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„Wer in sozialen Netzwerken ist, gibt mehr preis“

Die Corona-Warn-App spaltet die Gemüter. Sächsische.de hat Promis aus der Region zu ihrer Meinung befragt.

Alle reden zurzeit über die Corona-Warn-App.
Alle reden zurzeit über die Corona-Warn-App. © dpa

Döbeln. Ganz Deutschland redet zurzeit über die Corona-Warn-App. Sie soll dabei helfen, das Infektionsgeschehen im Blick zu behalten. Mehr als eine Million Smartphone-Besitzer haben die App inzwischen auf ihre Geräte geladen. Auch einige Döbelner sind darunter. Uns verraten sie, welche Chancen sie in dem Programm sehen, aber auch welche Befürchtungen sie mit der App verbinden.

Gleich nach der Veröffentlichung der App am Dienstagvormittag hat sie sich Comedian Thomas Böttcher aus Döbeln das Programm auf sein Gerät gespielt. „Weil es für uns alle wichtig ist, die Pandemie weiter im Griff zu haben“, begründet er. Böttcher hofft, dass möglichst viele so handeln wie er. „Denn nur dann werden Infektionsketten erkannt und können verfolgt werden.“ Böttcher verspricht sich von dem Programm auch eine Hilfe für weitere Lockerungen im Alltag. „Die App wird dabei helfen, eventuelle Ausbrüche lokal zu begrenzen“, ist der Kultmoderator sicher.

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Mit der Wirkungsweise der App an sich hat sich Böttcher intensiv beschäftigt. „Der Quellcode ist offen und für alle einsehbar“, sagt er. Risiken sehe der Döbelner in dem Programm keine. Er ist fest davon überzeugt, mit der App helfen zu können. „Wer in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, gibt weit mehr persönliche Daten preis“, meint der 54-Jährige.

Auch Landrat Matthias Damm (CDU) hat sich das Programm bereits am Dienstag auf sein Smartphone gespielt. Auch ihm ist wichtig, dass sich möglichst viele Leute an der App beteiligen und vor allem bei eigener positiver Testung dies auch in die App eintragen. „Die Erfahrungen im Umgang mit der App sollten regelmäßig ausgewertet werden“, meint Damm. Zudem verweist der Landrat darauf, dass das Programm keinesfalls die Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln ersetzen kann. „Es ist nur ein zusätzliches, unterstützendes Mittel“, betont der Politiker.

Für Thomas Kolbe, den Geschäftsführer der Max Knobloch Nachfolge GmbH sowie Vorsitzender der Regionalversammlung Mittelsachsen der IHK Chemnitz gibt es keinen Grund, die App nicht zu installieren. „Alles, was helfen kann, ist gut“, sagt Kolbe. Er sieht die App als Chance, um das Infektionsgeschehen besser transparent zu machen und daraus folgend besser begründete Maßnahmen zum Umgang mit der Pandemie umzusetzen. Risiken sieht Kolbe beim Einsatz der App keine.

Kritik an der App kann auch Dr. René Schwarz, Ärztlicher Direktor an der Helios-Klinik in Leisnig, nicht anbringen. „Ich begrüße jede Maßnahme, die geeignet ist, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Daher habe ich mir die App auf mein Handy heruntergeladen und werde sie nutzen“, sagt der Mediziner gegenüber Sächsische.de.

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