merken
PLUS

Bluttat in Liechtenstein: Verdächtiger wollte Bank erpressen

Der gewaltsame Tod eines Top-Bankers erschüttert das Fürstentum und gibt Rätsel auf.

Vaduz. Eigentlich scheint alles klar, denn eine Überwachungskamera hielt das Drama am Montag in der Privatbank Frick in Liechtenstein fest. Demnach hat ein landesweit bekannter Fondsmanager am Montagmorgen den Chef des Geldhauses, Jürgen Frick, in der Tiefgarage erschossen. Und ist dann mit einem weißen Wagen geflohen. Ein Auto, das die Polizei später am Rheinufer fand samt Papieren, Kleidung und – Abschiedsbrief. Die Vermutung der Polizei: der Verdächtige hat nach seiner Bluttat Selbstmord begangen.

Fall erledigt. Von wegen. Nach dem Schuss und dem vermuteten Suizid wurde die persönliche Internetseite des Fondsmanagers aktualisiert: „Catch me if you can, dead or alive, reward 200.000.000 CHF“ („fangt mich, wenn ihr könnt, tot oder lebendig, Belohnung: 200 000 000 Schweizer Franken“), schreibt der Autor. Treibt der mutmaßliche Täter doch nicht im Rhein, waren Brief und Börse nur falsche Fährten, Trickserei? Wo ist der 58-Jährige, der sich selbst zum „Robin Hood von Liechtenstein“ ernannte und verbale und juristische Kämpfe gegen Banker und Politiker geführt hatte. Die Polizei sucht mit Hunden, Tauchern und Helikopter. Nur eines ist in diesem mysteriösen Fall klar: Das Motiv. Nach bisherigen Erkenntnissen der Behörden handelt es sich bei der Bluttat um einen Fall von Rache. Der Gesuchte hatte die Bank und ihren Chef für seinen Ruin als Fondsmanager verantwortlich gemacht.

Anzeige
Eine Pflegeimmobilie als Kapitalanlage
Eine Pflegeimmobilie als Kapitalanlage

In Hainichen kann ab sofort sicher, sorglos und sozial wertvoll Geld angelegt werden.

Unterdessen bestätigte die Bank, dass es sich bei dem Opfer um ihren Geschäftsführer Jürgen Frick handelt. Die Mitarbeiter sind erschüttert. Frick sei persönlich ein Ziel der Angriffe des Tatverdächtigen gewesen, erklärte die Bank. Der Mann habe versucht, „die Bank Frick zu finanziellen Zugeständnissen zu zwingen, indem er damit drohte, die Bank bei ausländischen Institutionen, Behörden und Gerichten mit haltlosen Unterstellungen anzuschwärzen“. Gegen den Mann seien deshalb bereits Verfahren wegen Drohung, Nötigung und Erpressung bei den liechtensteinischen Behörden anhängig gewesen. (SZ/dpa)