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Blumengrüße am Ortseingang werden Opfer von Dieben

Eine Daubanerin kümmert sich liebevoll um den Aufsteller. Und sie lässt sich nicht entmutigen.

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Von Bernhard Donke

Unfassbar, was Lieselotte Happatsch am Mittwochfrüh erleben musste. Seit ihrem Eintritt in den Ruhestand 2006 bepflanzt und pflegt sie den am Ortseingang Dauban an der Bautzner Straße (S 109) von Niesky kommend stehenden Begrüßungsaufsteller. In den Jahren zuvor ist bis auf das Verschwinden des Schildes mit dem Ortsnamen „Dauban“ nie etwas Nennenswertes passiert.

Doch am Mittwoch musste sie feststellen, dass der im Aufsteller stehende Blumenkasten samt Blumenpflanzen verschwunden war. Trotz intensiver Suche sind Kasten und Pflanzen spurlos verschwunden. „Das stimmt mich schon sehr traurig, dass es Leute gibt, die sich an Blumen samt Kästen vergreifen. Schätzen sie den die Arbeit nicht, die so ein Aufsteller mit Bepflanzung und Pflege macht?“, sagt Lieselotte Happatsch.

Dreimal im Jahr bepflanzt die Daubanerin den Aufsteller jeweils zweimal im frühen und späten Frühjahr mit Stiefmütterchenpflanzen und im Winter zur Adventszeit mit Erika-Heide und Tannenreisern. So gibt der Begrüßungsaufsteller für Besucher und Durchreisende stets einen freundlich- einladenden Anblick ab. Auf die Frage, warum sie das macht, ohne Lohn für ihre Arbeit oder den Preis für die Blumenpflanzen zurückzuerhalten, meint sie: „Ich bin in Dauban geboren, habe meine Kindheit und Jugend hier verbracht und wohne heute noch hier. Da ist es mir einfach ein Bedürfnis, dass mein Heimatort einen freundlichen Eindruck auf Besucher und Durchreisende macht. Es ist ja auch noch nie etwas passiert, bis auf das Verschwinden der Tafel mit dem Ortsnamen „Dauban“ vor einigen Jahren. Die konnte mein Ehemann aber neu anfertigen und ersetzen.“ Weiter erzählt Lieselotte Happatsch, wie ihr Mann den Aufsteller zunächst reparieren und sichern musste, als sie mit der Bepflanzung begann. Er habe gewirkt, als könne er beim nächsten Windstoß umfallen.

Aufgestellt hat die Begrüßungsaufsteller die Gemeinde Hohendubrau Ende der 1990er Jahre. Doch inzwischen sind einige der damals aufgestellten Schilder sich selbst überlassen. Anders etwa in Groß Radisch und in seinen Ortsteilen: Dort werden sie noch durch den Kultur- und Heimatverein bepflanzt und gepflegt.

Lieselotte Happatsch lässt sich von dem Vorfall um die gestohlene Bepflanzung nicht entmutigen. Sie wird weiterhin den Begrüßungsaufsteller betreuen. „Ich lasse es mir nicht nehmen, den Aufsteller auch zum zweiten Mal zu bepflanzen“, sagt sie stolz und zuversichtlich.