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Bischofswerda: Neue Chefin bei Issitec

Werbe-Fachfrau Mirjam Köhler leitet jetzt das Unternehmen. Der Firmengründer hofft, dass nach einem missglückten ersten Versuch die Übergabe diesmal gelingt.

Frank Israel übergibt sein Unternehmen an Mirjam Köhler: Die Bischofswerdaer Firma heißt nun MPunkt.Issitec.
Frank Israel übergibt sein Unternehmen an Mirjam Köhler: Die Bischofswerdaer Firma heißt nun MPunkt.Issitec. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Ihr neues Geschäft? Diese Frage liest man seit vorigem Spätsommer an mehreren Schaufenstern an der Bischofswerdaer Bahnhofstraße. Jedes zweite Ladenlokal steht dort leer. Großformatige Poster geben einige Anregungen, wie diese und andere Innenstadt-Läden wieder genutzt werden könnten: Schuhe, Kinderkleidung, Spielsachen, Dessous, eine Tierhandlung und ein Elektronikfachmarkt sind die Vorschläge. 

Gestaltet und hergestellt im Foliendruck wurden diese Poster von Mirjam Köhler. Sie gründete im Jahr 2013 in Steinigtwolmsdorf die Agentur MPunkt. 

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Neuer Firmenname mit dem Wechsel

Seit diesem Jahr ist die 39-Jährige aber auch eine Bischofswerdaer Unternehmerin. Sie übernahm die Firma Issitec, die Frank Israel im Jahr 2003 gegründet hatte. Nun verpachtet er den Betrieb mit der Option, dass ihn Mirjam Köhler kaufen kann. Mit dem Wechsel an der Spitze des Betriebes übernahm die neue Inhaberin auch die beiden Mitarbeiterinnen. 

Beide Unternehmer, die in der Werbebranche tätig sind, arbeiten schon seit längerem zusammen. Jetzt haben sie ihre Kompetenzen zusammengeschlossen. Das Unternehmen firmiert nun unter dem Namen MPunkt.Issitec. 

Die Kernkompetenz von Issitec liegt auf den Gebieten des Laserschneidens und -gravierens, verschiedener Beschriftungen für die Werbetechnik sowie des Großformat- und Textildruckes. 

Autofolierung als wichtiges Standbein

Mirjam Köhler hat sich mit MPunkt neben dem Textildruck vor allem auf Folierungsarbeiten spezialisiert.  Sie sorgt beispielsweise dafür, dass Autobesitzer die Farbe ihres Fahrzeuges innerhalb kurzer Zeit wechseln können. Dafür hat sie eine Halle in Steinigtwolmsdorf gemietet, die sie weiterhin betreibt. Sie entwirft und realisiert auch Fahrzeugbeschriftungen für Werbezwecke - und eben auch Schaufensterfolien, wie man sie an der Bahnhofstraße in Bischofswerda sieht.

Seit Jahren arbeitet sie auf diesem Gebiet mit dem Bischofswerdaer Textilhändler PTH group zusammen, der 120 Markengeschäfte in Deutschland und Tschechien betreibt. Eröffnet die PTH group irgendwo in Deutschland ein neues Geschäft, greift das Unternehmen oft schon vor Beginn der Bauarbeiten auf die Leistungen der Steinigtwolmsdorferin zurück. Sie gestaltet und montiert die Schaufensterfolien, die auf die bevorstehende Neueröffnung hinweisen, während dahinter das Geschäft eingerichtet wird.  

Auch das Folieren von Möbeln, beispielsweise beim Einrichten von Geschäften, ist zunehmend gefragt. Ein Wachstumsmarkt, sagen Mirjam Köhler und Frank Israel. 

Seit Beginn dieses Jahres mit Meisterbrief

Mirjam Köhler hat ihr Handwerk von der Pike auf gelernt. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Schilder- und Lichtreklame-Herstellerin und hat seit Beginn dieses Jahres auf diesem Gebiet den Meisterbrief. Ihr dreijähriges Meisterstudium absolvierte die Mutter von drei Kindern im Alter von 14, zwölf und sechs Jahren neben Familie und Beruf. Dafür zollt ihr Frank Israel hohen Respekt. 

Die 39-Jährige muss sich gut organisieren, um alles unter einen Hut zu bekommen. Ihre älteste Tochter nehme ihr viel Arbeit ab, sagt Mirjam Köhler. Auch ihre Eltern in Oppach unterstützen sie sehr. 

Frank Israel bleibt weiter mit dem Unternehmen verbunden - nicht nur als Verpächter, sondern auch mit seinem Branchen- und Fachwissen. Der 63-Jährige hat ein gutes Gefühl, dass die Betriebsübergabe diesmal gelingt. Ein Jahr lang hatten beide Firmenchefs ihre Betriebe parallel laufen lassen, ehe sie sich zu Beginn dieses Jahres auf das Pachtverhältnis mit Kaufoption verständigten. 

Zweiter Anlauf für die Betriebsübergabe

Die Unternehmensnachfolge ist für den Naundorfer bereits seit längerer Zeit ein Thema. Um den Bischofswerdaer Betrieb langfristig zu sichern, verkaufte er seine Firma im Jahr 2015 an das Lausitzer Druckhaus in Bautzen, wobei der Name Issitec erhalten blieb. Die Insolvenz  des Druckhauses  zweieinhalb Jahre später stellte auch die Zukunft des Bischofswerdaer Betriebsteils in Frage. Unter Mühen kaufte Frank Israel seinen Betrieb 2017 zurück und startete noch einmal neu. 

Doch auch mit 63 Jahren denkt er noch nicht ganz an den Ruhestand. Er betreibt als Partner eines Maschinenherstellers ein Laserkompetenzzentrum. Davon soll auch MPunkt.Issitec profitieren. Beispielsweise vom Know-how für das Beschriften von Maschinenschildern mittels Laserstrahl. 

Die Leistungen der zuvor selbstständigen Betriebe bleiben die gleichen. Allerdings ist es jetzt möglich, Leistungen von der Design-Entwicklung bis zum fertigen Produkt - angefangen bei Visitenkarten bis zur Fahrzeugbeschriftung - aus einer Hand anzubieten, sagt Mirjam Köhler. Vor allem mittelständische Firmen und private Auftraggeber, aber auch Städte und Gemeinden, die zum Beispiel ihre Feuerwehrautos beschriften lassen,  gehören zu ihrem Kundenkreis. Die Folgen von Corona taten der Branche bisher keinen Abbruch. 

Sie möchte die Firma an den Standorten Bischofswerda und Steinigtwolmsdorf weiterführen und in der Perspektive weitere Mitarbeiter einstellen, sagt die neue Chefin zu ihren Plänen. Eine Fachkraft auf dem Gebiet der Autofolierung hat schon jetzt eine Chance auf Einstellung. Auch der kaufmännische Bereich soll in Zukunft gestärkt werden. 

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