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So geht's an Schiebocks Bahnbrücke weiter

Auf der Dauerbaustelle an der Neustädter Straße bleibt es bis Mitte September bei der halbseitigen Sperrung. Am kommenden Montag wird es dort eng.

Ein Bild, das viele Bischofswerda täglich vor Augen haben: Ampelrot an der Baustelle Neustädter Straße. Noch bis September dauern hier die Arbeiten zum Neubau einer Stützmauer.
Ein Bild, das viele Bischofswerda täglich vor Augen haben: Ampelrot an der Baustelle Neustädter Straße. Noch bis September dauern hier die Arbeiten zum Neubau einer Stützmauer. © Steffen Unger

Bischofswerda. Es rollt auf einer Fahrspur auf der Neustädter Straße in Bischofswerda - vorbei an der Baustelle unterhalb des East Club, wo die Deutsche Bahn seit Anfang Juni die Böschung sichern und die Stützmauer erneuern lässt.  

Zu längeren Staus an der Baustellenampel ist es bisher nicht gekommen - auch, weil viele Kraftfahrer das Ampelrot umgehen und die benachbarte Bahnunterführung an der Süßmilchstraße nutzen. 

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Das könnte am kommenden Montag anders sein. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, wird die Süßmilchstraße im Brückenbereich am 17. August in der Zeit von 7 bis 18 Uhr voll gesperrt. Grund sind Reparaturarbeiten an der erst vor wenigen Jahren neu errichteten Brücke durch die Deutsche Bahn. Autofahrern bleibt an diesem Tag auf dem Weg zwischen Innen- und Südstadt nur das Nadelöhr Neustädter Straße - oder der Umweg über die Umgehungsstraße. Das bedeutet Staugefahr an der Brücke Neustädter Straße und am nur wenige Meter davon entfernten Kreisverkehr.  

Fast zwei Jahre Baustelle

Im September werden es zwei Jahren, dass an der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung in Bischofswerda gebaut wird, lange Zeit bei Vollsperrung. Im Vorgriff auf den damals bevorstehenden Neubau der Bahnbrücke ließ zuerst die Wasserversorgung im Herbst 2018 die  Trinkwasserleitung austauschen. Es folgten der Abriss der alten Bahnbrücke und der Bau der neuen Brücke, was mehr als ein Jahr dauerte. Anschließend ließ der Landkreis in diesem Frühjahr die  Straßendecke in diesem Bereich erneuern. 

Alles paletti, könnte man meinen. Doch es sollte anders kommen. Während der Brückenbauarbeiten wurde festgestellt, dass die benachbarte Stützmauer nicht mehr standsicher ist und einzufallen drohte. Fußgänger und Autofahrer wären dadurch gefährdet gewesen. 

"Die Erneuerung der Stützwand ist zusätzlich erforderlich geworden, hervorgerufen durch ungeplante Verformungen nach dem Abbruch der Eisenbahnüberführung. Die Umsetzung in der ursprünglich angesetzten Bauzeit für den Brückenneubau war wegen der erheblichen Mehraufwendungen leider nicht möglich." So begründete eine Bahnsprecherin im Mai gegenüber Saechsische.de, warum Brücke und Stützmauer nicht in einem Zuge gebaut worden sind.  

Stützwand wird mit Granitsteinen verblendet

Die Arbeiten erfolgen jetzt bei halbseitiger Straßensperrung - auf der erst kurz zuvor sanierten Straße. Vor allem Letzteres löste bei vielen Menschen in Bischofswerda Kopfschütteln aus, auch wenn die Verantwortlichen versichern, die Baustelle sei so abgesichert, dass der neue Asphalt keinen Schaden nimmt. 

Nach Informationen aus dem Rathaus wurde die halbseitige Straßensperrung im Brückenbereich Neustädter Straße bis zum 18. September genehmigt. Bahn-Sprecher Jörg Bönisch sagt zum aktuellen Baustand: "Die Hauptbauarbeiten dauern bis Mitte September, abschließende Arbeiten finden bis Ende September statt."

Der Bau der Stützwand verbindet sich mit mehreren Herausforderungen. Um sie zu errichten, mussten  Stahlträger in den Boden gerammt werden, erläutert Jörg Bönisch. "Eine Besonderheit ist, dass diese nicht mit einer Rückverankerung versehen sind. Die sichere Verankerung wurde über ein tieferes Rammen der Stahlträger, eine größere Einspannung und eine größere Dimensionierung der Träger erzielt." Der zurzeit noch sichtbare Kopfbalken der Stützwand ist aus Beton. Er wird - entsprechend der früheren Wand - mit Granitsteinen verblendet. Die Arbeiten an der künftigen Granitsteinmauer beginnen in diesen Tagen. Außerdem sind noch Arbeiten am Fußweg erforderlich. 

In sechs Jahren vier Bahnbrücken erneuert

Trotz der fast zweijährigen Verkehrsbehinderungen für viele Bischofswerdaer - sowohl Autofahrer als auch Fußgänger -  überwiegen auf lange Sicht die Vorteile der jetzigen Bauarbeiten. 

Die Deutsche Bahn investiert allein an der Neustädter Straße rund sechs Millionen Euro in den Brücken- und Böschungsbau. Es ist die vierte großere Brücke in Bischofswerda, die die Bahn innerhalb weniger Jahre modernisierte und tauglich für höhere Geschwindigkeiten der Züge und eine künftige Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden - Görlitz machte. 

Bereits im Jahr 2014 wurde die Brücke an der Süßmilchstraße durch einen Neubau ersetzt.  Es folgte im Jahr darauf die Sanierung der Bahnbrücke in Richtung Zittau am Horkaer Weg. In den vergangenem beiden Jahren liefen Sanierungsarbeiten an der Brücke Stolpener Straße zwischen Bischofswerda und Weickersdorf. Dort wurden die Fahrbahnplatte und die Stützmauern erneuert sowie das Mauerwerk des Granitgewölbes ertüchtigt.  

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