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Bischofswerda will die Landesgartenschau

Kern des Konzepts ist die Sanierung einer riesigen Industriebrache. Doch Besucher sollen noch viel mehr von der Stadt sehen.

Von Ingolf Reinsch

Große Teile einer Kleinstadt als Gartenschaugelände? Dieser Gedanke hat Charme. Bischofswerda setzt darauf in seiner Bewerbung um die Landesgartenschau 2019. Unter dem Slogan „Menschen verbinden“ soll die Gartenschau für die Bischofswerdaer Brücken zwischen den durch die Bahngleise getrennten Teilen der Stadt schlagen und Tausende Gäste anziehen.

Charlotte Meentzen
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
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Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Die Hoffnungen, die sich damit in Schiebock verbinden, sind riesig. Viele Einwohner und Stadträte haben das Vorbild Löbau vor Augen. Die Gartenschau dort war Publikumsmagnet, zugleich aber auch ein Impuls für die Stadtentwicklung: Industriebrachen verschwanden, eine moderne Messe- und Veranstaltungshalle zieht auch heute noch Besucher in großer Zahl an.

Ähnliches erhofft sich nun auch Bischofswerda. Die Landesgartenschau könne „zum Motor der Stadtentwicklung“ werden, für eine neue Lebensqualität in Bischofswerda sorgen und Identität schaffen, sagte Landschaftsarchitekt Ulrich Krüger, als er jetzt die Pläne im Stadtrat vorstellte. 13 Stadträte der Fraktionen CDU, FDP und SPD sowie der Oberbürgermeister stimmten für die Bewerbung der Stadt; die Abgeordneten von Bürger für Bischofswerda und Linkspartei nahmen an der Abstimmung nicht teil. Sie fordern eine Verschiebung des Projekts, weil aus ihrer Sicht andere Dinge wichtiger sind.

24 Hektar Raum zur Gestaltung

Kernstück der geplanten Landesgartenschau ist das Gelände des 1992 geschlossenen Beleuchtungsglaswerkes. Die sogenannte Sabra-Brache gleicht gegenwärtig einer Mondlandschaft. Zahlreiche Gebäude wurden in den vergangenen Jahren abgerissen. Was jetzt auf dem Grundstück noch steht, bleibt erhalten, da es unter Denkmalschutz steht. Hier liegt die größte Chance der Landesgartenschau: Bischofswerda könnte eine Industriebrache beseitigen und ein zukunftsträchtiges Zentrum südlich der Bahnlinie schaffen. Das Gelände gibt auf 24 Hektar Raum zur Gestaltung – Platz für großzügige Freiflächen, Wege zum Flanieren, für Erlebnis- und Erholungsoasen. Die Gebäude könnten während der Schau als Blumenhalle, aber auch für Gastronomie und Handel genutzt werden. Als mögliche Nachnutzungen nennt Architekt Ulrich Krüger Räume für Archiv oder Bibliothek, eine Kindertagesstätte und eine Veranstaltungshalle.

Harte Konkurrenz

Starke Impulse erhofft sich die Stadt für Handel und Gastronomie. Wer einmal da ist, soll nach Möglichkeit viel von Bischofswerda sehen. Deshalb sollen Gäste auch in die Innenstadt geleitet werden. Der klassizistische Altmarkt, die Parks inmitten der Stadt, der Tierpark und der Butterberg sind einige der Pfunde, die Bischofswerda bei seiner Bewerbung in die Waagschale werfen will. Ziel ist es, die Aufenthaltsdauer von Gästen zu erhöhen, sie idealerweise auch anzuregen, mehrere Tage in der Stadt zu bleiben. – Eine wichtige Voraussetzung dafür: Die Verkehrsinfrastruktur muss stimmen. Die Planer erwarten, dass ein Großteil der Besucher über die A 4 und die Ortsumfahrung nach Bischofswerda kommt. Für sie werden zwei Großparkplätze am Drebnitzer Weg und der Süßmilchstraße mit insgesamt 830 Stellplätzen vorgeschlagen. Außerdem ist die Nähe zum Bahnhof ein Vorteil. Besucher, die mit dem Zug kommen, müssten nur fünf Minuten bis zum Ausstellungsgelände laufen. Die gute Anbindung an Bus und Bahn war einer der großen Vorteile der Löbauer Schau.

Bis Ende März musste die Stadt die Bewerbungsunterlagen einreichen. Von den geplanten Investitionskosten von 7,8 Millionen Euro müsste die Stadt 1,2 Millionen Euro selbst aufbringen. Mögliche Mitbewerber Bischofswerdas um die Landesgartenschau 2019 könnten Markkleeberg, Frankenberg und Glauchau sein. Ob Bischofswerda den Zuschlag bekommt, wird erst im Herbst feststehen.