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Bleibt die Klotzscher Schwimmhalle?

Eine Lösung am jetzigen Standort ist denkbar. Anfang März soll es eine Diskussionsrunde mit Finanzbürgermeister Peter Lames und Bäder-Chef Matthias Waurick geben.

© SZ

Von Thomas Drendel

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Dresden-Klotzsche. Gut 500 Schwimmer von den Vereinen aus Weixdorf und Klotzsche, dazu Hunderte Mädchen und Jungen aus den umliegenden Schulen und Freizeitschwimmer bis aus Ottendorf und Radeberg. Die Halle am Flughafen in Klotzsche ist randvoll belegt. Dennoch ist immer wieder von einer Schließung die Rede. Denn seit Langem ist klar, die Halle ist für den Dresdner Norden viel zu klein.

Besondere Brisanz erhält die Diskussion derzeit durch die Neufassung der Dresdner Bäderkonzeption. In dem Papier wird die Bäderlandschaft in der Stadt neu geregelt. Die Zeit drängt. Im ersten Halbjahr soll der Entwurf vorliegen. Was da nicht drin steht, hat wenig Chancen auf Umsetzung. Vor diesem Hintergrund trafen sich jetzt Sportler und Politiker zum Gespräch beim CDU-Landtagsabgeordneten und Ortsvorsteher von Langebrück, Christian Hartmann.

Für Manfred Weise ehemaliger Abteilungsleiter Schwimmen der Sportgemeinschaft Klotzsche ist die Sache klar. Die Halle muss bleiben. „Wir brauchen die Anlage an diesem Standort. Schulsport, Verein und das öffentliche Schwimmen, sie ist vollständig ausgebucht. Wird sie geschlossen, dann sterben die Strukturen im Schwimmsport hier in Klotzsche und Weixdorf“, ist er sich sicher. Die Argumente vom schlechten Zustand der Bausubstanz lässt er nicht gelten. „Sicher, die Halle ist sanierungsbedürftig. Das Mauerwerk ist an einer Stelle feucht, das lässt sich aber in Ordnung bringen. Das Becken ist bei früheren Arbeiten mit starken Trägern stabilisiert worden und auch die sanitären Anlagen wurden modernisiert. Die Schwimmhalle ist keinesfalls in einem so schlechten Zustand, wie immer behauptet wird“, sagt er.

Gute Busverbindung zur Halle

Nach seinen Informationen läuft die Betriebsgenehmigung der Halle bis 2022. Die Anbindung ans Busnetz könnte zwar besser sein, doch nach seinen Erfahrungen kommen alle Schwimmer gut zu der Halle. „Die Kinder kommen mit dem Bus und wenn das Training länger dauert, dann werden sie ohnehin von den Eltern abgeholt.“ Bei einer Verlagerung der Schwimmhalle in das Stadtzentrum würde die Erreichbarkeit für Schwimmer aus Weixdorf und Klotzsche deutlich schlechter. Weiteres Plus ist die Sporthalle im gleichen Gebäude. „Dort absolvieren wir auch unser Krafttraining. Anderswo gibt es das nicht.“

Für Christian Hartmann gibt es vor allem einen Grund für die Neuordnung. „Die Hallenkapazität ist viel zu gering“, sagt er. Das wurde schon bei einer Analyse in den 90er-Jahren festgestellt. Mit der Zeit habe sich die Lage noch verschärft. Dresden ist entgegen der damaligen Prognosen gewachsen, es gibt mehr Kinder als vorausgesagt. „Das verschärft die Situation besonders beim Schulschwimmen, aber auch beim Vereinssport und beim Freizeitschwimmen. Alle sind sich einig, wir brauchen dringend mehr Wasserfläche.“ Nach seinen Worten sind mehrere Lösungen möglich. „Einmal ist der Bau einer großen Halle denkbar oder auch die Errichtung mehrerer kleiner Hallen.“

Diskussionsrunde Anfang März

Er selber ist für den Erhalt des Standortes in Klotzsche. „Er ist gut für die Vereine in Klotzsche und Weixdorf, für die Schüler und alle, die einfach nach Feierabend ihre Bahnen schwimmen wollen. Ich weiß aber auch, dass es in Pieschen und der Neustadt Schwimmvereine gibt, die eine stadtnahe Lösung bevorzugen.“ Letztendlich gehe es darum, eine ganzheitliche Lösung zu finden, in der möglichst die Interessen aller Stadtteile im Dresdner Norden berücksichtigt werden. Wegen der Brisanz des Themas soll es am 7. März eine Diskussionsrunde mit Finanzbürgermeister Peter Lames und dem Chef der Dresdner Bäder GmbH, Matthias Waurick, geben. „Die genaue Zeit und den Ort werden wir noch bekannt geben“, sagte Hartmann.