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Bleiben die Kitabeiträge stabil?

Die Stadt baut für 24 Kinder eine Krippe für 900 000 Euro. Hinzu kommen die Betriebskosten. Was bedeutet das für die Eltern?

Von Heike Sabel

Heidenau baut eine Kinderkrippe. Ganz schnell, bis Ende des Jahres, weil Betreuungsplätze fehlen und die Tagesmütter allein es nicht mehr schaffen. So weit, so gut. Doch was wird mit den Elternbeiträgen?

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Immerhin steigen mit einer neuen Einrichtung auch die Betriebskosten, die Grundlage für die Berechnung der Gebühren sind, die die Eltern bezahlen müssen. Also steigen die Gebühren. Nein, sagt die Stadtverwaltung.

Die Betriebskostenberechnung bezieht sich immer auf alle Kindereinrichtungen und alle Plätze, erklärt Jana Schirmer, die zuständige Sachgebietsleiterin. Das heißt, wenn jetzt durch den Anbau an die Wurzelzwerge-Kita 24 Krippenplätze geschaffen werden, steigen zwar die Betriebskosten, aber eben auch die Zahl der Plätze. „Somit haben die neu geschaffenen Plätze keine Auswirkung auf die Höhe des Elternbeitrages“, sagt Jana Schirmer. Den Stadträten war das offensichtlich klar oder dachten sie nicht daran, jedenfalls hatte nach den Auswirkungen auf die Gebühren keiner gefragt. Für die Elternbeiträge im Krippenbereich gilt in Heidenau, dass 22,5 Prozent aller Betriebskosten aller Einrichtungen auf die Eltern umgelegt werden.

Die schnelle Entscheidung der Heidenauer für den Krippenanbau hatte im Wesentlichen zwei Gründe. Der erste ist der erwähnte Platzmangel. Im August nächsten Jahres würden ohne den Anbau 33 Plätze fehlen. Mindestens. Die Stadt weiß das dank Internetanmeldesystem „Kleiner Vogel“ jetzt schon. Hier können Eltern schon vor der Geburt ihrer Kinder den Bedarf anmelden. Hinzu kommt der seit August 2013 geltende Rechtsanspruch der Eltern auf einen Krippenplatz. Das hat zur Folge, dass der Anteil der Null- bis Dreijährigen, die betreut werden, von 50 auf 61 Prozent gestiegen ist. Der zweite Grund ist das Geld. Der Landkreis hat Heidenau 250 000 Euro Fördergeld versprochen. Das ist natürlich ein Argument.

Für Familienamtsleiterin Sylvia Röder bedeutet die Entscheidung für den Anbau nun einigen Stress. „Es ist nicht leicht, in so kurzer Zeit eine Kita zu zaubern und dabei alle einzubeziehen.“