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Blitzerkreuzung soll entschärft werden

Pläne. Das MeißenerStraßenbauamt willmehrere Verkehrsknotenin der Stadt entflechten.

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Von Reiner Hanke

Gut 150 Mal krachte es in den vergangenen Jahren an der Kreuzung Ost-/Hohe-/Nord-/Hoyerswerdaer Straße in Kamenz. So kann es aus Sicht der Unfallkommission des Landkreises nicht mehr weitergehen.

Der Knoten soll entschärft werden, nachdem auch die Blitzampeln auf der Kreuzung nicht den gewünschten Erfolg brachten. Das Straßenbauamt Meißen-Dresden stellte jetzt erste Ideen im Stadtentwicklungsausschuss vor. Erst in drei oder vier Jahren sei allerdings mit dem Baubeginn zu rechnen, so Planerin Erika Meine. Aufwendige Genehmigungsverfahren seien bis dahin zu bewältigen.

Der Hintergrund: Die Straßenbauer wollen gleich den benachbarten Macherplatz und die Kreuzungen Nord-/Goethestraße sowie die mit der Saarstraße in ihre Gedanken einbeziehen und entflechten. Denn dort knirscht es ebenfalls im Straßenverkehr. Das haben die Untersuchungen der Fachleute ergeben. Nur im Komplex sei der Verkehr in den Griff zu kriegen. So passieren die Einmündung Macher-/Nordstraße in Spitzenzeiten 1500 Fahrzeuge. Das Meißener Amt spricht deshalb von einer erheblichen Belastung. Linksabbieger müssen hier mitunter 15Minuten warten. Das zerre an den Nerven der Kraftfahrer, fordere riskante Manöver und Unfälle heraus. Der Busplatz an der Macherstraße bringt zusätzliche Komplikationen. Drei Möglichkeiten werden derzeit debattiert.

Doppel-Kreisel

Bei Variante 1 müssten zwei Kreisel gebaut werden – einer am Knoten Oststraße/Hohe Straße/Hoyerswerdaer-/Nordstraße, der Blitzer-Kreuzung. Ein weiterer Kreisverkehr würde an der Einmündung Nord-/Macherstraße entstehen. Allerdings räumen die Planer dieser Varianten schon jetzt wenig Chancen ein: Der Macherplatz sei im Grunde zu eng für einen Kreisverkehr. Die Busse könnten in den Kurven leicht in Schieflage kommen. Auch die Kosten wären erheblich.

MIX aus AmPel und Kreisel

Ein Kreisverkehr könnte die Blitzerkreuzung entschärfen. Der Knoten Macherstraße, Nordstraße, Goethestraße könnte entschärft werden, wenn der Verkehr gesplittet auf Macher- und Goethestraße im Einbahnverkehr kanalisiert wird. Ampeln an der Saarstraße und an der Kreuzung Goethe-/Nordstraße könnten diese Variante komplettieren. Linksabbieger aus der Macherstraße und lange Wartezeiten wären Geschichte. Doch die Meißner Planer würden es am liebsten gar nicht kreiseln lassen.

Drei-AmpEl-VariAnte

In diesem Fall würde auch auf den Kreisel auf der Blitzerkreuzung verzichtet. Um den Unfällen und damit dem Ausgangspunkt der ganzen Debatte beizukommen schlagen die Experten eine intelligente Ampelanlage vor, die den Verkehr gezielt steuern könnte. Das wäre zugleich die favorisierte Lösung des Straßenbauamtes. Erika Meine: „Leistungsfähig, kostengünstig und sicher.“ Gegen den Kreisverkehr an der Blitzerkreuzung spreche nicht nur der hohe finanzielle Aufwand. Für Fußgänger würden die Wege länger und gefährlicher.

So schnell will sich die Stadt Kamenz nicht festlegen, schließlich hänge auch eine Menge Geld an dem Projekt, so Bürgermeister Roland Dantz. Allein auf die Kosten wolle er die Diskussion aber nicht reduzieren. Die Ausschussmitglieder schwanken noch zwischen der Mix- und der Ampelvariante. Harald Märkt (CDU) warnt zum Beispiel vor den Betriebskosten bei Ampeln. Die Verwaltung soll die Pläne nun im Detail prüfen. Im Frühjahr will die Stadt erneut darüber diskutieren. Bis dahin werden auch Reaktionen von Polizeidirektion und Personennahverkehr vorliegen. Das letzte Wort hat allerdings das Regierungspräsidium. Bis zum Bau ist es noch ein weiter Weg.