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Bischofswerda streicht 16 Hektar Wohnbaufläche

Die Jugend zieht der Arbeit nach ins Ausland oder in den Westen. Wozu sich in Bischofswerda ein Haus bauen? Die Regierung streicht die Eigenheimzulage. Wer kann sich da ein Eigenheim noch leisten? Aus der Entwicklung zieht Bischofswerda jetzt Konsequenzen.

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Von Gabriele Naß

Die Jugend zieht der Arbeit nach ins Ausland oder in den Westen. Wozu sich in Bischofswerda ein Haus bauen? Die Regierung streicht die Eigenheimzulage. Wer kann sich da ein Eigenheim noch leisten? Aus der Entwicklung zieht Bischofswerda jetzt Konsequenzen.

Die Stadt folgt dem Vorschlag der Raumordnungsbehörde beim Regierungspräsidium Dresden und des Regionalen Planungsverbandes Oberlausitz-Niederschlesien, streicht die Hälfe der bislang geplanten Wohn- und Mischgebiete aus dem Entwurf zum Flächennutzungsplan und will in Zukunft vor allem auf die noch vorhandenen Baulücken setzen. Die Abgeordneten des Technischen Ausschusses stimmten den Plänen am Dienstagabend bereits zu, und es ist davon auszugehen, dass der Stadtrat, der das letzte Wort hat, kommenden Dienstag genauso entscheidet.

Bislang hatte die Stadtverwaltung in ihrem Flächennutzungsplan rund 33 Hektar Land für die Wohn- bzw. Mischbebauung (Wohnen und Gewerbe) vorgesehen. Jetzt wird flächendeckend gestrichen. Übrig bleiben 16 Hektar. Auf welche Standorte verzichtet wird, sei mit den Ortschaftsräten abgestimmt. Sie befürworten die Vorschläge, sagte Bauamtsleiterin Erika Lehmann im Technischen Ausschuss. So seien die gewählten Vertreter der Dörfer einverstanden damit, dass in Großdrebnitz, Weickersdorf und Goldbach überhaupt keine neuen zusammenhängenden Flächen für Wohnungs- und Gewerbebau mehr vorgehalten werden. Mit einer Ausnahme: der Buchen-/Lärchenweg in Großdrebnitz, der zentral liegt. Dagegen sollen auch die geplanten Mischgebietsflächen in Belmsdorf und der Wohnbaustandort südwestlich der Burkauer Straße in Schönbrunn wegfallen.

Das für Bischofswerda geplante Wohnbauareal zwischen Pickau und dem Autohaus Gnauck wird verkleinert. Komplett im Plan bleiben sollen Wohn- und Gewerbeflächen an der Neustädter Straße und zwischen Neustädter Straße und Paul-Kegel-Weg in Bischofswerda, die der Stadt gehören. Das Regierungspräsidium und der Planungsverband Oberlausitz hatten sich im Rahmen der so genannten Anhörung Träger öffentlicher Belange zum Flächennutzungsplanentwurf der Stadt Bischofswerda geäußert. Beide kritisierten vor allem die großzügig geplanten Misch- und Wohnbauflächen in den zur Stadt gehörenden Dörfern. Sie mahnten Bischofswerda an, die für die nächsten 20 Jahre angenommene Bevölkerungsentwicklung zu überdenken. Die Stadtverwaltung war zunächst davon ausgegangen, dass in Bischofswerda wieder einmal 16 000 Menschen leben könnten, korrigierte sich hier aber schon selbst während der Arbeit am Stadtentwicklungskonzept, das der Stadtrat ebenfalls am Dienstag beschließen soll. Derzeit hat Bischofswerda mit seinen Ortsteilen rund 13 500 Einwohner. Auf ein Wort

Stadtrat: Dienstag ab 17 Uhr, Rathaus