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Radebeul

Bodenpreise im Höhenflug

Wer bauen will, muss viel bezahlen. Nur ein ganz bestimmter Wohnungstyp erhält im Landkreis Meißen einen leichten Dämpfer.

Hier gibt es noch Bauflächen  in Coswig auf der Fläche zwischen Am Güterbahnhof und Grenzstraße. Allerdings in Verbindung mit Bauträger.
Hier gibt es noch Bauflächen in Coswig auf der Fläche zwischen Am Güterbahnhof und Grenzstraße. Allerdings in Verbindung mit Bauträger. © Arvid Müller

Radebeul. Betongold ist die Währung, in die derzeit jeder, der etwas übrig hat, sein Geld investiert. Anhaltend niedrige Bauzinsen tun ihr Übriges. An diesem Donnerstag werden im Kreistag die aktuellen Entwicklungszahlen vorgestellt. Dabei zeigt sich, dass in Sachen Immobilienpreise nicht mehr alles nur straff bergauf geht.

Mehr Kaufverträge und deutlich mehr Umsatz in Millionen Euro

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Der Gutachterausschuss vom Landkreis Meißen legt wieder ein Papier vor, in dem für die letzten drei bis vier Jahre dargestellt wird, wie sich Vertragszahlen, also Verkauf und Kauf, Umsätze und die Bodenrichtwerte entwickeln.

Am meisten ver- und gekauft werden bebaute Grundstücke. Gefolgt von Eigentumswohnungen und freien Grundstücken. In die Verkaufsstatistik gehen auch Land- und Forstgrundstücke ein. Seit 2015 bis 2018 hat die Zahl der Käufe um ein Fünftel zugelegt. Damals waren es 2.674 unterschriebene Notarverträge; im Vorjahr insgesamt 3.213. Die Summe, die dabei die Käufer zahlten, ist um 166 Millionen Euro höher gewesen als 2015, was einem Anstieg um 62 Prozent bedeutet.

Als Gründe für die steigenden Kauf- und Verkaufszahlen und die Wertsteigerungen nennt der Gutachterausschuss niedrige Zinsen, fehlende Anlagealternativen und die stark steigenden Immobilienpreise im nahen Dresden.

© SZ Grafik / Gernot Grunwald

Deutliche Preisunterschiede bei Kauf und Verkauf von Eigentumswohnungen

Der Ausschuss hat die Preisentwicklung bei Eigentumswohnungen von 2012 bis 2018 beobachtet und verglichen. Während es in Radebeul in den sechs Jahren mit Quadratmeterpreisen bei Neubauten von 2.691 Euro (2012) bis 2017 deutlich nach oben ging (4.290 Euro), gab es 2018 einen Knick – „nur noch“ 3.480 Euro. Ist der Markt überhitzt?

Bei Weiterverkäufen gebrauchter Eigentumswohnungen zeigt sich im gleichen Zeitraum eine moderatere Entwicklung von 1.128 (2012) auf 1.695 Euro (2018) je Quadratmeter Wohnfläche. Allerdings sind auch das nur Durchschnittswerte.

Deutliche Unterschiede gibt es zu den Nachbarorten Coswig, Meißen, Moritzburg, Weinböhla und den Gemarkungen Niederau und Oberau, die der Gutachterausschuss in Region 2 einteilt. Hier waren 2012 die Erstverkäufe relativ hoch bei 1.555 Euro je Quadratmeter für Eigentumswohnungen und sind 2014 auf 1.253 Euro sogar gefallen. War das Angebot zu groß? Die letzten Angaben besagen 1.755 Euro für 2017.

Auf dem Land, rund um die Städte im Kreis, ist für Familien, die ein eigenes Zuhause suchen und bereit sind, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, vor allem der Erwerb einer gebrauchten Wohnung interessant. 2018 liegt der Durchschnittspreis bei 733 Euro je Quadratmeter Wohnfläche; 2012 waren es noch 445 Euro.

Allerdings sind auch Neubauten auf dem Land nicht billig. Fast 3.400 Euro je Quadratmeter werden hier aufgeführt. Die Zahlen stammen von 2016.

Bodenpreise steigen unaufhörlich – jetzt auch im ländlichen Raum

Weil es noch immer am effektivsten ist, selber zu bauen, suchen viele nach einem eigenen Grundstück. Beliebte Größen sind zwischen 600 und 800 Quadratmeter. Das treibt die Preise in den letzten Jahren enorm, und zwar nicht nur in den Städten des Kreises, sondern inzwischen auch auf dem Land.

Von knapp 300 Euro je Quadratmeter ist Radebeul jetzt (offiziell) bei durchschnittlich 375 Euro je Quadratmeter. Vielfach werden auch schon deutlich höhere Preise je nach Lage gezahlt. Ein Anstieg um rund ein Viertel. Weil aber so dicht an Dresden so gut wie nichts mehr zu haben ist, weichen die Suchenden nach Moritzburg, Coswig, Weinböhla aus.

Die Steigerungsraten sind dort – von relativ niedrigen Preisen kommend – noch deutlich höher. In Weinböhla haben sich die Grundstückspreise in den letzten vier Jahren um 48 Prozent, in Moritzburg gar um 69 Prozent erhöht. Auch Meißen (plus 38 Prozent), Klipphausen (plus 45 Prozent), Großenhain (plus 40 Prozent) und Riesa (plus 37 Prozent) legen bei unbebauten Wohngrundstücken deutlich weiter zu.

Das wirkt sich inzwischen auch auf den ländlichen Raum aus. Wer in den Städten und großen Gemeinden nichts mehr findet oder es nicht bezahlen kann – junge, mobile Familien etwa –, der zieht raus aufs Land. Das hat zur Folge, dass auch dort die Grundstückspreise zwischen zehn und dreißig Prozent raufgehen, so die Gutachter vom Kreis Meißen.

www.kreis-meissen.org

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