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Was für ein Blick von oben auf die Elbe!

Diesbar-Seußlitz hat jetzt nach Radebeul und Proschwitz die dritte "Schönste Weinsicht" Sachsens. Ist es die vorerst Letzte fürs Elbtal?

Sachsens Weinkönigin Katja Böhme (links unten) mit ihrer Tochter Lilli, die sächsische Weinprinzessin Ann-Kathrin Schatzl (links oben) und die Diesbar-Seußlitzer Ortsweinkönigin Lisa-Marie Queißer sind die Ersten, die durch die Stele blicken.
Sachsens Weinkönigin Katja Böhme (links unten) mit ihrer Tochter Lilli, die sächsische Weinprinzessin Ann-Kathrin Schatzl (links oben) und die Diesbar-Seußlitzer Ortsweinkönigin Lisa-Marie Queißer sind die Ersten, die durch die Stele blicken. © Sebastian Schultz

Diesbar-Seußlitz. Die Menschen, die einst hier oben eine Wallburg errichteten, haben diesen Blick von der Goldkuppe schon in der Bronzezeit genossen. Für sie war er womöglich strategisch wichtig. Für heutige Wanderer ist die Sicht hinunter zur Elbe einfach nur schön. So schön sogar, dass das Deutsche Weininstitut (DWI) diesen Ort jetzt als "Schönste Weinsicht Sachsens 2020" ausgezeichnet hat. 

"Wir suchen besonders spektakuläre Blicke über Weinflächen aus", sagt DWI-Pressesprecher Ernst Büscher. Seit 2012 lobt das Institut einen Wettbewerb aus, bei dem in allen 13 deutschen Weinanbaugebieten die jeweils schönste Aussicht prämiert wird. 

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Mit diesem Foto hat sich Diesbar-Seußlitz beworben. Und viele fanden, dass es in Sachsen die "Schönste Weinsicht" ist.
Mit diesem Foto hat sich Diesbar-Seußlitz beworben. Und viele fanden, dass es in Sachsen die "Schönste Weinsicht" ist. © Gemeinde Nünchritz

In diesem Jahr hat es bundesweit insgesamt 48 Vorschläge gegeben. Zwei davon in Sachsen. Die eingesandten Fotos wurden ins Internet gestellt, wo jeder mitwählen konnte. Mehr als 10.000 Leute hätten vom 10. Februar bis zum 15. März ihre Stimme abgegeben. Neben dem Blick von der Goldkuppe in Diesbar-Seußlitz bewarb sich auch ein Bild von der Hoflößnitz in Radebeul. "Aber ihr habt hier in Sachsen mit weitem Abstand gewonnen", bestätigt Büscher den Gästen der kleinen Einweihungsfeier auf der Goldkuppe.

Enthüllt wird eine drei Meter hohe Stele aus rostbraunem Stahl mit mehreren Löchern, durch die man hindurchblicken kann. Bei genauer Betrachtung ergeben die Aussparungen das Bild einer Weintraube. Das sei sehr passend, sagt Büscher. Schließlich gehe es nicht nur darum, eine Aussicht hervorzuheben, sondern auch den Sächsischen Weinwanderweg, an dem sich die Stele befindet. 

„Wir wollen mit dieser Initiative neue weintouristische Ziele in den Anbaugebieten schaffen, die zu einem Besuch der Weinregionen und zum Genuss der Weine vor Ort einladen“, erläutert der Pressesprecher. Der Weintourismus entwickle sich zu einem wachsenden Wirtschaftsfaktor für die heimischen Winzer. Das lässt sich auch in Zahlen ausdrücken. Bundesweit würden jährlich rund 50 Millionen Menschen primär wegen des Weines in die deutschen Weinregionen reisen und dort 5,5 Milliarden Euro ausgeben, so Büscher. 

Der Sächsische Weinwanderweg (rot hervorgehoben) beginnt am Seußlitzer Schloss und führt auf der Goldkuppe an der Stele mit der "Schönsten Weinsicht" vorbei.
Der Sächsische Weinwanderweg (rot hervorgehoben) beginnt am Seußlitzer Schloss und führt auf der Goldkuppe an der Stele mit der "Schönsten Weinsicht" vorbei. © Karte: Tourismusverband Elbland

Auch der Nünchritzer Bürgermeister Gerd Barthold (CDU) hofft, dass die Stele auf der Goldkuppe zu einem "Multiplikationsort für die Region" wird. Auch er mag diesen Blick auf die Diesbar-Seußlitzer Weinberge, den Nachbarort Nieschütz, den Göhrisch-Felsen und natürlich auf die Elbe, die sich mittendrin durchschlängelt. "Und wenn sich dann noch ein Schaufelraddampfer ins Bild hineinschleicht, dann ist die Aussicht perfekt", sagt Barthold und bringt damit die drohende Insolvenz der Sächsischen Dampfschifffahrt ins Gespräch. Denn auch sie sei, genau wie der Sächsische Weinwanderweg und die neue Stele, ein wichtiger Teil, um den Tourismus im Elbtal anzukurbeln. 

Der Wettbewerb "Schönste Weinsicht" fand nach 2012 und 2016 nunmehr zum dritten Mal statt. In Sachsen dürfen sich neben Diesbar-Seußlitz auch der Blick auf das Belvedere bei Schloss Wackerbarth und der Proschwitzer Blick auf Meißen zu den Schönsten Weinsichten Sachsens zählen. Ob es in vier Jahren eine weitere Auflage dieser Internet-Abstimmung geben soll, stehe noch nicht hundertprozentig fest, so Büscher und ergänzt augenzwinkernd: "Alle guten Dinge sind eigentlich drei."

Im Beisein von Bacchus enthüllen die Wein-Majestäten und DIW-Pressesprecher Ernst Büscher die neue Stele.
Im Beisein von Bacchus enthüllen die Wein-Majestäten und DIW-Pressesprecher Ernst Büscher die neue Stele. © Sebastian Schultz

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