hektar für Gewerbe und Industrie erschließen.  Wie OB Holm Große (parteilos) in der Vergangenheit wiederholt sagte, lägen für die neuen Flächen bisher zwei "Absichtserklärungen" potenzieller Investoren vor. Der Freistaat ist einer davon.

Er plant für die LUA nach Informationen von Sächsische.de einen neuen Verwaltungs- und Laborbau. Rund 160 Millionen Euro sollen investiert werden. 

Gute Kontakte zur Landesregierung

Die Stadt Bischofswerda werde in Sachsen wieder wahrgenommen, sagte Holm Große, der zurzeit im Urlaub ist, in einem früheren Gespräch mit Sächsische.de. Dazu gehören auch gute Kontakte zur Landesregierung bis hin zum Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU), der die Stadt auch in den Bestrebungen unterstützt, das seit Jahren geschlossene Kulturhaus  wiederzubeleben

Von Sächsische.de befragte Stadträte äußerten sich positiv zu einem möglichen Umzug der Landesuntersuchungsanstalt nach Bischofswerda. Dr. Bernd Grüber, Vorsitzender der CDU-Fraktion, sagt: "Die Tatsache, dass sich Bischofswerda bei der Standortbewertung durchgesetzt hat, beweist, dass die Stadt aufgrund ihrer Lage und Verkehrsanbindung einen attraktiven Ansiedlungsstandort darstellt." Gleichzeitig würde der Freistaat mit dieser Entscheidung ein Zeichen für den eher ländlich geprägten Raum setzen und das Vorurteil entkräften, dass in Sachsen für jegliche Entwicklung die Ballungsräume um Dresden, Leipzig und Chemnitz bevorzugt werden. 

Skeptiker sollten sich ein Bild von der Stadt machen

Mit Blick auf Vorbehalte von LUA-Mitarbeitern gegenüber einem Behördenumzug sagt Bernd Grüber: "Ich hoffe, dass all diejenigen, die mit der möglichen Entscheidung derzeit noch hadern, einmal nach Bischofswerda kommen und sich ein Bild von unserer Stadt und dem Umland sowie den Möglichkeiten machen, die sich hier bieten."

Hans-Jürgen Stöber (Die Linke) erklärt: "Die Ansiedlung der Landesbehörde würde der Stadt Bischofswerda gut tun." Damit würden sich Einnahmen, die Aussicht auf neue Arbeitsplätze und eine Belebung der Stadt verbinden.

Die Landtagsabgeordnete Patricia Wissel (CDU) erklärt, sie finde es gut, dass der Ministerpräsident den Standort Bischofswerda unterstützt. Er hatte sein Amt mit dem Versprechen angetreten, Landesbehörden auch im ländlichen Raum anzusiedeln. Ein Neubau in Bischofswerda wäre in dieser Hinsicht "ein starkes Signal". 

Die Linkspartei im Landtag fordert dagegen nähere Informationen zu dem geplanten Neubau. Fraktionschef Rico Gebhardt will unter anderem durch eine parlamentarische Anfrage an die Staatsregierung erfahren, welche Standortvarianten vorgelegen haben und wie sie bewertetet worden sind. 

Widerspruch zu den Plänen kommt aus dem Dresdner Rathaus. Dort will man sich nun bemühen, potenzielle Grundstücke für einen Neubau ausfindig zu machen und dem zuständigen Sozialministerium anzubieten – in der Hoffnung, dass Dresden die 260 Arbeitsplätze doch noch erhalten bleiben.

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