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Blasmusik jetzt mit neuen Tönen

Zur öffentlichen Probe der Berthelsdorfer Feuerwehrkapelle konnten die fast 300 Besucher gleich vier neue Musikanten – darunter zwei Tschechen – begrüßen. Bei herrlichem Wetter sowie Bratwurst und Bier erlebten die Gäste einen klangvollen Sommerabend mit viel guter Stimmung.

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Von Andreas Herrmann

Zur öffentlichen Probe der Berthelsdorfer Feuerwehrkapelle konnten die fast 300 Besucher gleich vier neue Musikanten – darunter zwei Tschechen – begrüßen. Bei herrlichem Wetter sowie Bratwurst und Bier erlebten die Gäste einen klangvollen Sommerabend mit viel guter Stimmung.

Mit seinen 25 Jahren zählt Manuel Rentsch – einer der vier Neuen – zu den jüngeren Musikern. Seit dem sechsten Lebensjahr spielt er Posaune. Musikalisch führte sein Weg vom Jugendblasorchester Bautzen über ein Stipendium in den USA bis zum Stabsmusikkorps der Bundeswehr in Berlin. In die Oberlausitz kam er wegen seiner Freundin zurück. Außerdem absolviert er im Moment eine Lehre als Krankenpfleger in Görlitz. Bei den Berthelsdorfern schon früher ausgeholfen hat der Schlagzeuger Thomas Börner, der sich nun endgültig für die aktive Mitgliedschaft in der Feuerwehrkapelle entschieden hat. Das Zusammenspiel mit den Bläsern funktioniere sehr gut, sagt er. Seine Lieblingslieder sind die böhmische Moravanka, aber auch flotte Märsche wie „Alte Kameraden“.

Deutsche und tschechische Stücke gleichermaßen liebt auch Joachim Sollanek. Der Tscheche verstärkt ab sofort als Klarinettist die Kapelle. Erlernt hat er sein Instrument bei einem Privatlehrer, der Militärmusiker war. Später kam er selbst zum tschechischen Militär, durfte dort aber keine Musik machen. Erst nach seinem Dienst griff er in Sluknov (Schluckenau) wieder zur Klarinette. Mit einem zünftigen Trompetensolo hat am Mittwochabend ein zweiter Tscheche – Karel Dvorsky – seinen Einstand bei den Berthelsdorfern gegeben. Im Moment ist die Musik noch Hobby des Mannes, der sein Geld als Busfahrer verdient. Allerdings will er die Blasmusik einmal zum Beruf machen. Immerhin hat Karel Dvorsky das Konservatorium in Teplice besucht und spielt in der Varnsdorfer Philharmonie mit.

Neu sind tschechische Musiker in der Berthelsdorfer Kapelle allerdings nicht. Schon seit zwölf Jahren spielt Jiri Navratil hier mit. Er lernte die Berthelsdorfer bei einem Auftritt in Ebersbach kennen, wo damals seine Wehr – die Ebersbacher Partner aus dem tschechischen Jirikov – zu Besuch war. Laut Navratil suchen die tschechischen Bläser manchmal neue Herausforderungen im Nachbarland, weil es bei ihnen immer weniger Blaskapellen gibt. Der am weitesten gereiste Gast auf der Probe am Mittwoch kam jedoch aus den USA. Katharine Gerbner aus Boston arbeitet zurzeit im Herrnhuter Unitätsarchiv und hatte dort von einer Freundin erfahren, dass abends Blasmusik aus der Region gespielt wird.