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Bönischplatz kostet mehr als geplant

Die Bauarbeiten verzögern sich und werden deutlich teurer. Ab 2020 findet auf dem Platz ein Wochenmarkt statt.

Mehr Grün und mehr Sicherheit sind am Bönischplatz geplant.
Mehr Grün und mehr Sicherheit sind am Bönischplatz geplant. © Christian Juppe

Mit 1,75 Millionen Euro wird die Umgestaltung des Bönischplatzes nun doppelt so teuer wie vorher geplant. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe: Zum einen will die Stadt möglichst viele Wünsche der Johannstädter berücksichtigen, zum anderen haben sich im Laufe der Planungen bauliche Veränderungen ergeben, die nun finanziell zu Buche schlagen. So muss der gesamte Platz samt dem Einstiegshäuschen ins Kanalnetz gut 15 Zentimeter höher gelegt werden. Der Mobilitätspunkt mit drei Car-Sharing-Stellplätzen wird größer und rückt in die Nähe der Bushaltestelle.

Weil die Investition teurer als eine Millionen Euro ist, muss der Stadtrat dem Bauprojekt nun zunächst erst einmal zustimmen. Deshalb verzögert sich der Baustart auf März 2020. Ursprünglich sollte das noch in diesem Jahr passieren. Wenn alles klappt, soll der Umbau im September 2020 fertig sein. Die für die Genehmigung erforderliche Planung ist inzwischen erarbeitet, nun werden die Beschlussunterlagen für den Stadtrat vorbereitet.

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Sollte dieser zustimmen, wird das kleine Stadtteilzentrum der Johannstadt mit der Neugestaltung wesentlich attraktiver. Und vor allem sicherer. Derzeit ist der Platz geprägt von gepflasterten Wegen, einer unbefestigten Fläche in der Mitte und Parkplätzen. Sowohl für Fußgänger als auch für Autofahrer ist die Verkehrssituation sehr unübersichtlich, es gibt kaum Möglichkeiten, die Straßen rund um den Platz sicher zu überqueren. Das soll sich ändern: So entstehen Übergänge für Fußgänger an der Pfotenhauerstraße und der Blumenstraße. Das sind zwei der Wünsche, die Anwohner in einer entsprechenden Werkstatt vorgetragen hatten. Allerdings kann die Stadt nicht alle Wünsche erfüllen. Ein seit Jahren bestehendes Problem und großes Geruchsärgernis für die Bewohner der umliegenden Häuser ist der Einstiegsschacht in die Unterwelt. 

Aus den Abwasserkanälen dringen schlechte Gerüche über den Zugang nach oben. Dieser versteckt sich in dem turmartigen Häuschen an der Ostseite des Platzes. Das markante Bauwerk muss zwar – wie der gesamte Platz – höher gelegt werden, der Einstieg muss allerdings für die Mitarbeiter der Stadtentwässerung zugänglich bleiben. Ein weiteres Problem ist der Müll, der sich vor allem in den Sommermonaten rund um die Sitzbänke ansammelt. Die Stadt will zwar zusätzliche Mülleimer aufstellen – letztlich liegt es aber an den Besuchern selbst, ihren Abfall auch dort zu entsorgen.

Ein Knackpunkt am Bönischplatz sind die Parkplätze. Wie viele es derzeit sind, kann die Stadt nicht genau ermitteln, weil es keine gekennzeichneten Stellflächen gibt. In etwa sind es 90 – nach dem Umbau werden es nur noch 45 sein. Einen Ersatz für die mehr als 40 wegfallenden Parkplätze kann die Stadt nicht schaffen, denn es fehlt schlichtweg der Platz dafür.

Noch ungeklärt ist momentan, was aus dem Wunsch nach einem Büchertauschschrank wird. Auf einer öffentlichen Fläche kann er nicht stehen, weil sich keines der städtischen Ämter für derartige Projekte zuständig fühlt. Allerdings gibt es eine private Fläche, die sich dafür anbieten würde. Der Stadtteilbeirat will sich der Sache nun annehmen und mit den Besitzern der Fläche ins Gespräch kommen.

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Ab Herbst 2020 könnten die Johannstädter dann bequemere Sitzbänke, mehr Grün und weniger Verkehr auf dem Bönischplatz genießen. 18 neue Bäume werden gepflanzt, einer muss gefällt werden, weil er krank ist. Außerdem werden ein Trinkbrunnen und 20 Fahrradstellbügel gebaut. Wenn alles fertig ist, bekommt die Johannstadt einen neuen Wochenmarkt.