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Blockhaus steht bald leer

Der Barockbau soll saniert werden. Wann, steht noch nicht fest. Die Akademie der Künste steht vorerst ohne Bleibe da.

Das barocke Blockhaus am Neustädter Markt soll so schnell wie möglich leer geräumt werden. Noch dieses Jahr müssen die Mieter das Gebäude, das dem Freistaat gehört, verlassen. Dazu gehören die Sächsische Akademie der Künste (SAK), die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (Lanu) sowie eine Außenstelle der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. Grund sind Hochwasserschäden und eine ohnehin erforderliche Sanierung. Umfang, Zeitraum und Kosten stehen allerdings noch nicht fest, sagte ein Sprecher des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements (SIB). Der Staatsbetrieb ist für die Liegenschaft zuständig. Formelle Mietverträge habe es nicht gegeben – daher auch keine Kündigungsfrist. Stiftung und Akademien hätten das Haus unentgeltlich genutzt.

„Wir müssen hier raus, das ist definitiv“, sagt Lanu-Sprecherin Andrea Gößl. Der derzeitige Zustand sei kaum tragbar. „Wir sitzen hier mit Notheizung“, erklärte Gößl. Bei Frost komme zudem kein Wasser aus der Leitung. Wohin die Landesstiftung zieht, steht noch nicht fest.

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Kritik gibt es von der Akademie der Künste: „Der Landeshauptstadt droht der Verlust eines zentralen Ortes der Kultur und eine weitere Brache mit ungewisser Zukunft“, hieß es. Statt einer zügigen Rekonstruktion werde das Haus auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die Akademie sieht den Grund dafür auch in einem unzureichenden Flutschutz. Nach dem Hochwasser im Jahr 2002 wurden zwar notwendige Reparaturen durchgeführt. Anders als die umliegenden Gebäude wurde das Blockhaus danach aber nicht gegen ähnliche Überschwemmungen gesichert – und prompt vom Juni-Hochwasser in diesem Jahr in Mitleidenschaft gezogen. Lüftung, Heizung und der Fahrstuhl funktionieren seitdem nicht mehr. Das Gebäude ist nur provisorisch ans Stromnetz angeschlossen. „Bis heute steht der Akademie kein Ausweichquartier zur Verfügung“, teilte die SAK mit. (cra)