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Blühender Winter

Im Elbtal sieht man die ersten Schneeglöckchen, Rathäuser sparen beim Winterdienst. Trotzdem sind nicht alle froh.

© dpa/dpaweb

Der Winter lässt auf sich warten. Bis auf das kurze Schnee-Intermezzo nach Weihnachten ist die kalte Jahreszeit im Elbtal noch nicht angekommen. Passanten haben in Pirna auf dem Scheunenhofareal sogar schon Schmetterlinge gesichtet. Sebastian Manns vom Deutschen Wetterdienst Leipzig bestätigt: „Anfang Januar wurden Temperaturen um 15 Grad gemessen.“ Wer sind die Gewinner und wer die Verlierer beim bisherigen Winterwetter?

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Bauunternehmer freuen sich

über die milden Temperaturen

Der Neubau der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in Graupa kommt gut voran. „Dank des Wetters liegen wir perfekt im Zeitplan“, informiert Christian Roßig, Geschäftsführer der Dorfgemeinschaft Dittersbach gGmbH. Der geplante Eröffnungstermin Ende 2015 könne aus jetziger Sicht gehalten werden. Auch Ronald Schietzold, der eine Baufirma in Pirna besitzt, bestätigt: „Für uns ist das Wetter vorteilhaft. Unsere acht Baustellen laufen ohne Unterbrechung weiter.“ Das war im strengen Winter 2012/2013 anders. „Damals mussten wir Winterausfallgeld für unsere Angestellten beantragen.“

Privathaushalte und Gewerbe

sparen Heizkosten

Günstiger wird es auf jeden Fall für viele Pirnaer Bürger. Aufgrund des lauen Winters verzeichnen die Stadtwerke und die Energieversorgung Pirna rund 25 Prozent weniger Absatz an Heizenergie als in den Vorjahren, teilt Pressesprecherin Ute Ullrich mit. Die Gesellschaften beliefern Pirnaer Haushalte mit Fernwärme beziehungsweise Gas. Energie-intensive Unternehmen profitieren momentan besonders. Dazu zählen unter anderem Gärtnereien. „Natürlich sparen wir Heizkosten für unsere Gewächshäuser“, sagt Udo Entrich. Er besitzt eine Gärtnerei in Graupa und eine in Großsedlitz. Allerdings relativiert er. Denn man müsse diese Ersparnis in seiner Branche über einen längeren Zeitraum sehen. „Die extrem hohen Heizkosten-Ausgaben in dem sehr kalten Winter von vor zwei Jahren müssen wir jetzt ausgleichen.“

Den Pflanzen droht bei längerer Warmperiode Gefahr

„Noch ist alles mit der Natur in Ordnung“, erklärt Gerhard Drossel. Er ist Fachberater für den Territorialverband Sächsische Schweiz der Gartenfreunde, und er ist Pflanzendoktor. Dennoch lauere Gefahr. Denn halten die warmen Temperaturen noch eine Weile an, treiben die Pflanzen frühzeitig aus. „Schlimm wird es, wenn danach noch einmal eine Frostperiode eintritt. Die Knospen würden erfrieren“, sagt Drossel.

Mäuse in Gärten und auf Feldern vermehren sich rasant

„Den Mücken ist es egal, ob draußen minus 15 Grad oder plus 15 Grad herrschen. Sie überwintern meist in geschützten Kellerräumen oder Höhlen“, erklärt Schädlingsbekämpfer Thomas Scherber aus Pirna. Ob es im Sommer eine Mückenplage gibt, habe daher kaum etwas mit dem vorangegangenen Winter zu tun. Folgen hat der milde Winter jedoch für die Wespenpopulation. Die feucht-warmen Temperaturen begünstigen die Entwicklung von toxischen Pilzsporen, die sich auf den Chitin-Panzer der Wespenkönigin setzen und das Tier töten. Problematisch könnte es auch für die Landwirtschaft werden, sagt der Experte. Da Bodenfrost bisher größtenteils ausgeblieben ist, fänden die Mäuse viel Nahrung und könnten sich so optimal vermehren. Eine Mäuseplage mit negativen Folgen für die Landwirtschaft sei nicht auszuschließen.

Räum- und Streudienst kann sich

um andere Dinge kümmern

Wenn es nicht schneit und nicht glatt ist, dann braucht auch der Räum- und Streudienst nicht auszurücken. Die Kommunen sparen Geld: Sie müssen weniger Salz und Splitt einkaufen und weniger für den Winterdienst-Einsatz von Fremdfirmen zahlen. Bisher habe man nur ein Drittel der kalkulierten Menge an Salz verbraucht, sagt zum Beispiel die Stadtverwaltung Pirna. Um welche Summe konkret der milde Winter die Pirnaer Stadtkasse entlastet, konnte Stadtsprecher Thomas Gockel auf SZ-Anfrage aber nicht sagen. Eine große Kosteneinsparung sei es aber nicht, so Gockel, denn die Mitarbeiter des Bauhofs müssten ja trotzdem bezahlt werden. Sie kümmern sich derweil um andere Dinge wie etwa Reparaturarbeiten.

Wetterdienst schreibt den Winter

noch nicht völlig ab

In den nächsten Tagen soll es laut dem Deutschen Wetterdienst Leipzig etwas kühler werden, sodass frühmorgens eventuell mit Glätte zu rechnen sei. Ab 400 Meter verdichtet sich die Schneedecke. Im Tal hingegen kommt der Niederschlag besonders in der Nacht auf Freitag weiterhin als Schneeregen herunter. Noch sei der Winter aber nicht ganz verloren. „Es kann durchaus sein, dass Schnee in den Ferien im Februar auch in tieferen Lagen fällt“, sagt Sebastian Manns vom Deutschen Wetterdienst. (hui/alm/sab)

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