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Bleibt er Schleifes Bürgermeister?

Der Gemeinderat hatte Jörg Funda im Juli zum vorläufigen Gemeindeoberhaupt bestellt. Jetzt will er sich auch das Votum der Wähler sichern.

Jörg Funda, seit Juli Bürgermeister in Schleife, wurde von der CDU nominiert, um das Amt auch nach dem 1. November weiter auszuüben.
Jörg Funda, seit Juli Bürgermeister in Schleife, wurde von der CDU nominiert, um das Amt auch nach dem 1. November weiter auszuüben. © privat

Schleife. Seit Dienstag steht fest: Der CDU-Verband Kirchspiel Schleife schickt Jörg Funda ins Rennen um das Bürgermeisteramt. In einer öffentlichen Mitgliederversammlung zur Aufstellung des CDU-Bewerbers wurde der 55-Jährige nominiert. Von den elf Mitgliedern des Gemeindeverbandes stimmten alle sieben Anwesenden für ihn. Einen anderen Vorschlag aus den Reihen der CDU gab es nicht.

Das Ergebnis ist keine Überraschung. Nachdem Schleifes Bürgermeister Reinhard Bork zum 31. Juli in den Ruhestand wechselte, hatte der Gemeinderat dem bisherigen Stellvertreter Jörg Funda (CDU) einstimmig das Vertrauen ausgesprochen, die Geschicke der Gemeinde bis zur Wahl eines neuen Bürgermeisters oder einer Bürgermeisterin in die Hände zu nehmen. Die Wahl ist für den 1. November, eine eventuell erforderliche Stichwahl für den 15. November angesetzt. Bis dahin fungiert Hans-Jörg Funda, wie er mit vollständigem Namen heißt, als Amtsverweser, darf sich aber gemäß der Sächsischen Gemeindeordnung als Bürgermeister bezeichnen.

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Seit vielen Jahren ist er engagiert

Mit der Ernennung zum – wenn auch vorläufigen – Gemeindeoberhaupt ist der seit vielen Jahren engagierte Mann seine kommunalpolitischen Ämter im Gemeinderat Schleife und im Ortschaftsrat Rohne los. Ein großes Risiko. Denn dies gilt auch dann, wenn er nicht zum Bürgermeister gewählt werden sollte. Dessen ist sich Jörg Funda bewusst. Ohne Netz und doppeltem Boden habe er sich dennoch darauf eingelassen, erklärt er im Gespräch mit Tageblatt. „Bürgermeister sein, das ist nicht einfach so ein Job, das geht nicht halbherzig“, sagt er. Im Juli hatte er mit seiner Frau Simone eine Woche Urlaub und in dieser Zeit zusammen mit ihr intensiv darüber nachgedacht. Er spüre schon eine gewisse Anspannung und habe großen Respekt vor dem Amt, sagt er. „Die Legitimation durch den Gemeinderat ist eine Sache, aber auch die der Bürger zu bekommen, noch einmal etwas ganz Anderes“, erklärt Jörg Funda.

Als gelernter Elektronik-Facharbeiter hatte er einst Zugang zu moderner Technik, die aber mit der Wende vollkommen überholt war. Dass die Menschen seinerzeit in 1.000-er Schritten entlassen wurden, sei eine bittere Erfahrung, die bis heute nachwirke. Es folgte eine weitere bittere Pille mit dem Aus seiner damals mit viel Motivation, aber wenig betriebswirtschaftlichen Kenntnissen begonnenen Selbstständigkeit. Funda setzte sich auf die Schulbank und holte sich die Aha-Effekte, wie er sagt. Der nunmehr studierte Immobilienfachwirt führt seit Mai 2002 die Geschäfte der Erlebniswelt in Krauschwitz. Er sei „aus tiefstem Herzen Unternehmer“ – mit dem Anspruch, „selber etwas zu unternehmen und nicht zu warten, bis etwas passiert.“

Seit 1990 nur CDU-Bürgermeister

Ortsvorsitzende Kati Struck schraubt die Erwartungen hoch. Seit 1990 ist das Bürgermeisteramt in Schleife fest in CDU-Hand. Auf Helmut Hantscho und Hans Hascha war 2008 der parteilose Reinhard Bork mit CDU-Mandat gefolgt. „Jörg ist mit seiner tiefen Verwurzelung und seiner offenen und kommunikativen Art bestens für diese Aufgabe geeignet“, kommentiert sie die Nominierung. Außer in Schleife wird 2020 im Landkreis Görlitz nur in Oderwitz ein neues Gemeindeoberhaupt gewählt. Man wolle, dass es in Schleife weiter vorangeht, hieß es am Dienstag bei der CDU.

Mit dem Bergbau bis 2038 und den gleichzeitigen ersten Maßnahmen des Strukturwandels, mit demografischem Wandel, Digitalisierung und weiteren Aufgaben steht der neue Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin, gleich welcher Couleur, vor großen Herausforderungen. Ihre Ideen dazu werden die Kandidaten mit Wählern in Schleife sowie den Ortsteilen Rohne und Mulkwitz diskutieren.

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Schon vor der Nominierung des CDU-Bewerbers war bis Dienstag ein Wahlvorschlag beim Gemeindewahlausschuss eingegangen. Dessen Leiter Ronny Jurk darf gemäß der gesetzlichen Vorgaben nicht sagen, um wen es sich dabei handelt. Das kann nur der oder die Betreffende selber tun. Noch bis 27. August 18 Uhr können Kandidaten von Parteien, Wählervereinigungen oder als Einzelbewerber mit mindestens 40 Unterstützerunterschriften nominiert werden. Am 28. August um 17 Uhr entscheidet der Gemeindewahlausschuss in einer öffentlichen Veranstaltung im Gemeindeamt über die Zulassung der Wahlvorschläge. Dann beginnt der Wahlkampf.

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