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Blick fürs Wesentliche geht verloren

über die Fenster im Dohnaer Rathaus

Heike Sabel

wohl noch nie ist so viel über Fenster diskutiert worden. Die Dohnaer haben die Fenster im Rathaus zum Politikum gemacht. Der Bürgermeister versucht, bei seinem Vorgänger Fehler zu entdecken. Die Freien Wähler im Rat drehen den Spieß um. Sie werfen dem Bürgermeister vor, Historisches nicht zu schätzen, gegen den Willen der Dohnaer vorzugehen.

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Jeder lässt Gutachten machen, die dann das besagen, was der Auftraggeber gern hören bzw. lesen möchte. Die Suche nach der Geschichte der Fenster wird zum Krimi. Wer sich die Fenster im Ratssaal ansieht, wird nichts Besonderes entdecken. Eine blau-rot-bunte Kante. Geschmacks- und Modesache. Wahrscheinlich tausendfach eingebaut. Der eine mag es, der andere nicht. Manchmal hängt man an Wertlosem mehr als an Wertvollem. Das ist menschlich, sollte aber nicht den Blick für das Wesentliche trüben.

Am Ende geht es nämlich gar nicht mehr um die Fenster, wer sie wann wie warum eingebaut hat, in welchem Zustand sie sind, was zu retten ist oder wie sie künftig aussehen sollen. Die Fenster werden politisch. Sie müssen für die Auseinandersetzung zwischen Bürgermeister und Opposition herhalten. Dem Denkmalschutz sind die jetzigen Fenster relativ egal. Das sollte ein Signal sein.

Fenster sind die Augen der Häuser – und die verändern sich mit den Häusern.