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Bischofswerdaer räumen nach dem Wesenitz-Hochwasser auf

So hoch wie am Sonnabend war der Flusspegel noch nie, sagen Bewohner der Stadt. Mancher verlor einen Teil seines Hausrats.

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Von Ingolf Reinsch

Die Sandsäcke stapeln sich am Tor, daneben liegen durchnässte Möbel und Hausrat – dieses Bild bot sich gestern vor mehreren Grundstücken auf der Straße Zum Wiesengrund in Bischofswerda. Als die Wassermassen kamen, hatten die Anwohner keine Chance. Enrico Reuß: „Das Hochwasser hat uns in der Nacht überrascht. Nach anfänglichen verzweifelten Versuchen, die Grundstücke mit Sandsäcken zu schützen, lief die Flut durch Türen und Fenster.“ Die Feuerwehr half und pumpte Keller aus – auf dieser und zahlreichen anderen Straßen in Wesenitznähe. „Die Kameraden haben sehr gut gearbeitet, dafür ein großes Dankeschön“, sagte Enrico Reuß.

Rund 20 Keller musste die Feuerwehr seit dem Wochenende in der Stadt auspumpen. Gestern noch waren Feuerwehrleute im Wasserwerk am Schmöllner Weg sowie im Bauamt an der Breitscheidstraße, das sich unmittelbar an der Wesenitz befindet, im Einsatz. Am Wochenende waren unter anderem Herrmannstraße, Bahnhofstraße, Große Töpfergasse, Dresdener Straße und die Straße am Mühlteich Einsatzschwerpunkte. Bischofswerdaer Feuerwehrleute halfen auch im Oberland. Sie wurden mit ihrer Spezialtechnik nach Weigsdorf-Köblitz gerufen, um das aus einer Heizungsanlage ausgelaufene Öl vom Wasser zu trennen. In Kirschau sollten sie mit dem Schlauchboot zum Einsatz kommen. „Hier war die Strömung zu groß, so dass wir das Leben unserer Kameraden aufs Spiel gesetzt hätten“, sagte gestern Ortswehrleiter Sixten Mütterlein. Folglich kam das Schlauchboot nicht zum Einsatz.

Größere Schäden an Gemeindestraßen gibt es in Bischofswerda vor allem auf der verlängerten Straße Zum Wiesengrund sowie in Neudrebnitz. Bauhofleiter Frank Bär: „Der Weg zwischen der Villa Arnold und der Straße Zum Wiesengrund ist an der Wesenitzbrücke völlig zerstört. In Großdrebnitz steht die Zufahrtsstraße nach Neudrebnitz unter Schlamm.“ Bauhof-Mitarbeiter machten sie gestern wieder befahrbar. Seite 15

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