merken
PLUS Löbau

Der "Schlager-Garten" von Löbau blüht neu

David Lohmann musste wie alle anderen sein Party-Lokal "No6 Bodega" wegen Corona schließen. Sein Motto zum Neustart: Alles größer, alles besser.

David Lohmann betreibt in der Löbauer Schulgasse die "No6 Bodega". Der Krise trotzt er mit Expansion und Ideen.
David Lohmann betreibt in der Löbauer Schulgasse die "No6 Bodega". Der Krise trotzt er mit Expansion und Ideen. ©  Rafael Sampedro

Krise? Welche Krise? Diesen Gedanken, dieses Gefühl will David Lohmann gar nicht erst aufkommen lassen. Als die Regierung sein Lokal "No6 Bodega" in der Löbauer Schulgasse im März wie alle anderen Läden für acht Wochen in den Corona-Lockdown schickte, machte er sich sogleich Gedanken - aber konstruktive, keine sorgenvollen. Im Mai legte er wieder los - größer als zuvor und mit neuen Ideen.

ln den gut drei Jahren, die David Lohmann seine Bodega betreibt, hat er das Lokal zu einer beliebten Adresse für Menschen gemacht, die auch in der Oberlausitz das südlich-sonnige Lebensgefühl suchen. Ein bisschen Mallorca, ein bisschen Tapas und Vino - und dazu jede Menge Schlagermusik. Mit einer großen Schlagerparty hat der 29-Jährige damals auch die Bodega eröffnet. "Mein Motto hier ist: ,Weil Menschen Schlager lieben!'", sagt David. Und diese Liebe serviert er nicht nur vom Band, sondern live und in Farbe. Etwa die prominenten Görlitzer Schlagersängerinnen Nicci Schubert und Angelika Martin gehören mit ihren Auftritten in der Bodega zu den "Stamm-Stars" von Davids Stammgästen.

Küchen-Profi-Center Hülsbusch
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!

Schon Goethe wusste: Essen soll zuerst das Auge erfassen und dann den Magen. Das gelingt besonders gut in einer schicken neuen Küche. Jetzt zum Küchen-Profi-Center Hülsbusch und sich beraten lassen.

Mit neuen Ideen gegen die Krise

Doch mit Corona musste David Lohmann sein Lokal vorübergehend schließen und den Hauskonzert-Kalender gehörig zusammenstreichen. "Die Gastronomie und eben auch die Künstler hat es hart getroffen", sagt er. Klar, man kann auch daheim Schlager hören. "Aber das ist nicht das Gleiche. Die befreundeten Künstler haben mir gesagt: Wir wollen wieder vor Publikum auf die Bühne", erzählt Lohmann. Und seinen Gästen sei es in dieser Zeit genauso gegangen. Deshalb überlegte er für den Neubeginn: Alles noch größer. Alles noch besser.

"Ich hatte keine Depression und keine Langeweile. Ich habe mir jeden Tag Arbeit gesucht", sagt er. Zusätzlich zu seinem bisherigen Lokal hat er nämlich auch noch die Räume des Nachbarhauses angemietet. "No8" klebt dort schon im Fenster - doch drinnen ist es noch leer. "Ich war in den Wochen bei vielen Trödelhändlern und habe antike Spiegel und Möbel gekauft", erzählt David. Damit will er in den Räumen in rot-goldenem Ambiente eine zusätzliche Lounge einrichten. "Da kommen nur Antiquitäten rein, nichts aus dem Katalog", sagt er. Und für seine Künstler gibt's dort auch künftig eine Garderobe und eine Dusche.

Mega-Stimmung im "Schlager-Garten"

Seine Lounge will David Lohmann im Herbst eröffnen - aber seine Gäste haben jetzt schon etwas von der Expansion. "Als erstes habe ich meinen Biergarten vergrößert. So konnte ich trotz der Hygiene-Auflagen mit gleicher Sitzplatz-Kapazität wiedereröffnen wie vorher", sagt er. "Jetzt wo die Menschen nicht so wie gewohnt nach Mallorca fliegen können, will ich ihnen hier wenigstens Malle-Gefühl machen", sagt er. Und eines der ersten Konzerte gab es jüngst im Garten auch wieder mit Angelika Martin. "Ich hätte 100 Karten verkaufen können, habe es aber wegen der Auflagen bei 50 belassen", sagt Lohmann.

"Da hoffe ich natürlich immer, dass auch die 50 Gäste kommen, die mir auch wirtschaftlich was bringen." Aber da ist David immer zuversichtlich. "Menschen, die gerne Schlager hören, verzehren an diesem Abend auch gerne mal eine Flasche Wein und essen etwas dazu", sagt er. Umsatz ist wichtig für sein Geschäft - denn David nimmt an den Konzertabenden keinen Eintritt von seinen Gästen.

Mallorca-Gefühl - aber mit Anspruch

David Lohmann liebt den "Ballermann". "Normalerweise fliege ich jedes Jahr drei- bis viermal hin. Immer mittendrin, da wo die Mädels auf den Tischen tanzen", sagt er. In seiner Bodega mögen er und seine Gäste es aber durchaus stilvoller als am Party-Epizentrum auf Mallorca. "Ich habe immer 50 Weinsorten am Lager, aus Spanien, Portugal oder Südtirol", sagt er. Dazu serviert er aus seiner Küche Tapas oder andere südländische Köstlichkeiten. "Ich kaufe jeden Tag frisch auf dem Markt ein und verwende nur das beste Olivenöl", schildert er seinen Qualitätsanspruch.

Auch zu kulinarischen Motto-Abenden will er wieder laden. "Ich veranstalte zum Beispiel Weinabende mit einem Experten", erzählt David. Da serviert er den Gästen sieben verschiedene Weine und zu jedem Wein eine kleine Speise. "Dazu spielt einer meiner Freunde Weinlieder auf dem Akkordeon. Der Mann ist fast 80 Jahre alt, aber eine Sensation", sagt Lohmann. Seine Getränkekarte hat er jetzt auch um acht mexikanische Limonaden erweitert. "Die sind pur schon köstlich und man kann exotische Cocktails damit mixen", sagt er. Auch dazu hat er ein besonderes Angebot für seine Gäste. "Wer acht Limonaden trinkt, bekommt einen Hut geschenkt", erzählt David.

Jetzt kommt die "Milva des Ostens"

Jetzt freut sich David Lohmann auch schon auf eines seiner nächsten Hauskonzerte. "Am 16. August habe ich mal wieder Regina Thoss zu Gast, die ,Milva des Ostens'", erzählt er. Die Künstlerin war damals eine der ersten Sängerinnen, die er in seine Bodega holte. "Damals dachte ich, naja, die ist ja schon über 70, das wird wahrscheinlich eher ein Kaffeeklatsch", erzählt er.

Weiterführende Artikel

Klickstark: Fürs Boahnl kommts dick

Klickstark: Fürs Boahnl kommts dick

Die Zittauer Schmalspurbahn muss Probleme lösen. Nur für einige gibt es Lösungen. Einer der Beiträge aus Löbau-Zittau, über den wir berichteten.

Doch damals wurde er überrascht. "Die Gäste waren ganz überwiegend zwischen 30 und 60 Jahre alt. Und Regina hat eine Riesen-Stimmung gemacht." Eine Stimmung, wie sie außer Lohmanns Bodega kaum ein Lokal bieten kann. "Ich sorge immer dafür, dass genügend Platz ist, dass die Künstler zwischen den Gästen umhergehen können, wenn sie das möchten", sagt er. Und bei jedem Konzert-Termin gibt's auch eine anschließende Autogrammstunde und die Gäste haben die Möglichkeit, Fotos mit den Stars zu schießen. Dabei sorgt David Lohmann immer für ein gerechtes Geben und Nehmen. "Ich lasse mir immer schon ein paar Tage vorher die CD's von den Künstlern kommen, damit sie die vorher und am Abend bei mir verkaufen können."

Der Garten der Bodega ist nach der Erweiterung beinahe doppelt so groß.
Der Garten der Bodega ist nach der Erweiterung beinahe doppelt so groß. © Rafael Sampedro
Die "No6 Bodega" an der Schulstraße. Dazu kommt im Nachbarhaus demnächst die "No8 Lounge"
Die "No6 Bodega" an der Schulstraße. Dazu kommt im Nachbarhaus demnächst die "No8 Lounge" © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Mehr Nachrichten aus Löbau und dem Umland lesen Sie hier

Mehr zum Thema Löbau