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Böer unterliegt bei der Wahl im Kirchenparlament

Reichenbachs Bürgermeister muss kurz vor seinem 65. Geburtstag Schlappe hinnehmen.

Görlitz. Der Reichenbacher Bürgermeister Andreas Böer ist nicht mehr Vorsitzender des Kirchenparlamentes der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg/schlesische Oberlausitz. Bei einer Kampfabstimmung unterlag er gestern in Berlin der Agrarwissenschaftlerin Sigrun Neuwerth denkbar knapp mit 53 zu 55 Stimmen. Zehn Jahre nach der Fusion der Berliner und der Görlitzer Landeskirche hat nun auch der letzte Vertreter der alten Görlitzer Kirchenleitung eine herausragende Position in der neuen Kirche verloren. Der wichtigste Vertreter ist nun Generalsuperintendent Martin Herche, der den Sprengel Görlitz leitet.

Bereits vor der Wahl wurde in Görlitz und Umgebung die Ferne zur Landeskirche beklagt. Diese Stimmung dürfte sich nun noch weiter verstärken. Böer selbst hatte immer dagegen argumentiert und die Protestanten in der Neißestadt aufgefordert, sich in der neuen Landeskirche zu engagieren. Der Reichenbacher verlor den einflussreichen Posten vier Tage vor seinem 65. Geburtstag am Sonntag. Als Vorsitzender des Kirchenparlamentes hat man das höchste Laienamt in der Landeskirche inne. Böer hatte dieses Amt bereits seit 1990 in der Görlitzer Landeskirche wahrgenommen und seit 2006 in der neuen Kirche, für deren Bildung er sich sehr eingesetzt hatte. Als Sohn eines Pfarrers war für den gelernten Funktechniker kirchliches Engagement immer eine Selbstverständlichkeit.

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Die neue Vorsitzende des Kirchenparlaments, Sigrun Neuwerth, ist 58 Jahre alt und arbeitet im Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin. Sie wurde in Unna in Westfalen geboren, studierte Agrarwissenschaften in München und arbeitete als Wirtschaftsjournalistin unter anderem in Brüssel und Hamburg.

1998 wechselte sie als Pressesprecherin in das Bundeslandwirtschaftsministerium. 2002 übernahm Sigrun Neuwerth andere Aufgaben im Agrarministerium. Von 2004 bis 20014 war sie Vorsitzende des Kirchenparlamentes des Kirchenkreises Pankow, später des neu entstandenen Berliner Kirchenkreises Berlin-Nordost. Das Kirchenparlament der Landeskirche zählt 114 Mitglieder. Die evangelische Kirche Berlin-Brandenburg/schlesische Oberlausitz hat mehr als eine Million Mitglieder. (SZ/sb)

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