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BMX-Rampe im Jugendhaus Großröhrsdorf mit wagemutigen Tricks eingeweiht

Auf dem Hof des Kinder- und Jugendhauses darf die selbst gebaute Anlageseit gestern endlich ausprobiert werden.

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Von Carolin Barth

Die jungen, wilden Kerle Robin, Paul und Fabian haben den Dreh raus und zeigen ihre Tricks, die sie auf dem BMX-Rad draufhaben. Der elfjährige Robin nimmt Anlauf, strampelt zackig in die Pedale, rast über die Rampe, zieht sein Rad in die Luft und landet wieder sicher auf dem Boden. Seine Jeans hängt auf halb acht. „Die Kniffe habe ich mir selber angeeignet“, ruft er vom Bike und bremst so abrupt, dass er plötzlich nur noch auf dem Vorderrad steht, bevor er erneut Anlauf nimmt. Ganz prima eignet sich die neue transportable Skaterrampe des Kinder- und Jugendhauses Großröhrsdorf für waghalsige Stunts auf zwei Rädern oder Rollerskates. Natürlich nur mit dem schriftlichen Okay der Eltern und einem sicherem Sturzhelm auf dem Kopf. Der muss sein, auch wenn’s uncool ist. Denn ganz ungefährlich ist der Funsport, der seit gestern möglich ist, schließlich nicht.

Die Quarterpipe, wie sie in der Fachsprache der Profis heißt, war ein sehnlicher Wunsch der Teenies, die regelmäßig ihre Nachmittage hier verbringen. Auf den Geschmack gekommen sind sie auf der Skater- und BMX-Bahn in Dresden, die sie in den Sommerferien mehrmals besuchten. Deshalb sollte der Spaß auch vor der eigenen Haustür möglich sein. Doch das Geld im Jugendhaus, das der Deutsche Kinderschutzbund Dresden betreibt, ist immer knapp. So mussten fürs Projekt Sponsoren gefunden werden. „Wir hatten Glück“, sagt Chefin Ines Pieper. „Das gesamte Baumaterial, Holz und Werkzeug, wurden von den Firmen Sächsische Bau GmbH Dresden und Holz Hahn spendiert.“

Ausleihen ist möglich

Im Herbst konnte der Bau dann endlich starten. Ein fester Trupp von acht Jungs packte immer nach der Schule kräftig mit an. Gemeinsam sägten, hämmerten und schraubten sie ihre Holzrampe nach einer Bauanleitung aus dem Internet zusammen. „Die Rampe besteht aus einem 60 Zentimeter hohen Würfel und zwei Auffahrten“, sagt Robin. Fürs rasante Rollen der BMX-Räder oder Rollerskates sorgt die glatte Beschichtung. „Die meisten Jungs nutzen die Anlage mit einem BMX-Rad, das gehört durch das traditionelle Bike’n Roll-Festival in Großröhrsdorf zur Jugendkultur“, sagt Ines Pieper. Robin trickst mit dem eigenen Bike. Wer kein eigenes hat, leiht sich das BMX-Rad aus dem Jugendhaus aus. „Das konnten wir dank eines anonymen Spenders anschaffen“, sagt Ines Pieper. Auch zwei Helme wurden gekauft. Damit sie zum Outfit passen, durften die Jungs beim Design ein Wörtchen mitreden. „Die Mädels interessiert die Anlage nicht“, sagt Robin. 13 Jungs zwischen 11 und 16 Jahren haben sich für die regelmäßige Benutzung bislang angemeldet. „Die Rampe hat sich schon rumgesprochen, sie zieht viele neue Besucher an“, sagt Ines Pieper. Nicht alle von ihnen beherrschen die Tricks perfekt, viele fahren auch einfach nur blitzschnell drüber oder bestaunen die, die es draufhaben.

Bald wird noch ein zweites BMX-Rad angeschafft: In Pink. Einige Mädels haben doch signalisiert, sich einmal ausprobieren zu wollen.