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Blitzmarathon im Wohngebiet

Anwohner beschweren sich immer wieder, dass im Heidehof gerast wird. Nun haben Polizei und Verwaltung reagiert.

Von Thomas Drendel und Kathrin Kupka-Hahn

So mancher Raser kam in Langebrück kurz vor dem Jahresende mit einem blauen Auge davon. Bürgerpolizisten und Stadtverwaltung hatten im November und Dezember Verkehrskontrollen im Wohngebiet Heidehof vorgenommen. Fünf Tage lang wurden in der Neulußheimer und den angrenzenden Straßen die Geschwindigkeiten gemessen, mit denen Autofahrer unterwegs waren. Auch Falschparker wurden registriert. Denn sämtliche Straßen in dem Viertel sind Spielstraßen – amtsdeutsch auch verkehrsberuhigte Bereiche genannt. Autos dürfen hier nur Schritttempo beziehungsweise maximal zehn Kilometer pro Stunde schnell fahren. Doch die wenigsten Fahrer halten sich daran.

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Deshalb wurde jetzt kontrolliert. Jedoch verhängten die Beamten keine Strafen, sondern belehrten die Raser. Bereits am ersten Tag wurden 22 Autofahrer ertappt, die in dem Wohngebiet zu schnell unterwegs waren. Nur 43 Fahrzeuge waren im Viertel mit angemessenem Tempo unterwegs. Am zweiten Tag fiel die Bilanz schlechter aus: Von 45 Fahrzeugen waren 28 zu schnell, also deutlich mehr als die Hälfte. „Die meisten Raser waren Anwohner im Heidehof“, erklärt Polizeisprecherin Jana Ulbrich. Ortsvorsteher Christian Hartmann (CDU) ergänzt, dass auch etliche Fahrzeuge von Lieferdiensten mit erhöhtem Tempo erwischt wurden. „Wir werden auch künftig unangekündigt in dem Wohngebiet präsent sein“, sagt die Polizeisprecherin. Schließlich seien Kontrollen das einzige Mittel, um effektiv gegen Raser vorzugehen.

Ursprünglich hatten die Bewohner des Wohngebietes gefordert, auf den Straßen Schwellen anzubringen. Doch das lehnte die Stadtverwaltung ab. Patienten in Krankenwagen würden unnötigerweise durchgeschüttelt, so die Begründung. Außerdem würden Autofahrer vor den Schwellen bremsen und danach wieder Gas geben, was unnötigen Lärm erzeugt. Als weitere Alternative schlugen die Langebrücker vor, Poller aufzustellen. Auch das wurde abgelehnt. Die schmalen Straßen im Wohngebiet ließen das nicht zu.

Eine gute Nachricht gab es dann doch noch zu vermelden: Im Heidehof gibt es weniger Falschparker, als angenommen. An den fünf Tagen wurden lediglich sieben Autos registriert, die außerhalb der dafür vorgesehenen Flächen standen.