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Bleiben die Bäume wirklich in der Neiße?

Mehrere Bäume konnten den Wassermassen am Sonntag nicht mehr standhalten. Was mit ihnen jetzt passiert.

Das Bild wird man wahrscheinlich noch länger sehen: Bäume, die in einem Sumpfgebiet nahe der Weinlache ins Wasser gestürzt sind. Sie werden voraussichtlich liegen bleiben.
Das Bild wird man wahrscheinlich noch länger sehen: Bäume, die in einem Sumpfgebiet nahe der Weinlache ins Wasser gestürzt sind. Sie werden voraussichtlich liegen bleiben. © Nikolai Schmidt

Spektakulär sieht es aus: Mehrere Bäume, die wie aufgereiht im Wasser liegen. Die Wurzeln ragen aus dem Erdreich. Ein Ergebnis des Hochwassers am Sonntag, bei dem der Görlitzer Neißepegel auf Alarmstufe 2 geklettert war. Einige Bäume am Neißeufer hatten den Wassermassen nicht mehr standhalten können. 

Was aus ihnen nun wird? Zunächst hieß es seitens der Stadt: "Vier weitere Bäume sind beim Volksbad in die Neiße gekippt und werden dort verbleiben, da es sich um ein Landschaftsschutzgebiet handelt." Das hört sich gefährlich an - mit Blick auf ein nächstes Hochwasser. Ganz so ist es nicht, erklärt Torsten Tschage vom Bau- und Liegenschaftsamt. "Wir sprechen von zwei unterschiedlichen Stellen."

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Bäume im Sumpf bleiben liegen

Zum einen sind Bäume beim Volksbad ganz in der Nähe eines Pumpwerks umgestürzt. Ein Sumpfgebiet. Wegen des hohen Wasserstandes aktuell könne es so aussehen, als würde es mit zur Weinlache, einem Nebenarm der Neiße, gehören, so sei es aber nicht, erklärt Tschage. Normalerweise ist es dort weniger feucht. Dieses Gelände gehört der Stadt. Es ist zwar noch nicht sicher, wahrscheinlich aber sollen die Bäume in diesem Sumpfgebiet tatsächlich liegen bleiben.

Zum anderen gebe es weitere Stellen  - 50 bis 100 Meter flussaufwärts -  wo Bäume in die Weinlache gekippt sind. Hier liege die Entscheidung aber nicht bei der Stadt, erklärt Tschage, sondern bei der Landestalsperrenverwaltung (LTV), die in Sachsen für Gewässer erster Ordnung - dazu zählt die Neiße mit ihren Nebenarmen - zuständig ist. 

Zwei Bäume direkt in die Neiße gestürzt

Vor allem geht es um die Frage: Können sie bei Hochwasser zur Gefahr werden? Die Bäume, die in die Weinlache gefallen sind, bilden kein Abflusshindernis, teilt LTV-Sprecherin Patricia Zedel mit. Zwei weitere Bäume allerdings sind tatsächlich direkt in die Neiße gestürzt "und werden unverzüglich von der Landestalsperrenverwaltung beräumt".

Wie weiter beim Neißeradweg?

Durch umgestürzte oder in Schieflage geratene Bäume wurde am Sonntag auch ein Teil des Neißeradweges beim Volksbad beschädigt: Auf dem Inselweg sind Teile der Straße aufgebrochen, er musste gesperrt werden. Die Stadt will versuchen, ihn bis Ende der Woche wieder zu öffnen. Zu Wochenbeginn ließ sich aber noch nicht genau sagen, wie groß das Ausmaß ist, weil einige Schadstellen noch mit Wasser gefüllt waren. "Bei zwei kleineren Schadstellen ist die Nutzung des Weges nicht erheblich beeinträchtigt", teilt Sprecherin Juliane Zachmann mit. "Bei einer größeren Schadstelle muss geprüft werden, ob dort der Weg für längere Zeit gesperrt bleiben muss." 

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