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Bitte mehr zeitgenössische Kunst!

Die „Kunstpausen“ zur Schau „Ortsbestimmung“ kamen gut an. Deshalb wird es noch mehr davon im Kaisertrutz geben.

Von Ines Eifler

Die Buchcoverentwürfe von Bodo Rau, die Grafik von Georg Baselitz, die bunten Keramikbüsten von Rosi Steinbach, all das hat den Besuchern der zeitgenössischen Kunstausstellung „Ortsbestimmung“ im Kaisertrutz gut gefallen. „Viele sagen, wie gerne sie noch mehr und öfter zeitgenössische Kunst sehen würden“, sagt Kunsthistoriker Kai Wenzel. Mehr als 2 500 Leute besuchten die Ausstellung. Für einen Winter sei das ganz beachtlich.

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Und auch zu den 22 „Kunstpausen“ kann das Museum resümieren: Experiment gelungen. Jeden Mittwoch, 12.12 Uhr, hatte Kai Wenzel dazu eingeladen. Zu einem 20-minütigen Vortrag, der zur Auseinandersetzung mit einem einzelnen Werk der Ausstellung anregte. Und er ist zufrieden: Mehr als neugierige 40 Besucher kamen, als es um Bodo Rau ging, über 30, um mehr über Georg Baselitz zu erfahren, sonst meist um die 20. Und im Laufe der Zeit bildete sich ein fester Stamm aus Leuten heraus, die regelmäßig da waren. Es kamen Rentner, darunter vor allem an Kunst interessierte Neu-Görlitzer. Aber auch Werktätige nutzten das Angebot, um statt zu essen Kunst in der Mittagspause zu genießen.

Die intensive Beschäftigung mit jeweils einem einzigen Kunstwerk sei für viele der Besucher Anlass gewesen, sich weitere Werke der Ausstellung aufmerksamer als gewöhnlich anzusehen und sich auch mit dem Künstler zu beschäftigen, sagt Kai Wenzel.

Die Ausstellung ist inzwischen abgebaut, die Werke sind wieder zurück bei ihren Leihgebern. Doch bis Ende März sind Filme zu sehen, die zeigen, wie sich Kinder mit der Kunst befasst haben. Diese hatten zunächst einige Werke spontan beschrieben und nach der Beschäftigung damit ein zweites Mal. Wie unterschiedlich oder auch wie ähnlich diese Beschreibungen ausfallen, kann man sich ab Ende der Woche im Kaisertrutzfoyer ansehen.

Das Format der Kunstpause will das Museum beibehalten. Auch in der Adelsausstellung, die das Schlesische und das Kulturhistorische Museum ab Ende Mai im Kaisertrutz zeigen, wird es kurze Mittagsführungen zu einzelnen Exponaten geben. Um sich wieder mehr zeitgenössische Kunst ansehen zu können, müssen Interessierte aber noch etwas warten. Ende des Jahres eröffnet im Kaisertrutz die „Galerie der Moderne“ mit Kunst aus der Lausitz. Dort wird auch eine Wand für wechselnde Werke zeitgenössischer sächsischer Künstler reserviert sein. Bis zu einer größeren Sonderausstellung überregionaler zeitgenössischer Kunst wird es aber noch etwa zwei Jahre dauern.