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Blick in die saubere Schwarzküche

Die Kochstelle wird erst errichtet. Das gesamte Hinterschloss von Burg Mildenstein ist derzeit eine Großbaustelle.

Von Tina Soltysiak

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Noch glänzen die roten Ziegel im Herrenhaus. Das kann sich in diesem Jahr allerdings ändern. Dann werden sie mit der Zeit schwarz sein. Denn an dieser Stelle wird eine zweite Schwarzküche errichtet. Kochen wie im Mittelalter wird dadurch möglich. Ihren Namen verdankt sie dem Ruß an der Decke, der von der offenen Feuerstelle stammt. „Sie wird dem Vorbild aus der Zeit um 1420 nachempfunden“, verrät Bernd Wippert, technischer Leiter der Muldenschlösser.

Der Herd ist schon gemauert. Auch der Kamin ist schon fertig. Was fehlt, ist ein Balken, an dem der große Kessel hängen wird. Außerdem ist der Raum, in dem die Schwarzküche steht, eine einzige Baustelle – so, wie das gesamte Hinterschloss von Burg Mildenstein.

Seit gut einem Jahr wird es ausgebaut. Möglich ist dies durch die Investition des Sächsischen Finanzministeriums in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro. Dem Freistaat gehört die Burg Mildenstein. „Die Außenhülle ist in Ordnung, das Dach ist zum Beispiel neu“, sagt Wippert. Der Umbau erfolge nutzerspezifisch. So soll im Hinterschloss eine Dauerausstellung entstehen. „In dieser wird die Geschichte der Stadt Leisnig eine Rolle spielen, da sie eng mit der Burg verbunden ist“, verrät die Mildensteiner Marketingchefin Sabine Rötzsch. Die Säulenhalle im Erdgeschoss des Herrenhauses ist für Sonderausstellungen vorgesehen. „Damit sind wir nicht mehr ausschließlich auf den Kornhausboden angewiesen“, ergänzt sie. Zudem habe der ebenerdige Zugang den Vorteil, dass der Raum behindertengerecht ist.

Großer Trausaal entsteht

Im ersten Obergeschoss des Herrenhauses wird es nach dem Ende der Bauarbeiten eine große Tafelstube geben. Die ist nicht nur für lange Tische vorgesehen, sondern auch als Trausaal. „Sie kann ebenso für Lesungen oder dergleichen genutzt werden“, meint Bernd Wippert. Der Raum muss fast in Gänze restauriert werden. Und er soll ein besonderes Schmuckstück beherbergen: einen großen Kachelofen – 3,50 Meter hoch und 3,5 Tonnen schwer. „Es handelt sich um einen sogenannten Hinterladerofen. Das bedeutet, wer wird vom Nebenzimmer aus mit Holzscheiten bestückt“, erklärt Wippert. Eine originalgetreue Kopie des Ofens aus dem Jahr 1512 soll es werden. Die Kacheln haben die Colditzer Schlosskeramiker hergestellt.

Bauende ungewiss

Weiterhin wird im ersten Obergeschoss des Herrenhauses eine Kinderkämenate entstehen. „Darin führen wir dann unser museumspädagogischen Veranstaltungen durch“, erklärt Sabine Rötzsch. Über den noch erhaltenen Wendelbogen mit den neuen Stufen geht es unters Dach. „Dort wird das Depot für das Museumsmagazin untergebracht“, ergänzt die Burgsprecherin. Bisher werde ein Teil der Dokumente extern gelagert, weil auf der Burg der Platz fehlt, so Rötzsch.

Wann genau die einzelnen Bauarbeiten abgeschlossen sind, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht präzise gesagt werden, so Bernd Wippert. „Bei solch einer Baustelle passiert eigentlich immer etwas Unvorhergesehenes. Da findet sich mal eine Malerei, die erst begutachtet werden muss, und so weiter“, erklärt er. Mit dem Stand der Dinge sei er aber zufrieden. „Wir sind ja froh, dass es überhaupt losgehen konnte.“

Wippert gibt sich optimistisch, dass der Großteil der Arbeiten bis Jahresende geschafft sein wird. „Aber mit Sicherheit nicht mehr bis vor Weihnachten.“ Er geht davon aus, dass ich die Bauarbeiten bis ins Jahr 2016 hinein ziehen werden. „Aber damit kann man leben.“ Der technische Leiter weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Teile des Hinterschlosses ohnehin nicht alle auf einmal freigegeben werden. „Die Öffentlichkeit wird – wenn die Sicherheitsbedingungen stimmen – Schritt für Schritt Zutritt bekommen.“ Das Pagenhaus könnte vielleicht sogar erst 2017 freigegeben werden. „Wir bauen erstmal so lange, bis das Geld alle ist“, scherzt Bernd Wippert.

Die 1,9 Millionen Euro sind ohnehin nur für die reinen Umbaumaßnahmen vorgesehen. „Das Geld für die Ausstellungsgestaltung – also für Vitrinen und dergleichen – kommt wieder aus einem anderen Fördertopf“, erklärt Wippert.

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